Die Nase spülen? Das soll helfen?

Die Nase läuft und läuft… Und dagegen soll eine Nasenspülung helfen? Warum soll eine Nasenspülung besser sein als das normale Schneuzen der Nase ins Taschentuch? Reicht nicht auch eine Inhalation? Oder das Einsprühen von Meerwasserspray? Wir machen es täglich: Naseputzen. Besonders, wenn wir einen Schnupfen haben, merken wir, wie sehr wir eine freie Nase und freie Atemwege zu schätzen wissen. Und ein beherztes Schneuzen befreit die Nase – mehr oder weniger – für längere oder kürzere Zeit… Was dabei passiert, ist ja wohl ganz klar: Die entzündete Nasenschleimhaut hat wieder einmal reichlich Schleim produziert – sie heißt ja auch „Schleimhaut“ – und diesen Schleim pusten wir nach vorn heraus ins Taschentuch. Nur manchmal wundern wir uns vielleicht, dass so eine kleine Nase so viel Schleim produziert… Wo kommt der ganze Schleim nur her???

Aber so einfach ist es nicht: Es ist nicht nur die Nase selbst – die „Nasenhaupthöhle“ -, die eine Schleimhaut hat! Auch alle anderen Hohlräume im Kopf sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese anderen Hohlräume sind untereinander und mit der Nasenhaupthöhle durch offene Verbindungen „vernetzt“: Es sind die berühmten „Nasennebenhöhlen“ (NNH). Gut, dass wir Nasennebenhöhlen haben! Wären all diese Hohlräume mit kompaktem Knochen ausgefüllt und unser Schädel ein massiver Knochen – wir könnten ihn kaum tragen! Wir müssten Nackenmuskeln haben in der Größe unserer Oberschenkel! Die Evolution hat aber die knöchern leichteren Köpfe mit dem eingebauten NNH-System bevorzugt. Allerdings muss dieses Hohlraumsystem sauber gehalten werden (man kennt das ja von zu Hause…). Zu diesem Zweck wurde die Schleimhaut erfunden… besser gesagt: hat sich entwickelt. Die Schleimhaut produziert ständig kleine und kleinste Tröpfchen Schleim, die die Schleimhaut befeuchten und kleine Fremdkörper, wie zum Beispiel Schmutzpartikel, festkleben. Und zusätzlich hat die Schleimhaut noch einen Flimmerhaarbesatz, der den Schleim und den Schmutz nach außen abtransportiert. Dieser Prozess läuft kontinuierlich ab; aber weil es sich um sehr geringe Mengen handelt, merken wir es nicht. Wenn wir gesund sind, ist alles in Ordnung. Der Schleim aus den Kieferhöhlen wird sogar „bergauf“ transportiert! Der Ausgang der Kieferhöhle ist – anders als ein studierter Ingenieur es konstruiert hätte – nicht an der tiefsten Stelle, sondern relativ hoch im Bereich des mittleren Nasenganges gelegen.

Man kann das sehr schön am Schädelmodell erkennen: Auf der linken Schädelmodellseite (da der Kunststoffkopf uns „anschaut“, ist die linke „Patientenseite“ dort, wo wir als Zuschauer – oder HNO-Ärzte – unsere rechte Hand haben) zeigen die blauen Pfeile den freien Weg für den Schleim an.

Also: Solange wir gesund sind, merken wir von dem ständigen Selbstreinigungsmechanismus des NNH-Systems gar nichts. Es gibt aber zwei Gründe, warum das NNH-System manchmal vom Schleim überflutet wird: Erstens kann im Rahmen eines Atemwegsinfektes („Schnupfen“) die Schleimproduktion massiv erhöht sein und zweitens kann – z. B. durch das Altern der Schleimhaut – der Flimmerhaarbesatz abnehmen und damit auch die Reinigungskraft (die sogenannte „muko-ziliare Clearence“ – Namen sind nicht wichtig!) der Schleimhaut, was übrigens nicht nur die Schleimhaut des NNH-Systems betrifft, sondern auch die des Bronchialsystems!

Wie man am Schädelmodell außerdem sehr schön sieht, liegt der Schleim der Nasennebenhöhlen nicht im „normalen“ Luftweg zwischen der Nasenspitze und dem letzten Lungenbläschen. Wenn man heftig Luft durch die Nase „schießt“, sollte die Luft dann doch eigentlich trocken und der Schleim in den NNH liegen bleiben! Aber nein: Wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass man beim Naseputzen auch die Nasennebenhöhlen ausleeren kann! Es ist gerade so, als wenn man durch das tangentiale Vorbeiführen einer starken Luftströmung die Nasennebenhöhlen absaugen könnte! Es ist, als ob…? – Nein: Es ist tatsächlich!

Das ist sie! Die Erklärung! Eine Strömung, die an einer Engstelle vorbeigeführt wird, erhöht an dieser Engstelle ihre Strömungsgeschwindigkeit – und sie senkt den Druck! Jeder würde intuitiv erwarten, dass der Druck an der Engstelle steigen würde – aber nein: er fällt! Es entsteht ein Sog! Diese physikalische Gesetzmäßigkeit wurde von Daniel Bernoulli (1700 – 1782) gefunden und in einem physikalischen Gesetz beschrieben, das seinen Namen trägt. Der „Bernoulli-Effekt“ hat eine große Bedeutung in der gesamten Aerodynamik. Es ist die Kraft, die das Flugzeug in der Luft hält! Der Auftrieb eines Flugzeugs entsteht an den Tragflächen durch die Ausnutzung des Bernoulli-Effektes!

Naseputzen (Luft) – Nasenspülung (Abfluss-Seite)

Und damit ist klar: Es ist der Bernoulli-Effekt, der die Nasennebenhöhlen beim Naseputzen leersaugt! Der ganze Schleim, der durch den Infekt in großer Menge im NNH-System produziert wird, wird beim Nasenputzen erst in die Nasenhaupthöhle hineingesaugt und dann mit Schwung… und so weiter…

Der Bernoulli-Effekt funktioniert natürlich unabhängig von der Strömungsrichtung! Flugzeuge können nicht nur nach Westen fliegen… Sie können auch nach Osten fliegen!

Nasehochziehen (Luft) – Nasenspülung (Zufluss-Seite)

Und das Leersaugen der Nasennebenhöhlen funktioniert auch nicht nur beim Naseputzen! Es funktioniert auch beim „Nasehochziehen“! In jedem Fall kommt der Schleim aus den Nasennebenhöhlen heraus. Nur die „Endlagerstätte“ des Schleims ist unterschiedlich: Mal ist es das Taschentuch, mal der Magen…

In jedem Fall ist es eine Entlastung für das NNH-System. Aus Sicht des NNH-Systems ist es also ziemlich irrelevant, ob wir die Nase putzen oder hochziehen! Der Schleim im NNH-System ist nicht nur infiziert  – er ist aus infektiös! Eine Entsorgung des Schleims ist beim Infekt sehr wichtig, da hierdurch die „Keimlast“ gesenkt und das Immunsystem entlastet wird.

Aus „Sicht“ der Ohren sieht die Sache schon wieder anders aus! Beim Naseputzen entsteht ein Überdruck im Nasenrachenraum – und über die „Eustachische Röhre“ auch im Mittelohr. Und beim Hochziehen der Nase entsteht ein Unterdruck im Nasenrachenraum – und über die Eustachische Röhre auch im Mittelohr. Ein Überdruck ist nicht schlimm: Wenn Luft im Mittelohr ist, ist dort wenigstens kein Wasser, kein Erguss, kein Eiter. Und das Hörvermögen bleibt gut. Ein Unterdruck hingegen ist gar nicht gut: Der Unterdruck im Mittelohr saugt erst das Trommelfell an, dann später noch Wasser (Körperwasser! Kein Badewasser! In einer Brandblase ist auch Körperwasser und kein Badewasser!) – „Paukenerguss“ – und bei bakterieller Besiedlung auch Eiter! Nicht nur, dass Unterdrucke in den Mittelohren zur Hörminderung führen: Sie bergen auch ein hohes Risiko einer Mittelohrentzündung in sich! – Und aus Sicht unserer lieben Mitmenschen gilt das Nasehochziehen eher als „unfein“…

Wie bekommen wir denn jetzt den Übergang hin zur Nasenspülung? Was hat das Spülen der Nase mit dem Naseputzen zu tun? Nun, ganz einfach: Alles!

Die Strömung für den Bernoulli-Effekt wird lediglich im Wasser – dem Spülwasser – erzeugt und nicht in der Luft. Und weil Wasser eine höhere Dichte hat als Luft, ist die Sogkraft bei einer Nasenspülung mit Wasser stärker als beim Naseputzen mit Luft. Mit einer „Wasserstrahlpumpe“ kann man kräftiger absaugen als mit einer „Luftstrahlpumpe“. Und jetzt verstehen wir auch, warum U-Boote kürzere und kleinere „Flügel“ benötigen als Flugzeuge…

Ein einfaches „Schnüffeln“ von Wasser am Waschbecken aus der hohlen Hand erzeugt hingegen keine Strömung! Die Nase wird lediglich von innen nass gemacht! Ein wirklicher Reinigungseffekt ist damit nicht verbunden!

Die grünen Markierungen zeigen den Strömungsweg an

Unsere Nase hat immer die gleiche innere Form; die „Flügel“ bleiben gleich groß. Da saugt das Wasser also viel besser ab als die Luft. Wie wir oben schon gesehen haben, ist die effektvolle Entleerung der Nase wichtig, weil dadurch die Keimlast für das körpereigene Abwehrsystem gesenkt wird. Und dabei ist es dem Körper herzlich egal, ob die Keime durch Antibiotika abgetötet werden oder ob sie von sanfter Hand und hartem Strahl in den Abfluss befördert werden! Weg ist weg! Nasenspülungen sind effektvolle Therapiemaßnahmen!

Der Rest ist jetzt einfach und schnell erzählt. Das Spülwasser für die Nasenspülungen darf natürlich nicht salzfrei sein! Unser Körperwasser enthält nämlich Salz in der Konzentration von Meerwasser: Schließlich sind unsere Vorfahren noch Meeresbewohner gewesen. Da ist ein Überleben nur möglich, wenn die Salzkonzentration innen im Körper ziemlich exakt der Salzkonzentration außerhalb des Körpers entspricht! Salz zieht bekanntlich Wasser an. Und wenn zu beiden Seiten einer Membran (in diesem Fall der Nasenschleimhaut) eine unterschiedliche Salzkonzentration vorliegt, dann wird die Schleimhaut durch die Wasseranziehungskraft des Salzes asymmetrisch belastet: Es treten „osmotische Kräfte“ auf. Das kann einem dann schon mal die Feuchtigkeit in die Augen treiben! Also: eine zu hohe Salzkonzentration im Nasenspülwasser schmerzt. Aber ein zu geringe Salzkonzentration schmerzt auch! Im ersten Fall wird der Schleimhaut Wasser entzogen, im zweiten Fall quillt die Schleimhaut auf. Die Salzkonzentration in unserem Körperwasser liegt (es gibt Ausnahmen) bei 0,9 %. In 100 ml Wasser sollten 0,9 g Salz gelöst werden. In einem Liter entspricht das 9 g und in einem viertel Liter (die Nasenduschen haben ein Füllvolumen von 250 ml) 2,25 g. Diese Menge Kochsalz gibt es – gereinigt, genau abgewogen und einzeln verpackt – als Nasenspülsalz in Apotheken und Drogerien käuflich zu erwerben. Wenn man allerdings eine genaue Waage hat…

Nasendusche mit Salz (Diese Menge Salz reicht für mehrere Spülungen!)

Es empfiehlt sich auch, etwa 10 Minuten vor einer geplanten Nasenspülung – jedenfalls gilt das für den Fall eines Atemwegsinfektes – die Schleimhäute medikamentös mit Nasenspray abzuschwellen! Durch die Abschwellung erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit des Spülwassers in der Nase und damit die Reinigungskraft. Und außerdem werden die Abflüsse aus dem NNH-System weit geöffnet, sodass  der Schleim aus dem NNH-System überhaupt erst abfließen kann!

Bei Infekten ist es wichtig, dass die Nasenschleimhäute feucht gehalten werden. Für die „Feuchtigkeit“ sollte man eine „physiologische Kochsalzlösung“ verwenden – das ist eine Kochsalzlösung mit einer Konzentration von 0,9 %. Auch Meerwasser ist geeignet. Die Verneblung muss mit einem Inhaliergerät erfolgen. Verdampfen der Kochsalzlösung hilft natürlich nicht weiter, denn das Salz gelangt ja bekanntlich nicht in die Dampfphase, sondern verbleibt im Siedetopf. Diese Methode wird ja seit Jahrhunderten zur Salzgewinnung verwendet! In jeder Saline wird das Wasser verdampft und damit die Salzkonzentration im zurückbleibenden Wasser erhöht und das Salz quasi eingedickt. Zum Inhalieren mit Salz eignet sich eine Verdampfung also definitiv nicht!

Bei einer Inhalation von Kochsalzlösung oder dem Einsprühen von Meerwasser-Nasenspray wird die Schleimhaut also befeuchtet und auch erwärmt. Das kann die Nasenspülung natürlich auch! Auch bei der Nasenspülung gelangt warmes Salzwasser in die Nase. Aber die Nasenspülung kann noch mehr: Sie kann noch absaugen! Und darin liegt der große Vorteil!

Wie oft soll man die Nase spülen?

Da gibt es keine Regel. Wenn man einen Infekt hat, darf man – und sollte man! – immer dann die Nase spülen, wenn man das Bedürfnis hat, die Nase wieder frei zu bekommen. Bei Infekten und nach Nasenoperationen sollte man ruhig 4 bis 5 mal täglich die Nase ausspülen. Andererseits, wenn man gesund ist, muss man die Nase nicht ausspülen. Man darf sich auch in diesem Fall wieder voll und ganz auf sein Körpergefühl verlassen…

Übrigens: Auf „Youtube“ kann man diverse Anwendungsfilme finden!

26.11.2016: Ich bedanke mich für die rege Diskussion zu dem Thema. Es wurden sehr viele Facetten des Themas aufgegriffen. Dennoch bitte ich um Verständnis, dass weitere Kommentare zu dem Thema nun nicht mehr veröffentlicht werden.

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Kommentare

  1. Hallo Herr Dr. Vahle,

    ich möchte Ihnen erneut danken für ihre Ausführungen! Mein Vater glaubte bis dato, dass das „Schnüffeln aus der Hand“ wirksam sei. Ihr Artikel zeigt sehr anschaulich, warum das nicht ausreicht. Da ich sehr medizininteressiert bin – und ein Medizinstudium für mich unausweichlich erscheint – hilft mir dieser Artikel, evidente Ansichten zu vermitteln wie es ein Medizin-Laie nicht vermag. Daher haben ihre Ausführungen viel mehr Aussagekraft als ich sie darlegen könnte. Vielen Dank dafür!

  2. Sehr geehrter Herr Kollege,
    ich habe seit Jahren NNH-Probleme und war selbst schon in der Uniklinik und bei Fachärzten. Keiner hat das Problem so anschaulich dargelegt. Ich spüle gelegentlich mit einer Lösung mit Emser Salz, werde das jetzt aber konsequent machen. Ich habe bereits häufig Bronchitis, ich nehme an, durch das Post- nasal- dripping. Mal sehen, obs was hilft. Vielen Dank!

  3. Bernoulli in der Nase? Hervorragend! Das leuchtet auch dem Ingenieur ein. Vielen Dank, ich gehe gleich mal zum Nasespülen.

  4. Sehr geehrter Hr. Dr. Vahle,
    herzlichen Dank für diese anschauliche Erläuterung! Nachdem ich die Nasenspülung bislang nur ‚aus dem Glas‘ kannte (ziemlich unappetitlich), habe ich mir jüngst eine Nasendusche gekauft und bin über den Effekt positiv überrascht. Die Atemwege sind merklich länger frei.

    Dennoch plage ich mich seit einer Woche mit eitriger Nebenhöhlenentzündung trotz Antibiotikum herum und frage mich, ob ich durch Nasenspülung auch eine Re-Infizierung der Nebenhöhlen riskiere und sie daher besser aussetzen sollte. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?
    Freundlichst
    M. O.

    • Sehr geehrter Herr O.,
      Ein „Nullrisiko“ gibt es natürlich nicht! Dennoch bin ich beim Abwägen von Risiko und Nutzen der Meinung, dass der Nutzen überwiegt.

      Das Naseninnere ist niemals keimfrei („steril“). Und im Trinkwasser sind – in unseren Landen – krankmachende („pathogene“) Keime in relevanter Anzahl nicht zu erwarten. Das Herausspülen von Sekreten senkt in jedem Fall die „Keimlast“. Und wenn man immer frisches Wasser verwendet, sollte das auch so bleiben.

      Vielleicht ist Ihnen aber auch schon mal aufgefallen, dass selbst Stunden nach einer Nasenspülung unvermittelt Wasser aus der Nase läuft, wenn man sich mal bückt, um sich z. B. die Schuhe zuzubinden. Dieses Wasser hat dann zuvor offenbar längere Zeit in einer der Nasennebenhöhlen verbracht wie in einer Schüssel. Erst beim Umdrehen der Schüssel ist es dann herausgeflossen. Wasser“pfützen“, die längere Zeit in den Nasennebenhöhlen stehen, können möglicherweise durch die Feuchtigkeit und die Wärme ein neues Keimwachstum begünstigen. Bei der nächsten Spülung werden die Keime dann aber wieder entfernt.

      Man sollte also nach einer Nasenspülung immer den Kopf weit nach vorn beugen und auch dabei mal den Kopf zu beiden Seiten drehen, damit das Wasser vollständig herausfließen kann. Wenn beim Zubinden der Schuhe die Schnürsenkel trocken bleiben, haben Sie alles richtig gemacht …

      Vielen Dank für Ihren Hinweis, der mit die Gelegenheit gibt, auf diesen Punkt noch etwas genauer einzugehen!

  5. Hallo Herr Dr. Vahle,

    vielen Dank für diese lehrreiche Erklärung zum Thema Nasenspülung. Eine kleine Zusatzfrage: Ich spüle mir regelmäßig die Nase. Zum einen mit einer mittels Nasendusche zum anderen aber auch durch den Rachen abfließend. Jetzt sehe ich, dass bei letztere Methode einiges an Sekret herausgespült wird, weshalb ich bis dato dachte, dass diese Methode vorzuziehen ist. Würden sie diese Methode nicht empfehlen oder ist das Optimum die Kombination beider Vorgehen?

    Besten Dank aus Schwaben auch für die klaren Worte zum Thema der „alternativen“ Medizin.

    • Hallo Herr R.,

      Beim Spülen der Nase ist es wichtig, dass die Nase vom Spülwasser durchströmt wird. Die Strömung saugt die Nasennebenhöhlen (NNH) ab und transportiert den Schleim nach draußen. Wenn die Nase bereits durchströmt worden ist, dann ist es aus Sicht der Nase unerheblich, ob das Spülwasser durch das andere Nasenloch oder durch den Rachen nach draußen geführt wird. Wenn das Spülwasser in ein Nasenloch hinein- und aus dem anderen wieder herausläuft, dann hat man natürlich beide Seiten gespült, beim Abführen des Spülwassers durch den Rachen hingegen nur eine Seite. Wenn Sie allerdings die Beobachtung gemacht haben, dass sie mehr Schleim entleeren, wenn Sie das Spülwasser durch den Rachen anstatt durch die Nase abführen: Es bleibt Ihnen unbenommen, Ihre Nase so zu spülen, dass die für Sie bestmögliche Wirkung erzielt wird!

      Allerdings: Normalerweise empfinden die Patienten die Spülung durch beide Nasenlöcher als angenehmer und das Spülen durch ein Nasenloch – mit Abfluss über den Rachen – als unangenehmer. Bei der letztere Version kann man auch mal Pech haben und evtl. Spülwasser „aspirieren“ (Wasser gelangt in die Lunge), was nicht nur unangenehm ist, sondern auch mal gefährlich werden kann.

      Nicht zuletzt: Ich freue mich, dass meine Worte zur Alternativmedizin bei Ihnen auf offene Ohren gestoßen sind! Sie ahnen nicht, wie viele Leute es gibt, die für sachliche Argumente nicht empfänglich sind, keine Gegenargumente haben – außer ihrem „Bauchgefühl“ – und die Diskussion anstatt auf der Sachebene auf der persönlichen und emotionalen Ebene weiterführen wollen. Ihr Kommentar zeigt mir, dass ich nicht allein bin auf der Welt … Vielen Dank!

  6. Hallo Herr Dr. Vahle,
    ich spüle bei Erkältungen auch meine Nase. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es nicht den Schleim herausbefördert, sondern nur „anlöst“?
    Ist es egal, in welche Seite ich das Wasser laufen lasse, da ja beide Seiten gespült werden? Ich habe immer gewechselt.

    Wie sieht es aus bei Kindern? Ab wann können sie Nasenduschen machen?

    Vom Physikalischen her, ist es sinnvoll, bei Babys Nasenabsauger (Ballon oder solche, bei denen die Eltern saugen müssen) zu verwenden? Ich denke mir auch, dass gerade dann die Ansteckungsgefahr für noch nicht angesteckte Eltern recht groß ist, da ja die Luft direkt eingesaugt wird.

    Noch zum „Hochziehen“: das galt doch vor ein paar Jahren als die bessere Alternative als „Schneuzen“? Warum?
    Was ist an der Nasendusche „alternative Medizin“? Weils noch nicht so alt ist? Dann wären doch aber die Laktosepillen nicht „alternativ“?

    • Hallo,

      Wenn der Schleim sehr zäh und fest ist, kann es sein, dass erst mehrfaches Spülen den Erfolg bringt. Tatsächlich muss man trockenen, festen Schleim oftmals erst aufweichen, bevor er ausgespült werden kann. Die Richtung der Spülung ist im Prinzip unerheblich; Sie sehen das völlig richtig: Es werden beide Seiten gespült. Wenn aber eine Seite verschleimt ist und die andere nicht, dann ist es natürlich sinnvoll, die Nasendusche so anzusetzen, dass der Schleim auf kürzestem Wege direkt herausgespült wird und nicht erst durch den Nasenrachenraum in die andere Nasenseite gelangen muss!

      Bei Kindern ist es natürlich unterschiedlich und abhängig von den Kindern. Manche Kinder lassen sich spülen, andere wieder nicht. Es gibt keine allgemeingültige Regel. Bei den Saugern sollte es so sein, dass die abgesaugte Luft erst durch eine „Wasserfalle“ muss, dann wäre eine Ansteckungsgefahr äußerst gering. Allerdings kann man sich und andere niemals hundertprozentig vor Infektionen schützen.

      Warum das Nasehochziehen besser sein soll als das Schneuzen, ist auch mir ein Rätsel! Und am Nasespülen mit Nasenduschen ist nichts „alternativ“ im Sinne der „Alternativen Medizin“. Es ist eine physikalische Methode, die ihre Wirkung hat und berechtigt ist, die aber andererseits auch keine Erfolgsquote von 100 % bieten kann. Nasenspülen kann vielleicht bei rechtzeitigem Einsatz eine Antibiotikumtherapie vermeiden, so wie Cortison vielleicht bei rechtzeitigem Einsatz auch mal eine Operation vermeiden kann. Man kann dann durchaus die harmloseren Therapien als „Alternative“ ansehen. Aber es ist keine „Alternativmedizin“ wie sie landläufig verstanden wird.

  7. Vielen lieben Dank für die Antwort!

    Ich hatte nicht bedacht, dass sich „alternative Medizin“ auf einen Ihrer anderen Texte bezog. Sehr sympathisch!

    Antibiotika vermeide ich gerne, wenn ich aber mit Antibiotika lange Krankheitsverläufe vermeiden kann, bin ich damit einverstanden. Am liebsten vermeide ich unnötige Medikamentation, die meine „Selbstheilungskräfe“ anregen sollen. Das kann ich auch selbst mit günstigeren Placebos: leckere Hustenbonbons, Jogitee und Anruf bei Mama. 😉

    Wie sieht es eigentlich mit „viel Trinken“ aus? Ich kann mir nicht vorstellen, dass „Über-den-Durst-Trinken“ tatsächlich den Schleim verflüssigt. Immerhin ist ja die Nase kein „Ausscheidungsorgan“ für Wasser. Bei einer Blasenentzündung kann ich mir hingegen gut vorstellen, dass es hilft.

    WV: Nun ja, die Schleimhaut scheidet schon Schleim aus! Schleim besteht aus Wasser und schleimbildenden Feststoffen, so wie Tapetenkleister aus Wasser und Kleisterpulver besteht. Wenig Wasser: dickflüssiger Kleister. Viel Wasser: dünnflüssiger Kleister!

    Wie sieht es mit den Ohren aus? Wenn sie „zu“ sind, ist es schädlich, durchzupusten? Also Nase zuhalten und pusten, damit sie wieder frei werden?

    WV: Unter „Durchpusten“ versteht offenbar jeder etwas Anderes! Nase zuhalten und pusten: Das ist der „berühmte“ Druckausgleich, wenn ein Unterdruck im Mittelohr ist. Man nennt es „Valsalva-Manöver“. Es erhöht sich der Druck im Mittelohr – idealerweise vom Unterdruckbereich bis in den Normdruckbereich. Aber wie soll dabei Ohrenschmalz herausgedrückt werden? Durch ein geschlossenes Trommelfell? – Es gibt Leute, die verstehen unter „Durchpusten“ die ganz normale Ohrspülung mit Wasser. Das hilft natürlich bei Ohrenschmalz – vor allem, wenn es ein HNO-Arzt macht! Wieder andere verstehen unter „Durchpusten“ die Einblasung von Luft durch die Nase, durch die Eustachische Röhre ins Mittelohr, durchgeführt vom HNO-Arzt, während die Patienten /k/-Laute sprechen („Kuckuck“ oder „Kaffeekanne“). Dieses Verfahren nennt man „Politzer-Verfahren“ und es wirkt wie ein Valsalva-Manöver druckerhöhend im Mittelohr. Der Unterschied liegt darin, wer es durchführt: Der HNO-Arzt führt ein Politzer-Manöver durch, der Patient ein Valsalva-Manöver.

    Gerade gelernt: Offenbar gehört in das Absaugding Wasser hinein? Es war keine Packungsbeilage dabei.

    Nochmal zum Salz in der Nasenspülung: Ich mache es immer per „Augenmaß“ und schaffe es, eine angenehm salzige Lösung herzustellen. Jemand erzählte mir aber, Haushaltssalz sollte man nicht nehmen (Rieselhilfen, falsche Salzzusammensetzung).

    WV: „Augenmaß“ kann dennoch unangenehm sein. Die ideale Salzkonzentration liegt bei 0,9 % Kochsalzlösung (NaCl-Lösung). Die gleiche Konzentration findet sich im Blut. Fertig konfektionierte Salzbeutel enthalten die optimale Dosis und sind zudem gereinigt und sterilisiert. Davon abgesehen, ist jedes andere „Koch“-Salz ebenfalls tauglich! Manche Medizinalsalze enthalten noch andere Komponenten, deren Nutzen aber zumindest fraglich ist. Und die Rieselhilfen im Kochsalz (oder Jod- bzw. Fluorbeimengungen) sind unschädlich. Jedenfalls ist mir in meinem Berufsleben noch kein Schaden „untergekommen“.

    Für Babys dürfte doch die Muttermilch den richtigen Salzgehalt haben? (Also zum Tropfen, nicht zum Spülen)

    WV: Zur Verwendung von Muttermilch außerhalb der von der Natur vorgesehenen Form möchte ich mich als HNO-Arzt gar nicht äußern …

  8. Guten Tag,

    Besten Dank für den guten Artikel. Sie erwähnen, dass auch Meerwasser zur Spülung geeignet ist. Kann man bedenkenlos Meerwasser durch die Nase spülen, oder können andere Bestandteile des Meerwassers (Partikel?) zu Problemen führen?

    Ich habe bemerkt, dass Meerwasser meine Nase deutlich besser befreit als die Emser Nasendusche. Könnte das mit einer zusätzlich abschwellenden Wirkung durch den höheren osmotischen Druck zusammenhängen?

    Vielen Dank nochmals für den hervorragenden Artikel!

    • Es gibt medizinisches Meerwasser-Nasenspray. Damit könnte man auch spülen; ob das aber sinnvoll ist? Der Preis wird sicher eine Rolle spielen.

      Wenn man im Urlaub mit Meerwasser spülen will, dann kommt es darauf an, dass das Meerwasser auch sauber ist, besonders auch in mikrobieller Hinsicht. Nicht jedes Meer eignet sich.

      Warum die abschwellende Wirkung mit Meerwasser größer ist, ist nicht genau zu beantworten – es gibt ja keine Studien dazu. Ist die Wirkung nur bei Ihnen besser? Oder auch bei anderen? Einen höheren osmotischen Druck erreicht man auch, wenn man einfach vom Kochsalz eine größere Menge nimmt. Ist die Wirkung dann auch vorhanden? Im Meerwasser sind nicht nur Kochsalzionen, sondern auch noch diverse andere Anionen und Kationen. Um herauszufinden, ob eine bessere Wirkung ein Einzelfall ist oder nicht und worauf eine „globale“ Wirkung ggf. zurückzuführen ist, müsste man diesbezügliche Forschung betreiben. Da man die Antwort leider nicht gegen Geld verkaufen kann, wird sich kein Institut finden, das Ihre Frage beantworten möchte…

  9. Hallo Herr Dr. Vahle,
    ich leide seit längerer Zeit immer wieder … Da ich jetzt auch wieder Beschwerden habe, möchte ich es mal mit Nasenspülungen versuchen. Habe mir in der Drogerie Nasenspülsalz gekauft und mache damit die Nasenspülungen. Wie oft in der Woche würden Sie mir raten, die Nase zu spülen? – Zusätzlich verwende ich Nasonex. Kann ich noch andere Medikamente (auch pflanzlicher Art) verwenden bzw. was würde in meinem Fall hilfreich sein?

    • Hallo Herr D.

      Nasenspülungen reinigen die Nase – das ist ungefährlich. Wenn nach Nasenoperationen noch große Mengen an Sekreten und Krusten in der Nase sind, dann empfehle ich 4 bis 6 Nasenspülungen pro Tag. Später, wenn die Nase immer sauberer wird, kann man die Häufigkeit reduzieren. Bei Infekten empfehle ich 2 bis 3 Nasenspülungen pro Tag; bei Bedarf aber auch durchaus mehr. Da darf jeder entscheiden, wie er möchte.

      Zur Ihrer Erkrankung und den Behandlungsmöglichkeiten kann, darf und möchte ich im Internet keine Angaben machten (auch nicht per E-Mail). Sie haben geschrieben, dass Sie „Nasonex“ verwenden. „Nasonex“ ist ein verschreibungspflichtiges Präparat. Das heißt, es muss einen Arzt geben, der Sie kennt und der Ihnen Nasonex verschrieben hat. Dieser Arzt muss Ihnen Ihre Fragen beantworten – schließlich bekommt er auch ein Honorar dafür. (Siehe auch entsprechende Hinweise auf meiner Home-Seite und im Impressum.)

  10. Hallo Herr Dr. Vahle,
    vielen Dank für die sehr gute Aufklärung und Beschreibung in ihrem Artikel über die Nasenspülung. Leider kämpfe ich seit Ende November mit immer wiederkehrenden Erkältungen; gestern kamen nun auch noch gravierende Halsschmerzen hinzu. Aber seit gestern nun endlich spüle ich meine Nase und was soll ich sagen, der Effekt ist umwerfend. Die Nase ist frei und ja, es wird jede Menge Schleim ausgespült. Dank ihrer tollen Beschreibung hatte ich nun endlich den Mut gefasst und es probiert.
    Vielen Dank!

    Ich möchte aber noch eine kleine Anmerkung zum Salz geben.
    Eigentlich ist es ganz logisch, dass Meersalz oder Meerwasser uns besser bekommt.
    Denn unser Blut gleicht dem Meerwasser nicht wegen des Salzgehaltes an sich, sondern wegen der Zusammensetzung der natürlichen! Elemente. Unser Blut ist eine Sole, die in seiner Zusammensetzung mit dem Urmeer identisch ist…

    • Hallo Petra,

      Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht!

      Auch Ihre Anmerkungen zur Elektrolytzusammensetzung unseres Blutes (insbesondere auch unseres Intrazellularraumes) und der Hinweis auf das Urmeer (und damit auf die Evolution) sind völlig korrekt! Ich habe allerdings die Anmerkung etwas gekürzt, um das Thema „Nasenspülungen“ nicht allzuweit zu verlassen.

  11. Hallo Dr. Vahle,
    es ist nun vier Tage her seit meiner ersten Nasenspülung und meine Nase ist richtig gut frei geworden, jedoch geht es meinen Hals nicht viel besser. Ich habe sehr viel Sekret durch den Nasenrachenraum raus bekommen, ob ich das wollte oder nicht: das kam von selbst, war sehr unangenehm und heftig, ich habe mich richtig erschrockenen, was da so kam.

    Nun ist immer noch ein leichter Schmerz im Hals und auch dezente Kopfschmerzen sowie ein Knirschen und Knacken in den Ohren beim Schlucken. Habe ich was falsch gemacht? Wasser tritt keines aus der Nase wenn ich mich bücke. Leider ist es jetzt über die Feiertage etwas ungünstig mit einem Arztbesuch, oder braucht das einfach nur seine Zeit.
    Viele Grüße
    Petra G.

    • Hallo Petra,

      Wenn Ihre Nase besser geworden ist und nach dem Spülen kein Wasser aus der Nase kommt, haben Sie alles richtig gemacht!

      Allerdings braucht die Natur etwas Zeit zwischen der „Senkung der Keimlast“ und dem „Ende der Krankheit“.

  12. Hallo und vielen lieben Dank für die Antworten.
    Ich spüle fleißig weiter, denn es ist ein sehr schönes Gefühl eine so freie Nase zu haben….vielen Dank nochmals….es geht jetzt auch spürbar voran, gut damit angefangen zu haben….
    Viele Grüße
    Petra G.

  13. Gibt es denn Ursachen der andauernden Schleimproduktion, wenn diese nicht vom Schnupfen herrührt?

    Könnte ein Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand der Darmflora oder der Aufnahme bestimmter Lebensmittel eine Rolle spielen? Falls ja, wo kann man hierzu mehr erfahren?

    Vielen Dank für einen Tipp!

    • Die „Ursache“ der Schleimproduktion liegt darin, dass es in den Schleimhäuten schleimproduzierende Zellen gibt, die ständig Schleim produzieren. Das ist ihre Aufgabe und das besagt auch ihr Name. Schleim ist für die Schleimhäute wichtig! – Eine normale Schleimproduktion nimmt man gewöhnlich nicht zur Kenntnis. Abweichungen nach oben oder nach unten fallen allerdings sofort auf.

      Ich kann noch nicht mal sagen, was unangenehmer ist: Zuviel Schleim oder zuwenig Schleim! Jedenfalls beklagen sich viele Patienten über trockene Schleimhäute…

      Atemwegsreizungen jedweder Art führen zu einer vermehrten Schleimproduktion.

      Einen Zusammenhaben mit der Darmflora oder mit Lebensmitteln kann ich nicht erkennen. Ich weiß aber, dass derartige Zusammenhänge von vielen Scharlatanen und Quacksalbern behauptet werden.

      Wenn man sich „normal“ ernährt, braucht man kein Geld auszugeben für Mittel „zum Aufbau der Darmflora“ oder für überteuerte Vitaminpräparate.

  14. Ein wirklich toller und sehr einleuchtend geschriebener Bericht. Danke dafür .

    (Anmerkung Dr. Vahle: An dieser Stelle folgt eine persönliche Krankheitsgeschichte, auf die ich nicht öffentlich eingehen werde.)

    Ich habe aber noch eine Frage:
    Kann ich nicht die Nasendusche mit zusätzlichen antibiotischen oder stärker desinfizierenden Zusätzen befüllen um die Effektivität zu steigern und so die Belastung des Gesamtorganismus mit Antibiotika vermeiden oder zumindest verringern?
    Mit freundlichen Grüßen

    Martin H.

    • Herzlich Willkommen,

      Man kann natürlich die Nasendusche mit verschiedenen Lösungen befüllen – die Frage ist aber, ob das sinnvoll ist!

      Desinfektionsmittel sind salzfrei – also ist das „osmotische Gleichgewicht“ gestört. Dann müsste man spezielle Schleimhautdesinfektionsmittel verwenden – und trotzdem würde es in der Nase „brennen“. Desinfektionsmittel wirken bei Anwesenheit von Schleim schlecht oder gar nicht; die Spülung soll aber ja gerade den Schleim herausbefördern. Dieses mit Desinfektionsmittel zu tun, ist lediglich teuer – und dennoch unwirksam.

      Schließlich muss man auch bedenken, dass die Kontaktzeit der Mittel in der Nase nur wenige Sekunden beträgt – zu kurz für eine Wirkung, aber lang genug für die evtl. Entwicklung einer Allergie. Gleiches gilt für Antibiotika.

      Alles in Allem also keine empfehlenswerte Idee…

  15. Vielen Dank für Ihre Beschreibung. So schlüssig und anwenderfreundlich habe ich diese Info noch nie bekommen. Auch nicht in der Sprechstunde beim HNO-Arzt.
    Mit frohen Grüßen

  16. Hallo Herr Dr. Vahle,

    ich mache dieses Nasenspülen mit Salzwasser bereits seit vielen Jahren zur Bekämpfung von Infekten – es hilft wirklich.

    Habe es damals durch meinen Vater „gelernt“, der sich einmal in Brasilien eine schlimme Entzündung der NNH zuzog. Ein Ureinwohner riet ihm, Salzwasser durch die Nase zu ziehen. Es zeigte sofortige Linderung der Beschwerden und brachte einen schnellen Heilungsverlauf.

    Dank Ihrer äußerst verständlichen technischen Erklärung kann ich jetzt auch als technischer Ingenieur nachvollziehen, wie das NNH-System zusammenarbeitet und wie man es sauber halten kann.

    Habe bis jetzt wenige Ihrer Profession kennen gelernt, die solche wertvollen Tipps der Allgemeinheit so geduldig und kostenlos zur Verfügung stellen wie Sie es tun. Da könnten sich viele Ärzte an Ihnen ein Beispiel nehmen 🙂

    Dafür bedanke ich mich auf das Herzlichste!

    Beste Grüße,
    Robert V.

  17. Hallo Herr Dr. Vahle
    Ich bin beeindruckt über Ihre Veranschaulichungen. Bravo!

    Eine Frage zur Nasenspülung hätte ich dennoch: Erreiche ich mittels Emser Nasendusche auch die Stinrhöhlen? Gibt es denn noch eine bessere Methode?

    Ich freue mich darauf von Ihnen zu lesen.

    Freundliche Grüsse
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      Die Spülflüssigkeit durchfließt nicht die Nasennebenhöhlen! Sie fließt seitlich – „tangetial“ – an den Eingängen zu den Nasennebenhöhlen vorbei. Dabei wird ein Unterdruck aufgebaut, der die Nasennebenhöhlen leersaugen kann. Ich schreibe absichtlich „kann“, denn es kann durchaus auch Hindernisse geben, sodass der gewünschte Effekt nicht eintritt – oder nicht sofort eintritt. Dennoch gibt es eigentlich keine bessere Methode (ich nehme an, Sie interessieren sich nur für Methoden, die man als Patient selbst und ohne großen Aufwand durchführen kann und nicht für Operationsmethoden in der Hand des Facharztes). Man muss lediglich manchmal geduldig sein. Normales Naseputzen funktioniert auch, saugt aber nicht so stark wie die Nasendusche.

  18. Sehr geehrter Herr Dr. Vahle,
    vielen Dank für Ihre sehr interessante und für mich als Laien sehr verständliche Ausführungen.

    Ganz sehr interessiert mich, welche Verbindung die Nase zum Ohr hat.

    • Es gibt eine offene Verbindung vom Nasenrachenraum zum Mittelohr. Durch diesen Verbindungsgang wird das Mittelohr belüftet. Der Verbindungsgang heißt „Eustachische Röhre“ oder „Tuba auditiva eustachii“ (sie wurde vom Anatomen Eustachius entdeckt). Oftmals wird sie auch „Ohrtrompete“ genannt.

      Diese Eustachische Röhre ist der Grund dafür, dass Krankheiten der Nase, die mit Schleimhautschwellungen einhergehen, auch Mittelohrerkrankungen (Paukenergüsse oder Mittelohrentzündungen) nach sich ziehen können.

  19. Hallo.

    Danke für die interessanten Informationen!

    Ich habe zwei Fragen dazu. Meine 1. Frage:
    Macht das Spülen auch bei einer aufgrund von Heuschnupfen/Allergien verstopften Nase Sinn? Hier muss ja eigentlich kein infektiöses Sekret abgeführt werden, oder?

    Und 2.: in der Anleitung der Nasendusche steht, man solle die Nasendusche leicht zusammendrücken, wenn ein Nasenloch zu verstopft ist und kein Wasser „durchkommt“. Ich bin da jedoch immer etwas kritisch, ob das nicht einen zu großen Druck erzeugt und eher gefährlich werden kann – was sagen Sie dazu?

    Danke und viele Grüße

    • Frage 1: Ja, auch bei einer Allergie sind Spülungen sinnvoll. Auch wenn das Sekret nicht zähflüssig ist: Sekret ist es schon! Und außerdem kann man die Allergen-Last (z. B. die Pollen) in der Nase reduzieren.

      Frage 2: Wenn der Flüssigkeitsspiegel in der Nasendusche absinkt, dann sinkt auch der Druck. Bei sinkendem Druck fließt die Spülflüssigkeit immer langsamer durch die Nase. Wenn die Nase frei ist, ist es durchaus sinnvoll, durch leichten Druck auf die Flasche die Spülmitteldurchflussgeschwindigkeit wieder etwas zu erhöhen.

      Bei völlig blockierter Nase rate ich von einer Druckerhöhung ab. Damit die Nase bei der Spülung aber nicht blockiert ist, sollte man zuvor Nasenspray einsprühen (siehe Artikel).

  20. Vielen Dank für Ihre Erklärungen, die wirklich für jeden nachzuvollziehen sind und dass Sie sich so viel Zeit nehmen, um Fragen zu beantworten. Über Ihren Artikel und über Ihre Antworten zu den den Lerserbriefen habe ich viel über meinen Körper lernen können!

    Vielen Dank und viele Grüße
    Sybille

  21. Sehr geehrter Dr. Vahle,

    Ihre sachliche Erklärung hat mich im September 2013 dazu ermutigt, noch einen Versuch zu machen, meine immer wiederkehrende Nebenhöhlenentzündung doch ohne OP zu heilen. Seitdem spüle ich die Nase mindestens einmal jeden Tag. Die Nebenhöhlenentzündung ist lange weg und ich habe in dieser Zeit (7 Monate) keine einzige Erkältung gehabt. Das ist fast unglaublich, wenn Sie bedenken, dass ich mit zwei Keimeschleudern – ähm – Kindergartenkindern lebe. Herzlichen Dank, Ihre Info hat meine Lebensqualität deutlich verbessert!

    Viele Grüße,

    Claudia

  22. Hallo Dr. Vahle,
    danke für den sehr guten Artikel.

    Ich habe aber bemerkt, dass nach Nasenspülungen Stunden später immer noch Wasser herausläuft und meine Gehörgänge brennen. Mache ich etwas falsch, eben weil so spät Wasser herausläuft? Kann es sein, dass die Spülung sich positiv oder negativ auf die Belüftungsstörung auswirken kann? Vielen Dank

    • Das Nasennebenhöhlensystem ist eine Art Labyrinth mit einigen großen (Kieferhöhle, Stirnhöhle, Keilbeinhöhle) und vielen kleinen Höhlen (Siebbeinzellen). Und diese Höhlen haben ihre Eingänge / Ausgänge auch noch in unterschiedlichen Höhen. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass Spülwasser in die Nasennebenhöhlen (NNH) gelangt und erst später wieder herausläuft. Deshalb sollte man nach den Spülungen den Kopf über dem Waschbecken weit nach vorn beugen und auch mal nach rechts und links drehen. Meistens kann man auf diese Weise die NNH entleeren, sodass später dann auch kein Wasser mehr herausläuft.

      Die Nasenspülungen haben mit den Gehörgängen nichts zu tun. Wenn die Gehörgänge brennen, sollten Sie das beim HNO-Arzt untersuchen lassen.

      Im Ideal- und Normalfall haben die Nasenspülungen einen positiven Effekt auf Belüftungsstörungen der Mittelohren. Wenn nämlich ein Atemwegsinfekt mit Belüftungsstörungen der Mittelohren vorliegt, dann kann man durch die Spülungen den Schleim reduzieren und die Entzündung positiv beeinflussen. Und wenn die Entzündung verschwunden ist, dann werden die Mittelohren auch wieder besser belüftet. Es kann aber auch möglich sein, dass bei der Spülung Wasser durch die „Eustachische Röhre“ in ein Mittelohr gelangt. Das ist dann schlecht, weil daraus eine Mittelohrentzündung entstehen kann. Aus diesem Grunde sollte man nie versuchen, das Spülwasser „mit Gewalt“ durche die Nase zu pressen. Bei freier Nase (Nasenspray vor der Spülung!) ist es für das Spülwasser leichter, durch die weite Nase abzufließen als durch die enge Eustachische Röhre in das Mittelohr hineinzufließen.

  23. Sehr geehrter Hr. Dr. Vahle,
    Danke für diesen sehr guten Artikel. Ich spüle die Nase ab und zu mit Kochsalz und Natron (6g NaCl, 3g NaHCO3 auf 1 Liter Wasser). Ich finde diese Mischung angenehmer und die Wirkung hält länger an. Ist Natron in dieser geringen Konzentration schädlich für die Schleimhaut? Vielen Dank.

    • Durch die Zugabe von Natron wird der pH-Wert etwas angehoben. Die Lösung ist dann nicht mehr pH-neutral, sondern leicht basisch. Wenn pH-Abweichungen erheblich sind, dann reagiert die Schleimhaut mit starken Schmerzen. Da Sie die Lösung als angenehm empfinden, ist ein Schaden für die Schleimhaut nicht anzunehmen.

      Ihre Lösung ist aber wissenschaftlich nicht untersucht. Ich kann deshalb zur Wirkung Ihrer Mischung nichts sagen. Die Anwendung erfolgt dann immer auf eigenes Risiko.

  24. Hallo Herr Dr. Vahle,

    vielen Dank für ihre tolle Seite und diesen echt genial gelungenen Artikel. Sie holen die Leute da ab wo sie sind, und zwar fast egal, wo sie sind! 🙂 Top!

    Ich war schon mehrmals hier, jetzt nochmal aktuell, weil ich zwei Probleme beim Nasenspülen habe:

    Ich habe danach recht viel Wasser auch in den Nebenhöhlen. Das äußert sich durch langes Nachlaufen (Kopf runter, wieder hoch – ein Bächlein läuft) aber es konnte auch im Ultraschall gesehen werden. Woran liegt das? Wie soll man den Kopf am besten halten? Ich bin mal mehr, mal weniger vornüber geneigt, hab‘ es auch schon ganz gerade versucht, auch mit leichter Schräglage zur freien Seite.

    Außerdem nehme ich einen Chlorgeruch wahr. Ich verwende normales Leitungswasser (Alpenvorland, sehr kalkhaltig und hart) und feines Meersalz mit Jod (habe keines ohne gefunden, aber Sie schreiben ja eh, dass das nichts macht). Irgendwie habe ich mich jedoch verrechnet und nehme statt 2.25 eher 2.5 Gramm auf etwas mehr als 250 ml. Das werde ich ab heute Abend ändern. Woher kann jedoch der Chlorgeruch kommen?

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Sandra

    • Hallo Sandra,

      Herzlichen Dank für Ihr Lob!

      Dass die Spülflüssigkeit nicht sofort aus den Nasennebenhöhlen (NNH) abläuft, liegt an den Abflüssen der NNH, die eben nicht an tiefster Stelle liegen, sondern höher. So bildet jede der Nasennebenhöhlen eine kleine Wanne, in der sich Wasser sammeln kann. Man kann sich das wie kleine Gießkannen vorstellen. Nun sind die Ausgüsse der Gießkannen nicht parallel zu einander, so dass jeder Ausguss in eine andere Richtung zeigt. Und so kommt es, dass eine einzelne Drehung des Kopfes oftmals nicht ausreicht, das Wasser herauslaufen zu lassen.

      Jedes NNH-System ist jedoch anders. Man kann keine allgemeingültige Regel angeben, wie man den Kopf drehen muss, um das Wasser herauszubringen. Sie müssen es ausprobieren – und sich dann die Bewegungsabfolge merken.

      Die Erhöhung der Konzentration von 2.25 g auf 2.5 g pro 250 ml Wasser ist nicht „dramatisch“. Wenn die Lösung nicht „isoton“ ist, sondern leicht „hyperton“, dann kann es leicht schmerzen. Außerdem kann die Schleimhaut etwas austrocknen (Gewebswasser wird durch das Salz herausgezogen).

      Woher jedoch der Chlorgeruch kommt, vermag ich nicht zu sagen. Ihr Leitungswasser ist nicht gechlort? Bleibt der Chlorgerauch auch, wenn Sie Mineralwasser aus der Flasche verwenden?

  25. Hallo Herr Dr. Vahle,

    vielen Dank für Ihre Antwort.

    Ich habe ja wie angekündigt nun die Menge des Salzes reduziert – anscheinend hat das den Chlorgeruch aus irgendeinem (mir chemisch nicht einleuchtenden) Grund ausgelöst. Seitdem ist er nämlich nicht mehr aufgetreten! (Leitungswasser ist nicht merklich gechlort.)

    Und meine Choreographie „Wasserauslauftanz“ habe ich nun auch schon eintudiert, es gibt nur noch ein bisschen was zu verbessern 😉

    Viele Grüße,
    eine auch dank Ihrer Seite glückliche Nasenpatientin

  26. Hallo Herr Dr. Vahle,

    wie im wahren Leben ist es auch in den weiten des Internets nicht immer einfach, die unbezahlbaren Schätze zu finden. Ich hätte auch noch stundenlang bei Ihnen weiterlesen können. Vielen Dank für diese plausible Darstellung.

    Die Nasendusche ist mir leider erst seit einem Jahr bekannt. Ich verwende sie nun auch nach einer kürzlich durchgeführten Nasen-OP. Ohne die Nasendusche ab Tag 2 wäre ich wahrscheinlich „verrückt“ geworden, da sich leicht Blut und Sekret anstaut.

    Haben Sie schon einmal von einer „beleidigten“ Nasenschleimhaut gehört? Die Schleimhäute sollten angeblich nach einer OP ihre Funktion für einige Wochen einstellen. Eine Quelle dazu ist mir leider abhanden gekommen.

    Zudem hätte ich noch die Frage, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen einer OP an der Nase und dem nach einer Nasendusche Stunden später auftretenden Brennen der Nase. Verständlicherweise ist Nase wund, nur brennt es nicht während der Spülungen, sondern erst einige Stunden später. Eventuell wird es auch am Wollwachs vom Bepanthen liegen.

    • Hallo,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Von einer „beleidigten“ Nasenschleimhaut habe ich noch nichts gehört. Die Quelle würde mich wirklich mal interessieren…

      Nein, die Nasenschleimhaut hat ja kein Gehirn und kann nicht denken. Also kann sie auch nicht beleidigt sein. Aber die Nasenschleimhaut hat eine „eingeschränkte Funktionsfähigkeit“. Sie kennen das vom Blaulicht: Blaulicht kann nur blau blinken – nichts anderes. Entweder es ist ausgeschaltet oder es blinkt blau. Ähnlich ist es mit der Nasenschleimhaut. Entweder man bemerkt sie nicht, oder sie läuft, juckt, macht Niesreiz oder ein brennendes Gefühl. Etwas anderes kann die Nasenschleimhaut nicht „machen“. Dabei ist es völlig egal, wer die Nasenschleimhaut „geärgert“ hat: Bakterien, Viren, ein Witzbold mit einer Feder oder ein Operateur…

      Ein zweiter Aspekt kommt hinzu: Die Nasenschleimhaut muss die Atemluft erwärmen, befeuchten und den Staub herausfiltern. Wird nun im Rahmen einer Operation etwas von der – überschüssigen – Schleimhaut entfernt, dann kann die Nasenschleimhaut die Atemluft zunächst nicht mehr ganz so gut erwärmen, befeuchten und reinigen wie zuvor. Diese Änderung tritt nach einer OP schnell ein und wird von den Patienten leicht bemerkt. Dass sich die Schleimhaut später erholt und die alte Erwärmungs-, Befeuchtungs- und Reinigungkraft wieder zurück erhält, ist ein langsamer Vorgang und wird von den Patienten nicht direkt bemerkt. Fragt man Patienten längere Zeit nach einer Nasen-OP, ob sie immer noch eine trockene oder zu kalte Nase haben, dann stutzen sie und sagen, dass ihre Nase seit längerer Zeit wieder völlig normal arbeite. Sie können aber rückwirkend nicht sagen, seit wann das so ist! Die Normalisierung wird subjektiv praktisch nicht bemerkt.

      Warum es nach einer Nasenspülung wieder anfängt zu Brennen, kann ich nicht genau sagen. Eine Allergie führt normalerweise nicht zu Schmerzen – okay: Ein Niesreiz ist ein „unterschwelliger“ Schmerzreiz. Aber Brennen in der Nase ist eher etwas anderes als ein Niesreiz. Vielleicht wird die Nase längere Zeit nach einer Spülung wieder trocken und kalt, sodass es Zeit wird für eine neue Spülung? Sie schreiben ja, dass die bei der Spülung und für eine gewisse Zeit nach der Spülung nicht brennt. Vielleicht sollten Sie häufiger spülen? – Natürlich können Sie gern auch mal andere Nasenpflegeöle oder -salben verwenden.

  27. Hallo Herr Dr. Vahle,

    zwei Fragen:
    -Tritt der Bernoulli-Effekt auch dann ein, wenn ich bereits eine „Fensterungs-Operation“ habe?
    -Manche HNO-Ärzte behaupten, dass zuviel Nasenspülen die Schleimhäute austrocknen. Kann das sein?

    • Hallo,

      Der Bernoulli-Effekt tritt überall ein, wo eine Strömung an einer engen Stelle vorbei fließt und sich die Strömungsgeschwindigkeit dabei erhöht. Dabei ist die Fensterung zunächst einmal unerheblich.

      Allerdings können am Fensterrand durch die vorbei fließende Strömung auch Wirbel entstehen, die wiederum dafür verantwortlich sein können, dass sich Verschmutzungen am Fensterrand hartnäckig halten können. (Sie haben vielleicht schon mal beobachtet, dass zum Beispiel leere Flaschen von kleinen Wasserfällen förmlich „festgehalten“ werden.)

      Ob „zuviel“ Nasespülen die Schleimhaut austrocknet, kann ich so nicht bestätigen. Eine „physiologische“ Kochsalzlösung (0,9 %ig) ist „isoton“, hat also den gleichen osmotischen Druck wie die Körperflüssigkeit. Bei einer Spülung mit einer isotonen Lösung kommt es neben der Reinigungswirkung zu keiner anderen Wirkung auf die Schleimhaut. Verwendet man eine geringere Konzentration („hypotone Lösung“), dann wird Wasser durch die höhere Salzkonzentration im Gewebe in das Gewebe hineingezogen. Bei einer höheren Salzkonzentration („hypertone Lösung“) der Spülflüssigkeit wird Wasser aus dem Gewebe herausgezogen, was mit einer Austrocknung und Abschwellung einhergehen kann.

      Wenn man eine laufende und verschleimte Nase spült, dann ist nach der Spülung der Schleim erst einmal verschwunden. Die Nase läuft dann für eine gewisse Zeit nicht mehr, was man durchaus als „Austrocknung“ bezeichnen kann – schließlich ist die Nase ja trockener geworden. Aber das ist doch auch genau das, was man erreichen will!

      Der Begriff „Austrocknung“ wird oftmals mit einem negativen Beigeschmack verwendet. Ich halte das für fragwürdig. Klar: Wenn man eine zu trockene Nase hat und die Nase dann durch falsche Behandlungen noch trockener wird, dann ist das nicht gut. Wenn man aber einen Infekt hat mit einer Verschleimung oder gar Vereiterung, dann ist die Trocknung der Nase nicht nur ein theoretisches Behandlungsziel, sondern es wird auch noch als angenehm empfunden.

  28. Hallo Herr Dr. Vahle,

    vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ich benutze die Nasendusche auch sehr gern, wenn ein Schnupfen anfängt oder schon da ist.

    Ich hätte hierzu 3 Fragen:
    1. Ich habe häufiger mal leichte Kopfschmerzen von der Nasendusche (meistens Stirn). Kommt das durch den Druck des Wassers? Oder wodurch können die Verursacht werden?

    2. Ich konnte im Internet des öfteren lesen, dass man bei eitrigem Schnupfen keine Nasendusche machen solle, da sich dadurch die Keime noch mehr verteilen könnten. Dadurch könne man dann erst recht eine z.B. Stirnhöhlenentzündung bekommen. Stimmt das?

    3. Wenn man ca. 3 Stunden vor der Nasendusche seine Nase innen mit Bepanthen eincremt, um sie vor Austrocknung zu schützen: Kann es da ein Problem mit der Nasendusche geben?

    Vielen Dank im Voraus.

    Gruß
    Sam

    • Herzlich willkommen,

      Zu Ihrer 1. Frage:
      Sie schreiben ja bereits, dass Sie die Schmerzen „von“ der Nasendusche bekommen. Ob das so ist, wissen wir aber nicht. Sie haben ja lediglich beobachtet, dass Sie „nach“ der Nasendusche mal leichte Kopfschmerzen haben. Vielleicht ist es der Schnupfen, der die Kopfschmerzen verursacht und Sie zugleich zum Spülen der Nase animiert? – Dass der Druck im Naseninneren so hoch ist, dass es schmerzt, kann ich mir nicht denken. Außerdem liegt der Druck ja im wahrsten Sinne des Wortes „in Ihrer Hand“. Vielleicht haben Sie zu wenig oder zu viel Salz genommen? Oder die Temperatur ist nicht optimal? Vielleicht sind Sie einfach nur empfindlich?

      Um ehrlich zu sein: Ich kann Ihnen die Frage nicht beantworten.

      Zur zweiten Frage:
      Wenn man einen eitigen Schnupfen hat, dann sind die Bakterien bereits überall zu finden. Die brauchen kein Spülwasser, um sich zu verbreiten. Ohne Nasendusche dauert der Schnupfen lange, mit Nasendusche ist er kurz. Die Nasenspülungen können also nicht verkehrt sein.

      Durch das Spülwasser wird die Keimkonzentration natürlich verdünnt. Das ist immer gut. Ich kann die Argumente der Nasenspülgegner also nicht nachvollziehen. – Aber jeder ist seines Glückes Schmied. Wer die Nasenspülungen nicht mag, muss sie ja nicht durchführen.

      Zu Ihrer dritten Frage:
      Wenn Sie Salbe in die Nase einbringen und dann spülen, dann spülen Sie die Salbe wieder heraus. Warum soll man das also tun? Bringen Sie die Salbe doch einfach nach der Spülung ein! Vor der Spülung sollten Sie statt dessen Nasenspray einsprühen (siehe oben). Statt Salbe kann man auch flüssige Pflegemittel verwenden (z. B.Nasenöl) – die tragen nicht so dick auf. Mit einer Salbenplombe in der Nase kann man auch nicht so gut atmen…

  29. Vielen Dank für alle Antworten!

    Ich habe 2 Kindergartenkinder 2 1/2 und 5 Jahre. Beide „lieben“ es, Nasenspülungen zu machen.

    Die Kleine macht die Sache schon seit ca einen 1/2 Jahr und sehr gut. Ab und zu vergisst sie den Mund offen zu lassen und sie schluckt das Salzwasser. Auch schneuzt sie sich nach dem Spülen oft so schnell, dass ich es manchmal nicht schaffe, eine Nasenseite zu zuhalten. Muss ich mir dazu Gedanken machen, kann es ihr schaden oder sie verletzen? Sobald sie Schnupfen hat, verlangt sie nach der Nasendusche.

    Meine große Tochter hat häufigere und heftigere Beschwerden. Vor der Nasenspülung öffne ich ihr immer die Nase mit Nasenspray. Diesmal war eine Nasenseite wohl nicht zu 100% offen und sie deutete während der Spülung auf ihr Ohr und sagte jetzt läuft Wasser hinein. Muss ich zum HNO? Ist das gefährlich? Nachdem diese Verbindungsgänge bei ihr wohl so eng sein sollen, kann vielleicht das Wasser nicht mehr abfliessen? Ich mache mir Sorgen.

    Mit besten Dank
    Sandra

    • Hallo!

      Bei Ihrer kleinen Tochter scheint alles in Ordnung zu sein.

      Ihre große Tochter hat offenbar größere Probleme. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich die detaillierte Krankheitsgeschichte Ihrer großen Tochter an dieser Stelle nicht veröffentliche und auch nicht beantworte. Ich kann Ihnen nur empfehlen, in HNO-ärztlicher Behandlung zu bleiben.

      Es ist durchaus möglich, dass beim Nasespülen mal Wasser durch die Eustachische Röhre in das Mittelohr gelangen kann. Ein mit Wasser befülltes Mittelohr ist schwerhörig (es ist ja auch eine Art „Paukenerguss“). Und, wenn eine ausreichend hohe Zahl an Krankheitskeimen in das Mittelohr gelangt, ist eine Mittelohrentzündung die wahrscheinliche Folge. Mittelohrentzündungen sind immer behandlungsbedürftig.

      Sollte bei jeder Spülung Wasser in das Mittelohr gelangen, dann sollte man besser auf weitere Spülungen verzichten.

  30. Guten Morgen,

    Vielen Dank für den tollen Bericht.

    Bisher spüle ich bei Erkältungen immer mit einem mit Salzwasser gefüllten Esspressotässchen.

    Ich lege den Kopf leicht schräg, damit auch Flüssigkeit an / in den Nebenhöhleneingang kommt, halte ein Nasenloch zu und ziehe einmal, bis Wasser im Rachen ankommt. Dann wechsele ich die Seite und wiederhole den Vorgang.

    Diese Methode finde ich persönlich einfacher als die mit der Nasendusche; das Spülwasser kommt auch in den Nebenhöhlen an und der Schleim in der Nase wird auch gelöst. Ist dieses genauso effektiv wie die Nasendusche? Und falls ja , sollte ich dann eher langsam oder eher schnell hochziehen?

    Ganz herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

    Sonnige Grüße
    Ela Hoffmann

    • Hallo,

      Grundsätzlich gilt, dass bei einer Nasenspülung das Wasser in der Nase fließen soll, denn nur fließendes Wasser kann einen Sog aufbauen. Für die Physik ist es dann unerheblich, ob das „gebrauchte“ Spülwasser durch die andere Nasenseite abfließt oder durch den Rachen. Wenn es durch die zweite Nasenseite abfließt, wird diese Nasenseite gleichzeitig auch gespült, durchströmt und abgesaugt. Vom Abfluss durch den Rachen kann die zweite Nasenseite nicht profitieren. Und die meisten Leute finden den Abfluss durch die zweite Nasenseite angenehmer als den Abfluss durch den Rachen. Bei der regulären Methode mit Nasendusche kann man auch in aller Ruhe weiter atmen, während man bei Ihrer Methode die Atmung immer wieder unterbrechen muss, um das Wasser auszuspucken.

      Die Sogwirkung auf das Nebenhöhlensystem ist abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit. Wenn Sie also das Wasser schneller hochziehen, dann wird die Sogwirkung kräftiger sein. Hinzu kommt, dass die Nasenspülung mit der Nasendusche länger dauert: In einer handelsüblichen Nasendusche ist die Füllmenge 250 ml – in einer Espressotasse allenfalls 20 oder 30 ml.

      Aber wenn Ihnen Ihre Methode besser gefällt: Bitte sehr! Wirksam ist sie auch – nur geringer in der Wirkung. Deshalb empfehle ich meinen Patienten weiterhin die „normale“ Nasenspülung mit Nasendusche, wie sie ja nicht zu Unrecht entwickelt worden ist. Und wenn ich auch persönlich werden darf: Ich persönlich finde die Methode mit der Nasendusche einfacher…

  31. Sehr geehrter Dr. Vahle,

    ich könnte Ihre anschaulichen und überaus verständlichen Berichte stundenlang lesen. Sie schaffen es die Brücke aus Wissenschaft und Medizin zu bilden und direkt an den Patienten zu vermitteln.

    Ich habe noch 2 Fragen zur Nachsorge einer Nasennebenhöhlenoperation:
    1. Wie viele Monate nach der OP dauert es, bis die Schleimhaut von „krank“ wieder auf „gesund“ umschaltet und Symptome vollständig verschwunden sind?
    2. Kann eine längerfristige Anwendung von Nasensalbe oder Nasenöl die feinen Flimmerhärchen der Schleimhaut verkleben und ihr damit Schaden zuführen?

    Ich bedanke mich jetzt schon herzlich für Ihre ausführlichen Antworten.

    Viele Grüße aus Aalen
    Christian

    • Hallo,

      Nach einer Nasennebenhöhlenoperation dauert die Genesungsphase mindestens drei Monate, manchmal auch länger. Und leider kommt es immer wieder auch mal vor, dass eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung trotz Operation nicht vollständig ausheilt. Manche Patienten müssen sich leider auch mehr als einmal an den Nasennebenhöhlen operieren lassen. Das Rezidivrisiko sinkt, je konsequenter die Nachsorge nach der Operation durchgeführt wird. Zum Glück heilen die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen nach nur einer OP und einer entsprechend guten Nachsorge vollständig aus.

      Dass Nasensalbe oder Nasenöl die Flimmerhärchen schädigen können, ist mir nicht bekannt. Die Salbe oder das Öl bleiben ja nie auf der selben Stelle liegen, sondern werden von Flimmerhärchen zu Flimmerhärchen weitergereicht und gelangen dann irgendwann in die Außenwelt. Nasenöle in der operativen Nachsorge sind sehr hilfreich.

  32. Hallo Dr Vahle!
    Vielen Dank für diesen sehr anschauliches Artikel!

    Ich nutze die Nasendusche auch gerne bei Erkältungen. Allerdings funktioniert es bei mir immer nur einseitig. Setze ich die Dusche am anderen Nasenloch an, läuft das Wasser lediglich in den Rachen. Ist das normal? Ich hatte vor ein paar Jahren eine OP, in der die Nasenscheidewand begradigt und die Nasenmuscheln verkleinert wurden.

    Gruß

    • Hallo,

      Es gibt mitunter nach einer Nasen-OP eine Art „Ventilmechanismus“ in der Nase, der dazu führt, dass das Wasser nur in eine Richtung läuft. Trotzdem werden immer beide Seiten gespült.

      Ob bei Ihnen ein Ventilmechanismus vorliegt oder welche anderen Ursachen für die Blockade einer Spülrichtung vorliegen, muss man in einer HNO-ärztlichen Untersuchung feststellen.

      Dr. Wolfgang Vahle

  33. Guten Tag Herr Dr. Vahle,

    verstehe ich das „Nasehochziehen“ richtig? Oder gibt es noch eine 3. Variante neben „Naseputzen“ und „Nasehochziehen“? Ich meine damit, den Schleim in den Mund zu befördern – ich nehme an durch Unterdruckerzeugung?

    Mein Arzt hat mir gesagt, ich solle lieber garnicht schneuzen, da ich den ganzen Schleim in die Stirnhöhlen befördern könne. Ich solle es lieber in den Mund befördern und ausspucken (es solle auch nicht schlimm sein, den Schleim zu schlucken, da die Magensäure sowieso alles gleich vernichtet – samt Erreger).

    Vielen Dank
    Anton

    • Hallo,

      Nein, es gibt keine 3. Variante! Das Naseninnere ist – von der komplizierten Anatomie mal abgesehen – funktionell ein Rohr, das vorn und hinten offen ist. Schleim, der in den Nasennebenhöhlen (NNH) gebildet wird und zur Nasenhaupthöhle hin abgeleitet wird, kann das Rohr nur über 1. die vorderen („Nasenlöcher“) oder 2. die hinteren Ausgänge („Choanen“) verlassen. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht! Schleim, der die Nase durch die hinteren Ausgänge (Variante 2) verlassen hat und im Nasenrachenraum angekommen ist, kann nur etweder durch den Mund entsorgt werden oder er wird verschluckt. Das ist der Nase dann aber bereits egal…

      Schleim zu verschlucken ist ziemlich ekig, aber nicht gefährlich: Sie haben schon die Magensäure erwähnt. Es gibt noch eine Vielzahl von anderen Verdauungssekreten, die alle mit helfen, den Schleim zu verdauen.

      Ein Schneuzverbot spreche ich nur sehr selten aus. Wenn die Nase sehr weit vorn verstopft ist, dann kann der Überdruck beim Schneuzen Schleim in die NNH zurück drücken. Solange aber die Luft die Nase durchströmt, entsteht an den NNH-Eingängen – die ja zugleich auch Ausgänge sind – eben kein Überdruck, sondern ein Unterdruck („Bernoulli-Effekt“)! Dieser Unterdruck saugt die NNH leer. Schleim kann also nicht zurück gedrückt werden, wenn die Luft (oder das Wasser) durch die Nase fließt! Beim Hochziehen der Nase entsteht aber oftmals auch ein Unterdruck in den Mittelohren, was diese dann auch mal gelegentlich übel nehmen!

      Allgemein muss man aber sagen, dass der Mensch kein Produkt eines Ingenieurs ist, welches am Reißbrett entworfen wurde. Es gibt erstens keine Garantie auf fehlerloses Funktionieren (übrigens nicht mal bei Computern, Autos, Flugzeugen…) und zweitens gibt es keine technische Bedienungsanleitung. Der Mensch ist ein Naturprodukt, ein Produkt der Evolution. Alle „Bordmittel“, die unserem Körper zur Reinigung der Nase von Natur aus mitgegeben worden sind, haben sich in der Evolution bewährt – sonst wären sie nicht mehr vorhanden! Ihre Frage ist daher aus akademischer Sicht sehr interessant – aber die praktische Bedeutung ist doch eher als „nahezu unbedeutend“ einzustufen…

  34. Guten Tag,
    Mein HNO-Arzt sagt, es sei absolut wichtig, dass die Flüssigkeit 38°C – 39°C hat (Schleimhauthyperämie). Niedrigere Temperaturen lassen die Nasenmuscheln anschwellen. Außerdem seien hypertone Lösungen mit einer Salzkonzentration um 3% besonders gut für Katarrhe geeignet. Es empfiehlt sich, das Wasser durch ein Nasenloch einzusaugen während man das andere zudrückt und die Lösung durch den Mund wieder auszuspucken. Das klappt sehr gut, selten mal verirrt sich ein Schlückchen im Magen.

    Mich würde Ihre Meinung zu Temperatur, Salzkonzentration und Spülmethode sehr interessieren.

    Ansonsten bleibt nur zu sagen, sehr ausführlicher, interessanter Artikel – toll, dass Sie sich so viel Zeit nehmen.

    Viele Grüße

    • Hallo!

      Die Frage nach der Spültemperatur ist eigentlich eine Frage nach der Wärmebehandlung überhaupt. Letztendlich ist es ja unerheblich, ob die Wärme über warmes Spülwasser oder eine Mikrowellenbestrahlung o. ä. appliziert wird.

      In der Wärme laufen alle Stoffwechselvorgänge schneller ab. Und das bedeutet: Eine kommende Entzündung kommt schneller und eine gehende Entzündung geht schneller. Kommende Entzündungen soll man also kühlen und gehende Entzündungen soll man wärmen. So macht man es ja auch bei Sportverletzungen. Die Frage bleibt: Ist „meine“ Entzündung kommend oder gehend? Es hilft das Gefühl: Bei kommenden Entzündungen sind Kühlungen angenehmer (z. B. Eis lutschen bei beginnenden Halsentzündungen) und bei gehenden Entzündungen ist Wärme angenehmer (z. B. warmer Schal bei rückläufigen Halsentzündungen). Ich würde jetzt nicht unbedingt empfehlen, zu Beginn einer Nasennebenhöhlenentzündung kaltes Spülwasser zu verwenden, sondern empfehle immer „lauwarmes“ Spülwasser. Wenn Sie in der Ausheilungsphase etwas wärmeres Wasser verwenden wollen, wenden Sie bezüglich der Therapie im Prinzip zwei Verfahren an: Spülung und Wärmebehandlung. Das ist durchaus möglich. – Die Wärmebehandlung war allerdings nicht Thema meines Aufsatzes …

      Die Hersteller von Spüllösungen bzw. Salzwasser-Nasensprays verwenden durchaus unterschiedliche Konzentrationen. Auch die Hersteller von Inhalationsgeräten empfehlen unterschiedliche Salzkonzentrationen bei unterschiedlichen Indikationen. Salz ist „hygroskopisch“, d. h. es zieht Wasser an. Wenn die Salzkonzentration in der Spüllösung höher ist als im Blut, wird Wasser aus der Schleimhaut gezogen. Das hat eine gewisse abschwellende Wirkung, die bei Infekten von Vorteil ist. – Allerdings ist die abschwellende Wirkung von Nasenspray – auch von cortisonhaltigem Nasenspray – stärker. Ob sonst noch Wirkungen der hypertonen Lösungen unbedingt erstrebenswert sind, vermag ich nicht zu sagen. Da kommen wir in den Bereich der Erfahrungsmedizin. Belastbare Studien dazu kenne ich nicht. – Bei harmlosen Infekten kann man verschiedene Methoden anwenden, um sich das Leben leichter zu machen. Hypertone Lösungen können in der Nase einen brennenden Schmerz verursachen – je stärker die Salzkonzentration, desto mehr. Bei 3 % wird dieser brennende Schmerz aber noch sehr begrenzt sein. – Man kann also durchaus auch mit der Konzentration „spielen“; ob ein Infekt dadurch kürzer wird, ist nicht zu erwarten – allenfalls weniger unangenehm (was durchaus ein erstrebenswertes Ziel ist).

      Natürlich kann man auch Spülwasser aus der Hand einsaugen. Und man kann auch dafür sorgen, dass dabei wenig oder gar kein Wasser in den Magen gelangt. Aber mit einem Spülgerät geht es besser! Und nicht nur das: Die Strömung des Spülwassers kann beim Spülen aus der Hand nie so hoch werden wie bei Spülungen mit der Nasendusche. Und wie ich ja im Artikel bereits geschrieben habe, ist die Strömungsgeschwindigkeit verantwortlich für die Sog- und damit Reinigungskraft. Man kann viele Dinge auch einfacher und primitiver durchführen. Aber besser ist das keinesfalls. – Sollten Sie allerdings mal Urlaub in der Wildnis machen und die Nase spülen wollen, haben aber keine Nasendusche dabei: Eine Spülung aus der Hand ist dann besser als gar keine Spülung!

  35. Hallo Herr Dr. Vahle,
    auch ich möchte gerne ein „Vielen Dank“ Feedback für Ihren Bericht abgeben.

    Er ist leicht verständlich und super Informativ, er hat mir sehr weitergeholfen.

    Dankeschön, dass Sie so engagiert sind und sich diese Mühe machen / gemacht haben.

    Liebe Grüße
    Christiane

  36. Das ist doch mal „original content“! Großartig auch einige Kommentare und Antworten, sehr erleuchtend. Benutze schon länger Nasenduschen, sobald sich ein Schnupfen anbahnt. Aber letztlich ist der Ablauf immer derselbe: 3 Tage Schnupfen, 3 Tage Halsschmerzen, 3 Tage Husten. Die Übergänge sind dabei fließend.

    • Hallo,

      Ja, Rhinomer kann man verwenden. Es ist eine Meerwasserlösung und enthält Salze die im Meer sind. Und da unsere Vorfahren im Meer lebten, ist Meerwasser für uns sehr gut. Bei einem Einsprühen von Meerwasserspray entsteht allerdings keine Strömung wie bei einer Nasenspülung. Und ohne Strömung gibt es keinen Sog- und Reinigungseffekt. Bei einer starken Verschleimung ist deshalb die Nasenspülung besser. Es lohnt sich, die Nasenspülungen zu üben. Falls das Spülwasser wiederholt nicht durchfließt, dann sollten Sie maleinen HNO-Arzt fragen, ob es irgendwelche Hindernisse in Ihrer Nase gibt.

      Für die Nasendusche gibt es hier auch einen Anwendungsfilm.

  37. Hallo,

    sehr schön und anschaulich erklärt!

    Um die Nebenhöhlen gründlicher zu reinigen, möchte ich, dass das Salzwasser eine Minute dort „einwirkt“ und den Schleim löst. Dazu würde ich mich auf den Rücken legen und das Wasser durch die Nase einlaufen lassen. Nach einer Minute würde ich mich umdrehen und das Wasser wieder loswerden.

    Kann ich das gefahrlos ausprobieren?

    • Hallo,

      Ja, das kann man ausprobieren. Das Salzwasser als solches ist ungefährlich. Ob in Rückenlage das Salzwasser aber dort bleibt, wo Sie es haben wollen, ist nicht gesagt. Sie sollten nach der Einwirkphase dann aber die Nase richtig ausspülen und die Nase anschließend ausblasen, damit keine Reste zurückbleiben.

      Statt der von Ihnen beschriebenen Prozedur gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich fertig konfektioniertes Meerwasserspray zu kaufen sowie Nasenöle oder Nasenpflegesprays, die ebenfalls sehr gut trockenen Schleim weich machen.

  38. Guten Tag

    Ich fand Ihren Artikel sehr hilfreich. Noch eine Frage hätte ich: Wird bei der Nasenspülung auch die Kieferhöhle durchgespült?

    • Hallo,

      Nein, bei der Nasenspülung wird (im Prinzip) nur die Nasenhaupthöhle durchspült. Das Wasser fließt „tangential“ an den Öffnungen zu den Nasennebenhöhlen vorbei.

      Natürlich gelangt bei der Nasenspülung auch mal Wasser in eine Nasennebenhöhle. Das passiert sogar recht häufig. Das Wasser fließt dann später wieder heraus – oftmals beim Bücken (Zubinden der Schnürsenkel…). Das ist aber keine Durchströmung. Es empfiehlt sich, direkt nach einer Nasenspülung den Kopf noch am Waschbecken weit nach vorn zu beugen und mal nach rechts und mal nach links zu drehen, um die Wasserreste aus dem Nasennebenhöhlensystem zu beseitigen. Wenn Wasser längere Zeit in den Nasennebenhöhlen verbleibt, kann es zu einer zunehmenden Verkeimung kommen. Stehende Gewässer sind meistens trüber als fließende Gewässer…

  39. Ich bedanke mich für die rege Diskussion zu dem Thema. Es wurden sehr viele Facetten des Themas aufgegriffen. Es ist jetzt kaum noch möglich, durch weitere Kommentare eine Vertiefung des Themas zu erreichen.

    Ich bitte deshalb um Verständnis, dass weitere Kommentare zu dem Thema nun nicht mehr veröffentlicht werden.

    Viele (nicht veröffentlichte) Kommentare der letzten Zeit haben lediglich Nachfragen zu den eigenen Beschwerden zum Inhalt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Internetsprechstunde anbieten. Lesen Sie dazu auch bitte die Hinweise im Impressum.

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