Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie – TE)

Nach eingehender Untersuchung und Wertung Ihrer Krankheitsgeschichte habe ich Ihnen zur Entfernung der Gaumenmandeln geraten.

Chronisch kranke Mandeln haben keine Abwehrkräfte mehr. Bei deren Entfernung wird also nichts weggenommen, was die Natur nicht schon von sich aus zerstört hat.

Modell mit Schnitt durch den Kopf. Man sieht die rechte Mandel zwischen Zungengrund und Zäpfchen

Chronisch kranke Mandeln stellen eine Infektionsquelle dar, an der man sich ständig anstecken kann. Bei jedem Atemzug können die Krankheitskeime in jede Etage der Atemwege verschleppt werden und zu Entzündungen führen. Eine Bronchitis kann ebenso die Folge einer chronischen Mandelentzündung sein wie eine Nasennebenhöhlenentzündung.

Die Operation wird immer in Vollnarkose durchgeführt. Die Vollnarkose ist angenehmer und senkt das Nachblutungsrisiko.

Am Nachmittag nach der Operation und in den nächsten Tagen sind allerdings Hals- und Schluckschmerzen, die oft auch bis in die Ohren ziehen können, unvermeidlich.

Mit Schmerzmitteln werden Sie ausreichend versorgt. Erwachsene erhalten Tabletten und Zäpfchen, Kinder Zäpfchen oder Saft. Zäpfchen sind zur Schmerzstillung besser geeignet: sie sind stärker und verhindern auch eine Darmträgheit als Folge der weichen Kost. – Sie dürfen ruhig regelmäßig Kaugummi kauen: das lindert eher die Schmerzen als die Ruhigstellung das tut.

In den ersten 2 Wochen nach der Operation sollten Sie alle säurehaltigen Nahrungsmittel wie Früchte und Fruchtsäfte, aber auch kohlensäurehaltigen Mineralwässer, vermeiden. Wenn Sie sich Proviant mitbringen lassen wollen, dann ist Vanilleeis am besten geeignet. Im übrigen werden Sie vom Krankenhaus gut versorgt. Kinder fühlen sich am Tag nach der Operation meistens schon wieder ziemlich gut und wollen beschäftigt werden. Beachten Sie bitte, dass die Krankenschwestern keine Kindergärtnerinnen sind. Die Kinder möchten gerne mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen spielen. Aus diesem Grunde ist im Kinderzimmer ganztägig Besuchszeit.

Während des stationären Aufenthaltes ist Duschen erlaubt, wenn das Wasser nicht zu heiß gewählt wird. Da sich beim Duschen alle Blutgefäße öffnen – auch die in den Beinen – sinkt der Blutdruck eher, als dass er steigt. Eine Nachblutung brauchen Sie deshalb nicht zu befürchten. Natürlich dürfen Sie sich auch die Zähne putzen – Sie werden die Mandelwunden schon nicht erreichen!

Das „typische“ Risiko der Operation ist dennoch die Nachblutung. „Typisch“ heißt aber nicht „häufig“! Meistens lässt sich eine Nachblutung durch einfache Maßnahmen beherrschen; nur selten wird ein zweiter Eingriff zur Blutstillung erforderlich.

Wenn es nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus noch zu einer Blutung kommen sollte, benachrichtigen Sie mich bitte.

Telefon: St. Johannisstift: 05251 / 401-1.

St. Johannisstift Paderborn

Meine Telefon-Nummer: 05251 / 24085.
Im Falle meiner Unerreichbarkeit:
HNO-Notfalldienst: 05251 / 26667.

Der Krankenhausaufenthalt beträgt genau eine Woche (sonntags „rein“ und sonntags „raus“ bzw. mittwochs „rein“ und mittwochs „raus“). Arbeitsunfähigkeit besteht normalerweise für insgesamt 2 Wochen.

Sind Sie sonst gesund? Wenn Sie noch andere Krankheiten haben, informieren Sie bitte in jedem Fall am Aufnahmetag den Narkosearzt! Haben Sie alles verstanden? Sie können mich jederzeit nach Einzelheiten fragen!