Lagerungsschwindel

Copyright: Fotolia - Konstantin SutyaginDer „Lagerungsschwindel“ – mit vollem deutschen Namen „Gutartiger, anfallsartiger Lagerungsschwindel“ und mit vollem medizinischen Namen „Benigner, paroxysmaler Lagerungsschwindel“ (BPL) – ist der häufigste Schwindel und zugleich der harmloseste. Bereits an anderer Stelle habe ich über den Lagerungsschwindel einen kleinen Aufsatz veröffentlicht. Dennoch sind sicher bei vielen Patienten einige Fragen offen geblieben, wie ich aus gelegentlichen E-Mail-Anfragen weiß.

 

Frage:
Wie erklären Sie sich die Ablösung der Kristalle aus der Flüssigkeit? Können die folgenden Faktoren die Kristalle ablösen und zu einem Lagerungsschwindel führen?

– Orthostase-Syndrom
– Nahrungsmittelunverträglichkeit
– HWS-Probleme
– Kiefergelenksarthrose

Kann ich etwas vorbeugend beachten?

Antwort:
Die Ursache („Ätiologie“) ist nicht bekannt – vielleicht gibt es auch mehrere. Die Entstehung der Beschwerden und Symptome („Pathogenese“) ist hingegen schon bekannt – aber über die Pathogenese haben Sie wahrscheinlich hier schon gelesen.

Man diskutiert, dass der Flüssigkeitsverlust im Gelpolster – und damit dessen langsam nachlassende „Klebewirkung“ – dafür verantwortlich ist, dass die kleinen Kristalle („Otolithe“) auf dem Gelpolster lockerer werden und leichter versprengt werden können. Allerdings können auch junge Leute einen Lagerungsschwindel bekommen – und bei jungen Patienten müsste das Gelpolster eigentlich noch völlig „unverbraucht“ und funktionsfähig sein.

Copyright: Fotolia - Rémy MassegliaOftmals spielen auch mechanische Erschütterungen des Kopfes eine Rolle. Ein Freund von mir ist mit dem Fahrrad über eine Schotterstrecke gefahren. Anschließend hatte er einen Lagerungsschwindel.

Es muss als Bedingung auch noch eine Kopfbewegung hinzukommen – im Prinzip ein rückwärts laufendes Befreiungsmanöver. Bei einem unbewegten Kopf würden selbst locker sitzende Otolithe an Ort und Stelle verbleiben. – Eigentlich ist ein Befreiungsmanöver eine rückwärts laufende „schwindelauslösende Bewegung“.

Mit Orthostase hat der Lagerungsschwindel nichts zu tun. Der Lagerungsschwindel tritt nur auf, wenn der Kopf um die Achse des betroffenen Bogenganges gedreht wird. Bei der Orthostase „versackt“ venöses Blut in den Beinen. Wenn ein Orthostasepatient von einem Stuhl aufsteht, kommt für einige Sekunden zu wenig Blut im Gehirn an. Beim Aufstehen vom Stuhl wird der Kopf aber nicht gedreht, sondern lediglich nach oben verschoben. Das ist keine „Lagerung“ und kann deshalb keinen Lagerungsschwindel auslösen.

Auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat mit einem Lagerungsschwindel nichts zu tun. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann es zu Kreislaufreaktionen kommen, die natürlich auch mit einem Schwindel einhergehen können.

HWS-Probleme können jedes Krankheitsbild im HNO-Bereich „imitieren“ – aber nicht ursächlich hervorrufen. Man kann sich schwindelig fühlen – bei einer Untersuchung fehlen dann aber die charakteristischen Augenzitterbewegungen („Nystagmen“). Und auch Kiefergelenkserkrankungen können HNO-Beschwerden imitieren – möglicherweise auch über reaktive Verspannungen im HWS-Bereich.

Schwindelformen, die in den Gleichgewichtsorganen, hauptsächlich in den Bogengängen, entstehen, nennt man „systematisch“. Systematische Schwindelformen sind Dreh-, Schwank- oder Liftschwindel. Drehschwindel tritt bei Störungen in den Bogengängen auf, Schwank- oder Liftschwindel bei Störungen in den „Otolithenapparaten“ („Sacculus“ und „Utriculus“). Beim Lagerungsschwindel handelt es sich um eine Störung in einem Bogengang, obwohl die Verursacher (die Otolithe) aus dem Otolithenapparat kommen. Lagerungsschwindel ist also ein Drehschwindel.

Alle anderen Schwindelformen sind „nicht-systematisch“. Diese Schwindel werden als „Unsicherheitsgefühl“ wahrgenommen, als Gefühl, man stünde „neben sich“ bis hin zu „Sternchensehen“ oder „Schwarzwerden vor den Augen“. Im Extremfall kann dann auch eine Ohnmacht auftreten. Das Orthostase-Syndrom ist ein typischer Vertreter für einen nicht-systematischen Schwindel: Es wird einem schwarz vor Augen und man kann auch bewusstlos werden.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Lagerungsschwindel sind mir nicht bekannt. Außer, dass man vielleicht Kopferschütterungen vermeiden soll.

Copyright: Fotolia - AlphaspiritFrage:
Ist es sinnvoll – auch wenn man aktuell nicht unter einem Lagerungsschwindel leidet – die Befreiungsmanöver jeden Abend vorbeugend zu machen?

Antwort:
Ein vorbeugendes Befreiungsmanöver wird wohl nicht helfen. Es ist ja eine Bewegungsabfolge, die versprengte Otolithe wieder dorthin zurückmanövriert, wo sie hergekommen sind. Wenn es keine versprengten Otolithe gibt, kann man auch keine zurück befördern. Eine vorbeugende Wirkung haben die Befreiungsmanöver nicht (man kann ja auch nicht vorbeugend schon mal sein Fahrrad flicken …)

Frage:
Passt es zum Lagerungsschwindel, dass ich ihn bei jeder Drehung im Bett bekomme?

Antwort:
Wenn man einen Lagerungsschwindel hat in dem Sinne, dass die kleinen Steinchen („Otolithe“) in einen Bogengang – am häufigsten in einen der beiden hinteren vertikalen Bogengänge – gefallen sind, dann hat man Schwindel, wenn man den Kopf ganz oder teilweise um die Achse des betroffenen Bogenganges dreht.

Wenn man den Kopf von oben anschaut (Nase nach vorn zum Untersucher), dann stehen die vertikalen Ebenen um 45° verdreht im Kopf, wie 90°-Winkel (Spitze innen, Winkelöffnung außen).

Wenn der HNO-Arzt die betroffene Seite lokalisieren will, dann muss die Patientin den Kopf um 45° zur Seite drehen. Angenommen, die rechte Seite wäre betroffen, dann würden bei einer 45°-Rechtsdrehung Drehebene und Ebene des hinteren vertikalen Bogenganges zu 100 % übereinstimmen: Der so ausgelöste Schwindel ist dann maximal. Dafür stimmen Dreh- und Bogengangsebene der nicht betroffenen Seite überhaupt nicht – also zu 0 % – überein. Löst eine 45°-Rechtsdrehung beim Hinlegen den Schwindel aus, ist also die rechte Seite betroffen. Löst eine 45°-Linksdrehung beim Hinlegen den Schwindel aus, ist die linke Seite betroffen.

Wenn man den Kopf nun gar nicht verdreht und sich einfach ganz normal nach hinten legt, dann stimmen Dreh- und Bogengangsebene nicht mehr zu 100 % überein, sondern nur noch zu etwa 70 %: Das liegt daran, dass der Cosinus von 45° etwa 0,7 ist. Das trifft dann aber auf beide Seiten zu! Also: Egal, welche Seite betroffen ist, bei einem normalen Hinlegen ohne Kopfdrehung werden immer beide hintere vertikale Bogengänge zu etwa 70 % um ihre Achsen gedreht und es wird deshalb immer Schwindel ausgelöst, entweder von der rechten oder von der linken Seite (deshalb ist das „Schwindelprovozieren“ ohne Kopfdrehung für die Seitenlokalisation als Diagnostikum ungeeignet).

Aber: Auch, wenn man im Liegen den Kopf zur Seite dreht – und das gilt auch hier für beide Seiten! – stimmen Dreh- und Bogengangsebene zu etwa 70 % überein (auch der Sinus von 45° ist etwa 0,7).

Also: Bei einem gutartigen, anfallsweise auftretenden Lagerungsschwindel führen Hinlegen und Aufrichten sowie Rechts- und Linksdrehung in Rückenlage zum Schwindel. Es müssen auch immer beide Drehrichtungen betroffen sein: Wenn man nur beim Aufrichten, aber nie beim Hinlegen Schwindel bekommt, lässt sich das durch die versprengten Otolithe nicht erklären. Otolithe sinken immer nach unten und wenn man „unten“ und „oben“ vertauscht, müssen sie wieder zurückfallen. Wenn man nicht in beiden Richtungen Schwindel bekommt, dann ist die Diagnose „gutartiger, anfallsweise auftretender Lagerungsschwindel“ vom Tisch!

 

 

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Kommentare

    • Ja. Man sollte sich aber auf Passagierflugzeuge beschränken: Die machen nämlich keine Loopings und keine Rollen…

      Nein, im Ernst: Ein Lagerungsschwindel tritt nur auf, wenn der Kopf relativ zur Erdanziehungskraft gedreht wird. Wenn man ohne Kopfdrehung vom Stuhl aufsteht, kann kein Drehschwindel entstehen. Wenn man im Aufzug nach oben fährt, ist das im Prinzip die gleiche Situation – nur der Weg nach oben ist weiter. Und wenn man im Flugzeug fliegt, ist das im Prinzip immer noch die gleiche Situation – nur der Weg nach oben ist noch weiter.

      Wenn beim Fliegen ein Schwindel auftritt – was auch mal passieren kann, denn „Gesundheit schützt vor Krankheit nicht!“ – dann ist es jedenfalls kein Lagerungsschwindel.

  1. Mein Lagerungsschwindel bzw. Dreh- und Schwankschwindel trat eine Woche nach der Verblockung von 4 Frontzähnen auf (damit auch Verblockung der beiden Schädelhaelften). Könnte man darin einen Zusammenhang sehen?
    Herzliche Grüße aus Berlin-Brandenburg
    Marion Philipp

    • Zunächst mal kann man im Einzelfall den Entstehungsmechanismus nicht immer sicher sagen.

      Dass die Verblockung der Zähne zu Ihrem Lagerungsschwindel geführt hat, nehme ich nicht an. Ich kann mir da keinen entsprechenden „Pathomechanismus“ vorstellen. Allerdings: Wurde bei der Operation vielleicht im Knochen gebohrt? Sind tieffrequente Vibrationen im Knochen entstanden? Vibrationen können die Otolithe von ihrem Gelpolster lösen und eine „Versprengung“ begünstigen.

      Der typische Lagerungsschwindel ist ein Drehschwindel. Ein Schwankschwindel wiederum lässt sich durch die Versprengung von Otolithe in einen Bogengang nicht erklären. Die Verblockung der Zähne würde meines Erachtens auch das Auftreten eines Schwankschwindels nicht erklären können.

      Allenfalls könnte man darüber nachdenken, ob eine längere „Zwangshaltung“ des Kopfes im Behandlungsstuhl zu einer Durchblutungsstörung im Gleichgewichtssystem geführt hat. Das wäre dann aber kein „Lagerungsschwindel“.

      Sind Sie sicher, dass Sie beide Schwindelformen haben? Haben Sie sich HNO-ärztlich untersuchen lassen?

  2. Hallo,

    Mein Lagerungsschwindel tritt jedes Mal auf, wenn ich im Urlaub bin.

    Ich denke, entweder trocknet die Sonne das Gel, das die Ohr-Kristalle hält, oder die bereits durch Übungen replatzierten Kristalle kommen beim Schwimmen / Schnorcheln wieder in falsche Gänge. Kann das sein?

    Gerade ist es wieder so und keine Übung hilft heute… Kann evtl. eine Übung für die falsche Seite die Beschwerden verschlimmern?

    • Hallo,

      Zunächst mal ist es nicht möglich, dass die Urlaubssonne das Gelpolster im Innenohr austrocknen kann. Ob es durch Schwimmen oder Schnorcheln wieder zu einer erneuten Kristallverschleppung („Canalolithiasis“) kommen kann, ist jedoch nicht auszuschließen.

      Dass eine Übung für die falsche Seite eine Verschlechterung bewirken kann, habe ich noch nicht gehört oder gelesen. Klar ist, dass eine Übung für die falsche Seite keinen Erfolg bringen kann.

      Die Übungen sind so gestaltet, dass die Bewegungsabfolge, die die Kristalle in den hinteren vertikalen Bogengang befördert, in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt wird, sodass die Kristalle den Weg aus dem Bogengang wieder herausfinden. Das heißt: Verursachende Bewegung und heilende Bewegung sind zeitliche Umkehrungen; sie verhalten sich wie „vorwärts“ zu „rückwärts“. Die Übungen („heilende Bewegungen“) für beide Seiten verhalten sich aber eben nicht wie „vorwärts“ zu „rückwärts“, sondern wie „rechts“ zu „links“. Oder anders ausgedrückt: Die Bewegungsabfolge „rechts heraus“ ist nicht identisch zu „links hinein“ (und umgekehrt) – und damit unschädlich.

      Wenn man nicht weiß, welche Seite betroffen ist, kann man mit einer Übung für eine Seite (z. B. rechts) beginnen. Hat man die richtige Seite gewählt, dann tritt während der Übung der Lagerungsschwindel auf und man setzt die Übung fort. Tritt jedoch während der Übung der Lagerungsschwindel nicht auf, unterbricht man die Übung und beginnt neu mit der Übung für die andere (in diesem Fall die linke) Seite, die sich spiegelbildlich zur rechten Seite verhält.

      Führen die Übungen beider Seiten nicht zum Lagerungsschwindel, ist man entweder geheilt – oder die Diagnose ist falsch. Dann sollte man sich noch mal beim HNO-Arzt vorstellen.

  3. Vielen Dank für die Rückmeldung,
    Hab nun den Lagerungsschwindel wieder in den Griff bekommen.

    Das ungewöhnliche ist jedoch dass sowohl bei Übungen für die Rechte als auch bei Übungen für die linke Seite der Lagerungsschwindel genauso Stark auftrat.
    So richtig schlau welche Seite betroffen war, bin nicht geworden.

    Schade dass Sie nicht im Rhein-Main-Gebiet sind. Würde sofort zu Ihnen wechseln.

  4. Ich habe seit drei Tagen Lagerungsschwindel (und nicht zum ersten Mal). Diesmal ist es so schlimm, dass ich die Übung keine 5 Sekunden aushalte. Habe es mehrmals ernsthaft versucht, aber es ist wirklich nicht auszuhalten. Gibt es eine Möglichkeit, die Übung unter Narkose machen zu lassen?

    • Hallo Marion,

      Ein „Befreiungsmanöver“ in Narkose ist wahrscheinlich nicht möglich – eher aus organisatorischen Gründen.

      Man kann sich aber durch eine medikamentöse Vorbereitung des Befreiungsmanövers helfen. Zur Eigentherapie gibt es rezeptfreie Zäpfchen mit dem Wirkstoff „Dimenhydrinat“. Fragen Sie in der Apotheke nach den Zäpfchen. Nachdem die Zäpfichen ihre sedierende Wirkung entfaltet haben, kann man die Übungen leichter durchführen. Achtung: Unter der Wirkung der Zäpfchen sind Sie absolut fahruntüchtig!

      Sollte das nicht funktionieren, dann sollten Sie sich beim HNO-Arzt vorstellen. Evtl. kann man in der Praxis die Übungen unter intravenöser Prämedikation durchführen. Fragen Sie zuvor in der Praxis nach.

  5. Guten Tag,

    Frage:
    Wenn ein Epley-Manöver einen Schwindel umgehend beseitigt, handelt es sich dann immer um einen Lagerungsschwindel?

    Antwort:
    Die „Befreiungsmanöver“ („Epley-Manöver“ und „Semont-Manöver“) sind so konstruiert, dass sie versprengte Canalolithe wieder zurück befördern können. Es ist eine physikalische Therapie, die bezogen auf den Lagerungsschwindel „spezifisch“ ist.

    Wie bei den meisten Therapieformen liegen aber „Spezifität“ und „Sensitivität“ normalerweise nicht bei 100,00 %.

    Spezifität 100,00 %: Das Befreitungsmanöver wäre ausschließlich beim Lagerungsschwindel wirksam.

    Das ist nicht der Fall. Auch bei anderen Schwindelformen kommen (dann jedoch unspezifische) physiotherapeutische Maßnahmen in Frage. Eine Bewegungstherapie, die für die eine Diagnose spezifisch ist, kann jedoch für eine andere Diagnose unspezifisch und damit in geringerem Ausmaß auch hilfreich sein.

    Sensitivität 1000,00 %: Jeder Lagerungsschwindel ohne Ausnahme ließe sich durch Befreiungsmanöver beseitigen.

    Leider ist das auch nicht immer der Fall. Wie hoch die Erfolgsquote tatsächlich ist, ist aber kaum abzuschätzen. Der Lagerungsschwindel heißt gutartig, weil er „irgendwann“ wieder verschwindet. Und wenn ein Befreiungsversuch nicht wirkt, heißt das nicht, dass eine Wiederholung oder ein Wechsel auf das jeweils andere Befreiungsmanöver nicht vielleicht doch wirksam ist.

  6. Nach der Vorbereitung vor 3 Tagen zur Darmspiegelung trat am morgen vor der Untersuchung plótzlich ein heftiges Drehschwindel bei mir auf. Ich hatte im Bett nur kurz den Kopf hoch und nach rechts gedreht.

    Kann es im Zusammenhang mit dem Flüssigkeitsverlust bei der Darmentleerung als Lagerungsschwindel gesehen werden? Oder eher mit der Magenspiegelung vom Vortag? Evtl. Zwangshaltung? Ich habe immer noch den Drehschwindel bei bestimmten Kopfbewegungen, wenn ich liege.

    Letzte Frage: Kann ich trotzdem in 2 Tagen heimfliegen?
    Vielen Dank!

    • Hallo,

      ein Lagerungsschwindel ist ein mechanischer Schwindel und beruht auf einer „Versprengung“ von „Canalolithen“ (kleinen Kristallen) in einen Bogengang hinein. Ein Flüssigkeitsverlust mit Erhöhung der Blutviskosität ist nicht die Ursache des Schwindels. Außerdem soll man bei der Darmreinigung ja viel trinken. Auch Magenspiegelung und Zwangshaltung sind üblicherweise nicht in der Lage, eine Lagerungsschwindel zu verursachen.

      Ein Lagerungsschwindel ist ein Anfallsschwindel, der nur bei einem Lagewechsel auftritt mit einer Kopfdrehung um die Achse des betroffenen Bogenganges. Solange der Kopf nicht um die Achse des betroffenen Bogenganges rotiert, tritt der Schwindel auch nicht auf. Man kann also mit einem Lagerungsschwindel fliegen – vorausgesetzt, man ist Passagier und nicht der Pilot.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Wolfgang Vahle

  7. Hallo!
    Ich hatte vor einigen Wochen zum ersten Mal Lagerungsschwindel und war jetzt 2 Wochen beschwerdefrei. Vorgestern bin ich in der Nacht zu schnell aufgestanden und hatte ihn wieder. Bei der BBQ Rolle habe ich ihn immer links aber leider habe ich ihn auch wenn ich flach am Rücken liege. Schlafen auf einem flachen Polster verschlechtert die Symptome auch. Ist das normal? Wie oft tritt so ein Schwindel auf, bzw kann das immer kommen und gehen wenn man eine falsche Bewegung macht?

    Vielen Dank
    Karin

    • Hallo,
      Schauen Sie auch mal auf der Infothekseite nach:
      http://www.hno-vahle.de/benigner-paroxysmaler-lagerungsschwindel-bpl/

      Fragen zu Ihrer persönlichen Erkrankung kann ich Ihnen hier nicht beantworten. Und die anderen Antworten fallen mir auch schwer: Was um Himmels Willen ist eine „BBQ-Rolle“? Keine Ahnung.

      Wenn Sie in Rückenlage Schwindel haben – also auch, wenn Sie sich nicht gerade Ihre Lage wechseln -, dann ist es möglicherweise kein Lagerungsschwindel, sondern eine andere Schwindelform? Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen. Und die Frage, wie oft ein Einzelner Schwindelepisoden haben wird, ist natürlich auch überhaupt nicht beantwortbar.

      Ein Forum und einen Chat-Room biete ich nicht an. Ein Besuch auf meiner Webseite kann auch keinen Arztbesuch ersetzen. Jeder, der Schwindel hat, sollte seinen Arzt aufsuchen.

    • Ja, man darf Fahrrad fahren. Es fahren täglich viele Leute mit dem Fahrrad – auch über unruhigen Boden. Einen Lagerungsschwindel bekommen aber nur wenige. Und von denen, die einen Lagerungsschwindel bekommen, sind nur die wenigsten zuvor mit dem Fahrrad gefahren.

      Kurz: Man weiß nicht, welche Bedingungen zu einem Lagerungsschwindel führen, schon gar nicht, ob es Bedingungen gibt, die bei jedem Menschen zuverlässig und reproduzierbar immer zu einem Lagerungsschwindel führen. Und solange man das nicht weiß, muss man sich nicht „unter eine Käseglocke setzen“ – man könnte dort ja eine Beinvenenthrombose bekommen …

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