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	<title>Praxis Dr. med. W. Vahle HNO-Arzt Paderborn</title>
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		<title>Musik für unsere Ohren</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als HNO-Arzt sorgt man sich täglich um die Gesundheit der Ohren und um das gute Hörvermögen unserer Zeitgenossen. Der Hörsinn ist ein wichtiger Sinn &#8211; unser sozialer Sinn! Wir Menschen kommunizieren, indem wir sprechen und zuhören! Aber wir benötigen nicht für jede Kommunikation Worte! Es gibt auch die &#8220;non-verbale&#8221;-Kommunikation! Neben den vielfältigen Formen des körperlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als HNO-Arzt sorgt man sich täglich um die Gesundheit der Ohren und um das gute Hörvermögen unserer Zeitgenossen. Der Hörsinn ist ein wichtiger Sinn &#8211; unser sozialer Sinn! <span id="more-2377"></span>Wir Menschen kommunizieren, indem wir sprechen und zuhören!</p>
<p>Aber wir benötigen nicht für jede Kommunikation Worte! Es gibt auch die &#8220;non-verbale&#8221;-Kommunikation! Neben den vielfältigen Formen des körperlichen Ausdrucks hat die Musik einen wesentlichen Anteil an dieser besonderen Form der Kommunikation! Was wäre besser geeignet als die Musik, Gefühle unmittelbar auszudrücken! Musik geht unmittelbar &#8220;ins Herz&#8221;! Musik kann unser Glück ausdrücken und unsere Trauer, sie kann uns aufputschen und uns beruhigen.</p>
<p>Musik ist Kunst und Kultur. Kunst und Kultur sind unverzichtbar!</p>
<p>Eine wichtige Rolle im Kulturleben des Menschen spielen die Bands, die Musikgruppen, die Sängerinnen und Sänger &#8211; und natürlich auch die großen Orchester!</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/kultur_kostet_geld_richard_von_weizsaecker.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2377];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-2379" title="Zitat von Richard v. Weizsäcker" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/kultur_kostet_geld_richard_von_weizsaecker-258x300.jpg" alt="" width="258" height="300" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p> In Zeiten knapper werdender öffentlicher Haushaltskassen entwickelt sich ein besorgniserregender Trend! Man glaubt, man könne und dürfe an Kunst und Kultur sparen! Man glaubt, die Schließung eines Orchesters sei ein harmloser Vorgang, der Geld einbringe ohne zu schmerzen! Das Gegenteil ist richtig! Richard von Weizsäcker hat das erkannt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr style="width: 2px;" width="2" />
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/nwd-philharmonie.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2377];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-2378" title="Foto: NWD-Philharmonie, Herford" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/nwd-philharmonie-300x187.jpg" alt="" width="300" height="187" /></a>Ein ausgezeichnetes und renommiertes Landesorchester in Nordrhein-Westfalen, die <a href="http://www.nwd-philharmonie.de/" target="_blank">Nordwestdeutsche Philharmonie</a> in Herford (NWD), ist ebenfalls von dieses Gespenst bedroht. Als Musikliebhaber kann ich diese Entwicklung nicht gut heißen! Auch nicht als Arzt! Erst recht nicht als Ohrenarzt!</p>
<p>Wir haben in Paderborn einen Aktionskreis zur Rettung der NWD ins Leben gerufen. Die NWD darf nicht unter gehen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Inzwischen hat auch der WDR in seinem 3. Hörfunkprogramm über unsere Aktionen berichtet. Der Autor, Herr Felix Werthschulte, hat zudem eine <a href="http://www.werthschulte.info/index.php/lesen-alltag/36-nwd" target="_blank">Zusammenfassung seines Berichtes</a> auf seiner Homepage veröffentlicht.</p>
<p>Lesen Sie auch die Informationen auf der Seite des <a href="http://www.staedtischer-musikverein-paderborn.de" target="_blank">Städtischen Musikvereins Paderborn</a>:<br /><a href="http://www.smvpb.de/auf-ein-wort/" target="_blank">Auf ein Wort</a><br /><a href="http://www.smvpb.de/die-publikumsaktion-gewinnt-an-fahrt/" target="_blank">Die Publikumsaktion gewinnt an Fahrt</a></p>
<p>Bitte engagieren Sie sich auch! Es tut nicht weh! Unterschreiben Sie bitte die <a href="http://www.nwd-petition.de" target="_blank">Online-Petition</a> zum Erhalt der NWD! Danke!</p>
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		<title>Muss ich Antibiotika nehmen? Oder sollte ich besser nicht?</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 18:26:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Medikamente gegen InfektionenAntibiotika sind wirksame Medikamente gegen krankmachende Bakterien. Im eigentlichen Wortsinn (&#8220;anti&#8221; = &#8220;gegen&#8221; und &#8220;bios&#8221; = &#8220;Leben&#8221;) handelt es sich um eine gewisse Übertreibung! Antibiotika sind nicht gegen alles Leben gerichtet, sondern nur gegen das Leben der Bakterien! Krankmachende Viren werden nicht abgetötet; krankmachende Pilze nicht und krankmachende Einzeller auch nicht! Und &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Tabletten_HamsterMan.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2225];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-2231" title="Copyright: HamsterMan - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Tabletten_HamsterMan-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><strong>Medikamente gegen Infektionen</strong><br />Antibiotika sind wirksame Medikamente gegen krankmachende Bakterien. Im eigentlichen Wortsinn (&#8220;anti&#8221; = &#8220;gegen&#8221; und &#8220;bios&#8221; = &#8220;Leben&#8221;) handelt es sich um eine gewisse Übertreibung! <span id="more-2225"></span>Antibiotika sind nicht gegen <em>alles</em> Leben gerichtet, sondern nur gegen das Leben der Bakterien! Krankmachende Viren werden nicht abgetötet; krankmachende Pilze nicht und krankmachende Einzeller auch nicht! Und &#8211; gottlob! &#8211; wir Menschen werden von Antibiotika ebenfalls nicht umgebracht! &#8211; Übrigens: Nicht alle Bakterien machen uns krank! Mit den meisten Bakterien leben wir friedlich zusammen, ohne das wir uns gegenseitig ärgern! Auf allen Körperstellen gibt es eine sogenannte &#8220;Physiologische Standortflora&#8221;. Eine bloße Besiedlung der Haut oder Schleimhaut mit Bakterien (Keimen) ist nicht krankhaft. Erst eine Abwehrreaktion des Körpers führt zur &#8220;Entzündung&#8221;.</p>
<p>Lebewesen, die von Antibiotika getötet werden können, bezeichnet man als &#8220;empfindlich&#8221;. Lebewesen, denen Antibiotika nichts anhaben können, bezeichnet man als &#8220;resistent&#8221; (&#8220;widerstandsfähig&#8221;). Also: Alle Menschen sind resistent gegen Antibiotika! (Mit Zyankali kann man auch Bakterien töten! Als Antibiotikum kommt dieses Gift natürlich nicht in Frage, weil wir Menschen nicht resistent sind gegen Zyankali!)</p>
<p>Es gibt verschiedene Arten von Antibiotika, die sich chemisch mitunter stark unterscheiden. Manche Antibiotika sind chemisch untereinander verwandt, andere wiederum überhaupt nicht! Die Wirkungsweisen der Antibiotika sind vielfältig. Mal wird die Zellmembran der Bakterien angegeriffen, mal der Stoffwechsel, mal die Vermehrung. Übrigens: Die Bakterien müssen nicht immer getötet werden! Ein &#8220;Vermehrungsstop&#8221; ist auch sehr wirksam! Das Abtöten übernimmt dann unser Immunsystem! Antibiotika, die Bakterien töten, wirken &#8220;bakterizid&#8221;. Antibiotika, die die Vermehrung der Bakterien stoppen, nennt man &#8220;bakteriostatisch&#8221;. Bekannte Antibiotikagruppen sind z. B. die &#8220;Penicilline&#8221;, die &#8220;Cephalosporine&#8221;, die &#8220;Makrolidantibiotika&#8221;, die &#8220;Tetrazykline&#8221;, und die &#8220;Chinolone&#8221;. Es gibt noch mehr&#8230;</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Bakterien_psdesign1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2225];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-2232" title="Copyright: psdesign1 - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Bakterien_psdesign1-300x249.jpg" alt="" width="300" height="249" /></a>Je mehr Keime gegen ein Antibiotikum empfindlich sind, desto breiter ist das &#8220;Spektrum&#8221; der Antibiotika! Heutzutage sind die meisten Antibiotika &#8220;Breitspektrum-Antibiotika&#8221;, wirksam gegen viele unterschiedliche Keimsorten. Allerdings: Es gibt kein &#8220;Ganzspektrum-Antibiotikum&#8221;. &#8211; Übrigens: &#8220;Antibiotikum&#8221; ist die Singularform (&#8220;ein Antibiotikum&#8221;) und &#8220;Antibiotika&#8221; ist die Pluralform (&#8220;zwei Antibiotika&#8221;)!</p>
<p>Da die meisten Infekte sogenannte &#8220;Mischinfekte&#8221; &#8211; mit unterschiedlichen Keimarten &#8211; sind, kann es sein, dass kein einziges Antibiotikum gefunden werden kann, das alle Keime abtötet. Dann hilft es nichts: Es müssen zwei oder mehr Antibiotika mit unterschiedlichen Keimspektren eingesetzt werden! Täte man das nicht und würde die Antibiotikumtherapie beenden, obwohl noch Keime weiterleben, dann könnte es zu einem Rückfall (&#8220;Rezidiv&#8221;) kommen, das dann weitaus größere Behandlungsprobleme bereiten könnte! Resistente Keime vermehren sich nämlich &#8211; wie alle Lebewesen! Dabei vererben sie ihre Resistenz &#8220;gegen <em>Antibiotikum</em> <em>A&#8221;</em> an ihre Nachkommen weiter! Beendet man die Therapie, dann bekommt man viele Keime mit der Eigenschaft <em>&#8220;Resistenz gegen &#8216;Antibiotikum A&#8217;&#8221;</em>! Setzt man aber &#8220;<em>Antibiotikum B&#8221;</em> ein und tötet damit die Keime ab, dann können sie auch ihre Resistenz gegen <em>&#8220;Antibiotikum A&#8221;</em> nicht weitervererben! Also: Eine Antibiotikumtherapie ist nicht zu Ende, wenn die letzte Tablette gegessen wurde, sondern wenn der letzte Keim tot ist! Insbesondere müssen Antibiotika auch immer so hoch dosiert werden, dass die Wirkung wirklich eintritt! &#8220;Halbe Beschwerde &#8211; also halbe Dosis&#8221; gilt nicht! Es gilt: &#8220;Alles oder nichts&#8221;!</p>
<p><strong>Antibiotikumresistenz</strong><br />Wie kommt es überhaupt zur Resistenz?</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Antibiotika_dondoc.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2225];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-2233" title="Copyright: dondoc - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Antibiotika_dondoc-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Bakterien haben eine sehr kurze Generationszeit! Manche Bakterien teilen sich alle 20 Minuten. Bei jedem Teilungsvorgang wird das Erbgut kopiert. Manchmal passieren dabei kleine Fehler. Die meisten Kopierfehler führen zum sofortigen Absterben der Bakterien. Manche Kopierfehler sind aber von Vorteil für die Bakterien! Es könnte z. B. sein, dass ein Bakterium nach einem derartigen Kopierfehler &#8211; man nennt das &#8220;Mutation&#8221; &#8211; eine Substanz bauen kann, die Antibiotika zerstört, bevor sie wirken können! Die Penicilline zum Beispiel haben &#8211; chemisch gesehen &#8211; einen sogenannten &#8220;Beta-Lactam-Ring&#8221;. Manche Bakterien können ein Enzym (einen &#8220;Biokatalysator&#8221;) bauen, das den Beta-Lactam-Ring zerschneidet! Dieses Enzym heißt dann &#8220;Betalactamase&#8221; (die Endung -ase bezeichnet Enzyme &#8211; im Prinzip also &#8220;Betalactam -ase&#8221;). Bakterien, die Betalactamase produzieren, sind resistent gegen Penicilline! Nun gibt es Substanzen, mit der man die Betalactamase zerstören kann! Die &#8220;Clavulansäure&#8221; kann das zum Beispiel schaffen. Kombiniert man also Peniclline mit Clavulansäure, dann werden die ehemals resistenten Keime wieder empfindlich!</p>
<p>Von der Resistenz der Keime hängt es also ab, ob Antibiotika wirksam sind oder nicht. Und da man mal von einer empfindlichen, mal von einer resistenten Keimsorte &#8220;befallen&#8221; wird, sind Antibiotika mal wirksam, dann mal wieder nicht! Keine Sorge: Es liegt nicht an Ihnen selbst! Sie haben es nicht in der Hand, ob Sie von einem empfindlichen oder einem resistenten Keim getroffen werden! Und wenn Antibiotika bei einer Erkrankung mal unwirksam sein sollten: Bei der nächsten Erkrankung können sie trotzdem wieder wirksam sein (wenn dann wieder empfindliche Keime angerückt sind&#8230;)!</p>
<p><strong>Evolution im Bereich der Kleinstlebewesen</strong><br />Betrachten wir noch mal die Mutationen. Tödliche Mutationen fallen nicht ins Gewicht! Mutationen aber, die Überlebensvorteile bringen, werden an die Nachkommen weitervererbt und bleiben fortan in der Welt! Bakterien werden also im Laufe vieler Generationen immer resistenter! Das ist nichts anderes als &#8220;Evolution&#8221;! Bei einer Generationsdauer von 20 Minuten kann man die Evolution gewissermaßen im Reagenzglas betrachten! Was Darwin für das Große herausgefunden hat, spielt sich auch im Kleinen ab! Täglich! Vor unseren Augen! Die Keime rüsten auf! Und wir? Wir rüsten auch auf! Hoffentlich gelingt uns das noch lange! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass uns Menschen irgendwann die Waffen ausgehen&#8230; Wenn wir die Resistenzentwicklung bremsen wollen, dann müssen wir den &#8220;Selektionsdruck&#8221; senken! Bakterien, die nicht mit Antibiotika konfrontiert werden, haben keinen Evolutionsvorteil mehr, wenn sie Resistenzen entwickeln.</p>
<p>Das Spannungsfeld, in dem wir uns befinden, ist also definiert einerseits durch die Notwendigkeit, Antibiotika bei schweren Infekten einsetzen zu müssen und andererseits durch die Notwendigkeit, Antibiotika insgesamt möglichst sparsam zu verwenden! Insbesondere sollten wir nicht jede Neuentwicklung von Antibiotika bei jedem &#8220;Feld-, Wald- und Wiesenkeim&#8221; einsetzen, sondern den schweren Spezialfällen vorbehalten! Und weil das alles sehr kompliziert ist, sind Antibiotika verschreibungspflichtig! Das ist nicht in allen Ländern so! In Spanien z. B. sind manche Antibiotika frei verkäuflich. Bei diesen Antibiotika ist dann aber auch die Resistenzlage dementsprechend &#8220;angespannt&#8221;!</p>
<p>Wenn man als Arzt das richtige Antibiotikum auswählen will, dann hat man zwei Möglichkeiten:<br />1. Man nutzt die Erfahrung aus früheren Infekten und bei vielen Patienten: Es gibt für die meisten Infekte sogenannte &#8220;Leitkeime&#8221;. Die Auswahl eines Breitspektrumantibiotikums, das die Leitkeime im Spektrum hat, ist schnell und meistens richtig.<br />2. Sollte man über den ersten Weg nicht weit kommen, dann muss man Abstriche entnehmen, die Keime im Labor bestimmen lassen und die Resistenzlage gegen verschiedene Antibiotika auch. Das dauert aber etwas länger&#8230;</p>
<p><strong>Nebenwirkungen</strong><br />Dummerweise können Antibiotika auch noch Nebenwirkungen haben! (Na ja, hätten sie es nicht, dann müsste man auch an der Wirkung zweifeln! Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!) Zum Beispiel haben wir in unserem Darm eine Menge Bakterien, die uns keineswegs krank machen, sondern die uns bei der Verdauung helfen! Die Antibiotika können &#8211; leider &#8211; nicht unterscheiden, ob die Bakterien &#8220;gut&#8221; oder &#8220;böse&#8221; sind! Manchmal &#8211; wenn die Darmbakterien empfindlich sind &#8211; kommt es zu Verdauungsstörungen (Magenprobleme, Durchfall); manchmal &#8211; wenn die Darmbakterien resistent sind &#8211; kommt es nicht zu Verdauungsstörungen! Und Allergien gibt es auch noch&#8230;</p>
<p>Was bedeutet das alles für Sie als Patientin oder Patient?</p>
<p>1. Verlangen Sie kein Antibiotikum, wenn Ihre Krankheitserreger keine Bakterien sind!<br />2. Wenn Ihre Krankheitserreger Bakterien sind, dann überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, ob Ihre Beschwerden so stark sind, dass Antibiotika eingesetzt werden müssen.<br />3. Kommen Sie zum Ergebnis &#8220;Ja&#8221;, dann nehmen Sie die Antibiotika in der vorgeschriebenen Dosis (keine eigenmächtige Dosisreduktion) und über die gesamte Behandlungsdauer (keine eigenmächtige Verkürzung) ein! Falls eine Antibiotikumtherapie nicht zum gewünschten Erfolg führt, dann sträuben Sie sich nicht gegen den Einsatz eines zweiten oder dritten oder vierten Antibiotikums!<br />4. Unterbrechen Sie nicht eigenmächtig die Antibiotikumtherapie, wenn Nebenwirkungen auftreten. Nehmen Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt! Oft kann man die Nebenwirkung medikamentös lindern.<br />5. Haben Sie keine Angst, gegen Antibiotika resistent zu werden: Sie sind es bereits! Es wäre schlecht für Sie, wenn nicht&#8230;<br />6. Es liegt nicht in Ihrer Entscheidungsgewalt, ob Sie von empfindlichen oder resistenten Keimen getroffen werden. Es liegt aber in Ihrer Entscheidungsgewalt, ob sie resistente Keime an die Umwelt abgeben (und damit andere Patienten gefährden) oder nicht!</p>
<p>Wenn wir uns alle vernünftig verhalten, können wir noch lange Zeit Infektionskrankheiten &#8220;relativ einfach&#8221; bekämpfen. Wenn wir aber leichtfertig Antibiotika einsetzen oder leichtfertig auf Antibiotika verzichten, dann wird die Bekämpfung der Infektionskrankheiten in Zukunft immer schwieriger! Einen ersten Vorgeschmack bekommen wir bei den &#8220;MRSA&#8221;-Infektionen oder bei den &#8220;EHEC&#8221;-Infektionen: Beide Krankheitsarten werden von &#8220;multiresistenten&#8221; Keimen hervorgerufen!</p>
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		<title>Andersdenken: Es ist so liberal!</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 18:11:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Häufig wird man mit der Forderung konfrontiert, man müsse den „Andersdenkenden“ das andere Denken auch zugestehen. Schließlich sei es eine Frage der Gleichberechtigung. Schließlich sei es eine Frage der Lliberalität! Zweifelsohne sind alle Menschen gleichberechtigt! Das ist doch keine Frage!  Aber es gibt verschiedene Qualitäten von „anders denken“! Und es gibt verschiedene Kontexte, in denen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Häufig wird man mit der Forderung konfrontiert, man müsse den „Andersdenkenden“ das andere Denken auch zugestehen. Schließlich sei es eine Frage der Gleichberechtigung. Schließlich sei es eine Frage der Lliberalität!<span id="more-1677"></span></p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Denken_Sander.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1677];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1683" title="Copyright: Sander - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Denken_Sander-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Zweifelsohne sind alle Menschen gleichberechtigt! Das ist doch keine Frage! </p>
<p>Aber es gibt verschiedene Qualitäten von „anders denken“! Und es gibt verschiedene Kontexte, in denen das „Andersdenken“ beworben wird. </p>
<p>Ich möchte einige meiner Gedanken zum „Andersdenken“ darlegen, so wie der Begriff im Bereich der Alternativmedizin verwendet wird.</p>
<p>Was braucht man denn dazu, um anders zu denken? Phantasie natürlich! Aber nicht notwendigerweise auch Verstand!</p>
<p>Es ist so einfach, Unsinn zu erfinden! Es gibt ja keine Grenzen und keine Beschränkungen! Und jeder „Unsinn“ ist anders als „Sinn“. Das bloße „Anderssein“ wird schon als „Wert an sich“ gesehen!</p>
<p>Ich habe nichts gegen anders Denkende, wenn sie wenigstens innerhalb des naturwissenschaftlichen Kontextes bleiben und anerkannte Wahrheiten anerkennen! Ich verfolge mit Interesse z. B. die Streitigkeiten zwischen den Physikern, die die Stringtheorie vertreten und jenen, die die Looptheorie vertreten. Das ist spannend! Das ist okay!</p>
<p>Aber Andersdenkende, die die nachgewiesen positiven Wirkungen der Impfungen ignorieren, die die Chemie ignorieren und der Homöopathie anhängen, die die Evolution ignorieren und dem Kreationismus anhängen &#8211; und zwar nur um des Andersdenkens willen &#8211; sie sind mir ein Graus!</p>
<p>Andersdenken: ja &#8211; solange es um wissenschaftliche Streitkultur geht.<br /> Andersdenken: nein &#8211; solange sie auf absoluter Ahnungslosigkeitberuht.<br /> Andersdenken: höchste Verachtung, wenn sie mit Betrugsabsichten zum eigenen Vorteil verbunden ist!</p>
<p>Im übrigen kann man nicht oft genug betonen: die Naturgesetze lassen eine pluralistische Mitbestimmung nicht zu!</p>
<p>Ob Impfungen wirken (Homöopathie, Anthroposophie, Astrologie &#8211; die Liste ließe sich noch lange fortsetzen), können nicht Mehrheiten entscheiden! Nicht einmal Experten können das entscheiden &#8211; sie können es nur erkennen! </p>
<p>Einen sehr schönen Artikel zu diesem Thema haben <a href="http://www.maxeiner-miersch.de/standp2005-05-25a.htm" target="_blank">Maxeiner und Miersch</a> verfasst. Ich stelle ihn hier mal ein (falls die Originalseite später mal aus dem Netz genommen sein sollte):</p>
<p><em>Zwei plus zwei</em><br /><em>Von Dirk Maxeiner und Michael Miersch</em></p>
<p><em>Wir wollen uns heute einer Frage von allgemeinem Interesse zuwenden: Wie viel ist zwei plus zwei? Nach dem, was wir in der Schule gelernt haben, heißt das Ergebnis: Vier. Nun gibt es bestimmt jemanden, der behauptet: Zwei plus zwei sei fünf. Man sollte meinen, so einer würde als hoffnungsloser Fall in der Versenkung verschwinden. Statt dessen taucht er garantiert in einer Talkshow auf. Nehmen wir mal als Beispiel Norbert Blüm. Der predigt seit Jahrzehnten „Die Rente ist sicher“. Genauso gut könnte er sagen: 2 + 2 = 5. Es ist sein gutes Recht das zu behaupten. Wir haben auch nichts dagegen, dass rechenschwache Minderheiten in Presse, Funk und Fernsehen zu Wort kommen. Jeder darf in diesem Land die Gesetze der Mathematik oder der Schwerkraft in Frage stellen &#8211; wir wünschen einen angenehmen Flug.</em></p>
<p><em>Uns verstört etwas anderes: Ein neuer Typus von Medien-Schaffenden, der sich als besonders offen und unideologisch versteht und den Anschein erweckt, souverän über den Dingen zu stehen. Über die Frage, ob 2 + 2 nun 4 oder 5 ergibt, können diese Zeitgenossen nur müde lächeln. Sie wundern sich lediglich wie erbittert über „Für und Wider“ gestritten wird. Sie mokieren sich über „ideologische Grabenkämpfe“ oder „Auseinandersetzungen von gestern“. Eine eigene Meinung haben sie nicht, keine Überzeugung und auch kein Anliegen.</em></p>
<p><em>Dabei kommen dann beispielsweise Fernsehsendungen mit Titeln heraus wie: „2 + 2 = 4 oder 2 + 2 = 5? Chancen und Risiken zweier Wissenskulturen“. Man sieht den Talkmaster oder die Talkmasterin förmlich vor sich, wie sie mit besorgter Miene die Frage stellt: „Zwei plus zwei gleich vier &#8211; haben wir es hier nicht mit der totalen Unterordnung unter die Gesetze der Mathematik zu tun? Wo bleib der Mensch?“ Egal ob es um die Rente, Wunderheiler oder Gentechnik geht: Das Ziel der Ausgewogenheit und das journalistische Gebot in Streitfällen immer auch die Gegenseite anzuhören, wird zur vollkommen Beliebigkeit weiterentwickelt. Man gibt den neutralen Schiedsrichter zwischen zwei gleichwertigen Mannschaften &#8211; selbst wenn es sich um Bombenleger und Anschlagsopfer handelt. Völlig losgelöst von Fakten, Naturgesetzen oder ethischen Grundsätzen ist plötzlich alles gleich wahr. Es gibt Leute, die halten das allen ernstes für liberal.</em></p>
<p><em>In vielen Medien macht sich damit eine Entwicklung breit, die sie sonst vollmundig der Politik vorwerfen: Kein geistiges Fundament zu haben, von dem aus man erkennbar agiert. Die meisten Politiker wissen durchaus, dass 2 + 2 = 4 ist. Sie halten die Formel allerdings politisch nicht für durchsetzbar. Kalte Mathematik gibt keine Mehrheiten (siehe Blüm). Deshalb haben sie allerhand Alternativen zum Kopfrechnen gefunden. Im Felde der Politik heißt die Talkshow „Dialog mit dem Bürger“ oder neudeutsch auch „Beteiligung der Stakeholder“. Dies stellt in der Regel sicher, dass nicht derjenige obsiegt, der die Fakten auf seiner Seite hat, sondern derjenige, der Mitgefühl mobilisieren und seine Interessen geschickt organisieren kann. Sehr beliebt sind auch staatlich verordnete „Diskurse“ oder das Verfahren der gesellschaftlichen „Mediation“. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die „2 + 2 = 4“-Fraktion großen Respekt vor der „2 + 2 = 5“-Fraktion bekundet und verspricht, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Wehe, wer da nicht mitmacht. Renate Künast beispielsweise feuerte jüngst Beamte, die in Streitfragen darauf bestanden, dass wissenschaftliche Erkenntnisse gewichtiger sind als diffuse Ängste. George Orwell formulierte es einst so: „Freiheit ist die Freiheit zu sagen, das zwei und zwei vier ist. Wenn das gewährt wird, folgt alles weitere.“</em></p>
<p><em>Erschienen in „Die Welt“ vom 25.05.2005</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe auch <a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativmedizin</a> und <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Klartext über Homöopathie</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Fragen aus Foren: Paukenröhrchen, T-Röhrchen, Lasern</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 16:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. Frage:Kurz die Historie meines Sohnes (knapp [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.</p>
<p><span id="more-1698"></span><em><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1698];player=img;"><img class="alignleft  wp-image-1467" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><strong>Frage:</strong></em><strong><em></em><em></em></strong><br /><em></em><em>Kurz die Historie meines Sohnes (knapp 5 J.): Nie Ohrenentzündung, immer Schnupfen, Paukenröhrchen wurden schon gelegt und eine Polypenentfernung durchgeführt. Jetzt liegen wieder ein Paukenerguss  und eine Mittelohrentzündung vor. Es ist jetzt wieder eine Paukenröhrchen-OP geplant.</em></p>
<p><em> Drei Fragen hätte ich noch:</em><br /><em> &#8211; Bei meinem Sohn werden wie beim letzten Mal Goldröhrchen eingesetzt. Wären T-Röhrchen sinnvoller (hat meine Nichte, mit Widerhaken, müssen entfernt werden), da mein Sohn anatomisch superanfällig für Paukenergüsse zu sein scheint?</em><br /><em> &#8211; Ich habe gelesen, dass Lasern eine schonende Alternative zu Röhrchen sein kann. Würden Sie dem zustimmen? Vorteile? Nachteile?</em><br /><em> &#8211; T-Röhrchen: Wie werden T-Röhrchen entfernt (Klinik ambulant oder HNO-Praxis)? Ist das schmerzhaft?</em></p>
<p><em><br /> </em></p>
<p><strong>wovapa:</strong><br />Die Art der <a title="Parazentese und Paukenröhrcheneinlage" href="http://www.hno-vahle.de/parazentese-und-paukenroehrcheneinlage/" target="_blank">Paukenröhrchen</a> (PR) ist zunächst mal nicht so &#8220;wahnsinnig&#8221; ausschlaggebend; Paukenröhrchen werden von mehreren Herstellern auf den Markt gebracht und sie erfüllen alle ihren Zweck: nämlich die Mittelohren zu belüften.</p>
<p>In seltenen Fällen reagieren Patienten mal allergisch auf bestimmte Kunststoffe, dann stoßen sich die Paukenröhrchen, die aus diesen Kunststoffen gefertigt sind, früh ab und man muss dann wieder neue legen. Durch einen Wechsel auf ein anderes Material kann man in solchen seltenen Fällen Vorteile gewinnen.</p>
<div id="attachment_630" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Paukenröhrchen-von-oben.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1698];player=img;"><img class="size-medium wp-image-630" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Paukenröhrchen-von-oben-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a>
<p class="wp-caption-text">Paukenröhrchen vor dem Einsatz. Blick und Aufnahme durch das OP-Mikroskop.</p>
</div>
<p>Die Goldröhrchen sind normalerweise gut verträglich. Ich habe da nie Probleme gesehen. Es sind aber keine ausgesprochenen &#8220;Langzeit-Paukenröhrchen&#8221;. Die Goldröhrchen bleiben so im Durchschnitt 1 bis 3 Jahre liegen. Ich habe aber auch schon Fälle erlebt, da waren die PR nach drei Wochen wieder draußen! Abgestoßen im Rahmen einer akuten Mittelohrentzündung.</p>
<p>Die T-Röhrchen sind aus einem &#8220;butterweichen&#8221; Kunststoff. Die &#8220;Widerhaken&#8221; (dieses Wort im gleichen Atemzug mit &#8220;Trommelfell&#8221; genannt: da läuft es mir kalt den Rücken herunter) sind lediglich kleine &#8220;Flügelchen&#8221; die sich im Mittelohr aufspreizen und an die Innenseite des Trommelfells zu liegen kommen. Die Entfernung ist eigentlich nicht schmerzhaft. Wenn die Kinder sehr ängstlich sind, kann man auch eine oberflächliche Sprayanästhesie durchführen. Eine Narkose ist sicher nur in absoluten Ausnahmefällen erforderlich.</p>
<p>Aber: die T-Röhrchen will man ja eigentlich gar nicht so früh wieder ziehen! Es wäre ja auch irgendwie unsinnig, Langzeitröhrchen zu legen und diese dann schnell wieder zu entfernen. Mein Ziel ist es immer, die Röhrchen bis jenseits des 10. Lebensjahres liegen zu lassen, danach kann man neu entscheiden, ob und wann man die T-Röhrchen entfernen will. &#8220;Langzeit&#8221;-PR sind übrigens auch keine &#8220;Ewigkeits&#8221;-PR! Auch Langzeit-PR werden irgendwann abgestoßen.</p>
<p>Bei der Laser-Parazentese werden überhaupt keine PR eingelegt! Während eine &#8220;normale&#8221;, also mit einem Messer gesetzte, Parazentese (PZ; so heißt der kleine Schnitt in das Trommelfell) innerhalb weniger Tage (meistens innerhalb der ersten Woche) abheilt, bleibt ein mit dem Laser &#8220;geschossenes&#8221; Loch länger offen. Die Wundränder sind bei der Laseranwendung sofort verkautert, so dass der Heilungsvorgang länger dauert (so 2 bis 3 bis 5 Wochen). Danach ist auch die Laser-PZ wieder verheilt und das Trommelfell wieder geschlossen. Schmerzhaft ist beides. Bei Kindern würde ich das immer in Kurznarkose machen (selbst wenn eine Oberflächenanästhesie ausreichen würde: die Kinder &#8220;hampeln&#8221; bei der OP immer herum, drehen den Kopf weg und reklamieren zögerlich, dass sie keine Lust mehr haben. Wenn man nicht in Ruhe &#8220;zielen&#8221; kann, kann man auch nicht gut treffen!).</p>
<p>Also, folgende zeitlichen Reihenfolge kann man aufstellen:</p>
<p>1. Normale Parazentese: sie bleibt wenige Tage offen.<br /> 2. Laser-Parazentese: sie bleibt wenige Wochen offen.<br /> 3. Normales Paukenröhrchen: es bleibt einige Monate bis wenige Jahre liegen.<br /> 4. T-Röhrchen: es bleibt einige Jahre liegen.</p>
<p>Zu welcher Methode man sich entscheidet, hängt also nicht wenig auch vom Alter des Kindes ab, weiß man doch, dass Kinder, die älter als 7 bis 10 Jahre alt sind, nur noch in sehr seltenen Fällen PR benötigen. Und es hängt vom Ohrbefund ab. Ich selbst lege zum Beispiel die T-Röhrchen niemals als erste Röhrchen: ich weiß ja gar nicht, ob das Kind überhaupt Langzeit-PR braucht! Vielleicht ist dem Kind ja mit normalen PR schon gut geholfen!</p>
<p>Ich will auch nicht verschweigen, dass es bei sehr kleinen Kindern mit ihren sehr engen Gehörgängen auch mitunter sehr schwierig ist, PR zu legen &#8211; und die T-Röhrchen benötigen eine noch anspruchsvollere OP-Technik als die normalen PR! T-Röhrchen bei engen Gehörgängen zu legen ist nicht trivial!</p>
<p><strong><em>Frage:</em></strong><br /><em></em></p>
<div id="attachment_629" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Paukenröhrchen.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1698];player=img;"><img class="size-medium wp-image-629" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Paukenröhrchen-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a>
<p class="wp-caption-text">Paukenröhrchen im Größenvergleich. Blick und Aufnahme durch das OP-Mikroskop.</p>
</div>
<p><em>Auch aus Ihrer Zusammenfassung scheinen die Gold-PR die Methode der Wahl für meinen Sohn zu sein (oder wie unser Kinderarzt es so nett forumulierte: &#8220;Das Schlimmste an einer PR-OP sind eigentlich die Eltern&#8230;&#8221;). Hinsichtlich der OP vertraue ich unserem HNO sehr. Würden Sie eher länger medikamentös behandeln (ich weiß, nahezu unmöglich, ohne das Ohr gesehen zu haben: Befund: Mittelohrentzündung mit Erguss?</em></p>
<p><em> Mich macht die Vollnarkose immer unruhig, aber sie ist ja sehr kurz. Gibt es eine Möglichkeit, die Kinder beim Aufwachen etwas zu unterstützen oder muss man da durch (bei der letzten OP mit Polypenentfernung hat mein Sohn, eben sehr desorientiert, laut geweint und war eigentlich nicht zu beruhigen &#8211; das greift einen schon an)?</em></p>
<p><strong>wovapa:</strong><br />Eine medikamentöse Behandlung der immer wieder auftretenden oder langfristig bestehenden Paukenergüsse ist &#8220;irgendwann&#8221; vorbei! Dann ist es einfach nicht mehr sinnvoll, weiterhin Medikamente zu geben und vergeblich auf Besserung zu hoffen, währenddessen das Hörvermögen schlecht bleibt! Paukenergüsse, die länger als 3 Monate bestehen bleiben, werden von mir praktisch ohne Ausnahme einer Operation zugeführt.</p>
<p>Ihre Angst vor der Vollnarkose ist verständlich, aber dennoch im Wesentlichen unnötig. Die Narkosedauer richtet sich immer nach der Operationsdauer &#8211; und die ist nun mal vergleichsweise sehr kurz bei den Paukenröhrcheneinlagen.</p>
<p>Die Kinder (alle Patienten!) &#8220;wachen&#8221; im Narkoseausleitungsraum &#8220;auf&#8221;; da können Sie normalerweise nicht anwesend sein (der Ausleitungsraum gehört zum sterilen OP-Bereich). Ich habe das Wort &#8220;Aufwachen&#8221; absichtlich in Gänsefüßchen gesetzt, weil es für uns Ärzte, speziell für die Anästhesisten, bedeutet, dass die Atmung und die Schutzreflexe wieder einsetzen und vorhanden sind und die Patienten &#8220;ansprechbar&#8221; sind (ansprechen kann man sie immer &#8211; auch während der OP &#8211; nur: nach der Ausleitung reagieren sie auch wieder auf die &#8220;Ansprache&#8221;). Lässt man die Patienten dann aber in Ruhe, schlafen sie sofort wieder ein. Später kann sich auch kaum jemand an diese unmittelbar auf das OP-Ende folgende Ausleitungsphase erinnern (&#8220;Amnesie&#8221;). Da kann es folglich auch keine psychischen Schäden geben.</p>
<div id="attachment_639" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/L1000120.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1698];player=img;"><img class="size-medium wp-image-639" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/L1000120-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>
<p class="wp-caption-text">Wichtig bei jeder Narkose: Die sorgfältige Überwachung der Narkose mit moderner Technik. Hier: Ein Ausschnitt aus dem &quot;Cockpit&quot; des Narkosegerätes.</p>
</div>
<p>Nach der Narkoseausleitung werden die Kinder in den Aufwachraum verlegt. Dort stehen sie unter der fachkundigen Beobachtung durch geschultes Anästhesiepersonal. In unserem Krankenhaus werden die Eltern in den Aufwachraum gebeten, um die Aufwachphase der Kinder zu begleiten. Ich denke, in anderen Krankenhäusern ist das ähnlich.</p>
<p>Dass die Kinder in der Aufwachphase zunächst sehr unruhig sind, ist für die Mütter natürlich ein einschneidendes Erlebnis &#8211; aber gleichwohl harmlos. Es ist eine praktisch kaum zu vermeidende Narkosefolge. Es handelt sich um das so genannte &#8220;Excitationsstadium&#8221;. Dieses Stadium wird bei der Narkoseeinleitung übrigens in umgekehrter Reihenfolge auch regelmäßig durchlaufen &#8211; bloß viel schneller, da die Medikamente in der Einleitung schneller &#8220;anfluten&#8221; als sie später wieder &#8220;abfluten&#8221;. Es hängt damit zusammen, dass das autonome Nervensystem mit &#8220;Sympathikus&#8221; und &#8220;Parasympathicus&#8221; nicht nur einen &#8220;Antreiber&#8221;, sondern auch einen &#8220;Bremser&#8221; besitzt. Bei der Narkoseeinleitung fällt der &#8220;Bremser&#8221; zuerst aus &#8211; die Patienten sind unruhig (&#8220;excitiert&#8221;). Bei der Narkoseausleitung kommt der &#8220;Bremser&#8221; als letzter wieder: auch da ist der &#8220;Antreiber&#8221; also eine Weile allein tätig. In diesem Unruhestadium sind die Patienten aber noch nicht voll wieder orientiert. Sie sind nicht aus böser Absicht unruhig. Und sie können sich später auch an dieses Stadium kaum erinnern. Das Excitationsstadium kann man im Aufwachraum medikamentös allerdings recht gut abfedern.</p>
<p>Also seien Sie stoisch und sitzen Sie das Excitationsstadium einfach aus&#8230;</p>
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		<title>Zwischenschritte</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 07:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>

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		<description><![CDATA[Da war es gerade wieder passiert! In der Mittagspause! Ein Pharmaberater wundert sich, dass ich Homöopathie für Nonsens halte! Es gebe doch Heilungen! Ich frage ihn: „Sie persönlich sind durch Homöopathie geheilt worden??“ – „Nee, nicht ich, ein Bekannter hat mir darüber berichtet.“ Wieder einmal knapp daneben. Wieder einmal habe ich nicht den „Geheilten“ selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da war es gerade wieder passiert! In der Mittagspause! Ein Pharmaberater wundert sich, dass ich Homöopathie für Nonsens halte! Es gebe doch Heilungen!</p>
<p>Ich frage ihn: „Sie persönlich sind durch Homöopathie geheilt worden??“ – „Nee, nicht ich, ein Bekannter hat mir darüber berichtet.“</p>
<p>Wieder einmal knapp daneben. Wieder einmal habe ich nicht den „Geheilten“ selbst sprechen können, sondern nur einen Mittelsmann.</p>
<p>Prof. Walter Kremer (Professor für Statistik, Dortmund) hat in seinem Buch „<a href="http://www.amazon.de/Denkste-Trugschl%C3%BCsse-Welt-Zahlen-Zufalls/dp/3492264603/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1325886590&amp;sr=8-1" target="_blank">Denkste. Trugschlüsse aus der Welt der Zahlen und des Zufalls</a>“ ein nettes Beispiel gebracht. Er fragt gerne mal Leute, über wie viele Bekannte als Zwischenglieder man wohl beim Papst oder beim Dalai Lama ankomme. Die meisten Zeitgenossen schätzen diese Zahl viel zu hoch ein!</p>
<p>Es sind durchschnittlich 4 bis 5! Um beim Papst zu bleiben: Sie kennen sicherlich Ihren Gemeindepastor. Der kennt seinen Bischof und dieser dann schon den Papst. Bis zum Dalai Lama ist es dann nur noch „einen“ weiter: der Papst kennt nämlich den Dalai Lama! Und wenn Sie Ihren Gemeindepastor nicht persönlich kennen: Sie kennen bestimmt jemanden, der Ihren Gemeindepastor kennt.</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Zwischenschritte.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1930];player=img;"><img class="alignleft  wp-image-1953" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Zwischenschritte-1024x125.jpg" alt="" width="677" height="82" /></a></p>
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<p>Wie kann das passieren, dass man nur so wenige Zwischenschritte braucht?</p>
<p>Nun – jeder von uns kennt sicherlich (mehr oder weniger gut) etwa hundert Leute: Verwandschaft, Freunde, Arbeitskollegen, Sportkameraden, Klassenkameraden von früher, Klassenkameraden der Kinder und deren Eltern, Lehrer, Pastor, Gemeinde, die Verkäuferin in der Boutique, Postboten, Ärzte etc. Jeder von denen kennt aber auch etwa 100 Leute: über nur einen Zwischenschritt erreichen Sie also bereits 10.000 Menschen! Über zwei Zwischenbekannte sind Sie bereits bei 1 Million und über drei Zwischenbekannte bei 100 Millionen Menschen (na, ja &#8211; etwas weniger, denn manche Bekannte werden mehrfach gezählt), die Sie „indirekt“ erreichen können – also praktisch alle Einwohner Deutschlands!</p>
<p>Und wenn es nur einen einzigen Menschen in Deutschland gäbe, der von seiner homöopathischen Heilung tief überzeugt ist – dann haben wir alle schon von diesem Menschen gehört! „Ich kenne einen (1. Schritt) und dessen Bekannter (2. Schritt) habe ihm von einem Geheilten (3. Schritt) erzählt“! Über drei Zwischenschritte wird jede „Heilungsgeschichte“ mündlich jedem Menschen in Deutschland nahegebracht! Und solche „Heilungsgeschichten“ – das sind schon echte Sensationen! Das sind echte Schlagzeilen! Das sind gute und interessante Nachrichten!</p>
<p>Drei Zwischenschritte! – Kennen Sie das Spiel „Stille Post“?</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_weltumspannend_beermedia.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1930];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1969" title="Copyright: beermedia - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_weltumspannend_beermedia-286x300.jpg" alt="" width="286" height="300" /></a>Drei Zwischenschritte! Da kann es leicht passieren, dass aus einem Erkältungshusten, den ein Arzt mit einem (falsch indizierten und deshalb unwirksamen!) Antibiotikum nicht wegbekommen hat – wohl aber der Homöopath (weil er nach dem Arzt „dran“ war und letztlich die Spontanheilung gar nicht mehr verhindern konnte!) ganz schnell ein „inoperables Bronchialkarzinom“ wird, das – von der ach so unvermögenden „Schulmedizin“ „aufgegeben“ – von einem Homöopathen schließlich „geheilt“ worden ist!</p>
<p>Anekdoten! Nicht mehr und nicht weniger!</p>
<p>Und was ist mit den Erfolgen der wissenschaftlichen Medizin? Wann haben Sie das letzte Mal davon gehört, dass eine schwere Lungenentzündung mit einem Antibiotikum erfolgreich behandelt worden ist? – Sehen Sie? Es passiert sicherlich tausende Male jährlich in Deutschland! Schlagzeile? Wieso – ist doch uninteressant!</p>
<p>Wann lesen Sie jemals in der Zeitung, dass wieder einmal eine akute „Blinddarmentzündung“ erfolgreich operiert wurde? Es passiert täglich in jedem chirurgischen OP-Saal der Republik – in manchen sogar mehrfach täglich! Schlagzeile? Fehlanzeige! Uninteressant!</p>
<p>Drei Zwischenschritte – und aus jedem netten Zufall kann eine „Schlagzeile“ werden, die jeden Menschen der Republik mündlich erreicht! Allein die Gabe eines Homöopathikums kann schon diese Kettenreaktion auslösen!</p>
<p>Ich selbst warte schon seit Jahren auf einen Menschen, der persönlich – ohne Zwischenbekannte! – allein durch Homöopathie „geheilt“ wurde und der mir Gelegenheit gibt, mal nachzuprüfen, was da wirklich passiert ist! Aber ich werde wohl alt und grau darüber werden!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe auch <a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativmedizin</a> und <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Klartext über Homöopathie</a>.</p>
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		<title>Schwindelgefühl &#8211; schön, wenn es Geld kostet!</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 21:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichgewichtssinn]]></category>
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		<category><![CDATA[Schwindel]]></category>
		<category><![CDATA[Schwindelgefühl]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwindel kann ein interessantes Gefühl sein! Was wäre ein Wiener Walzer ohne ein schwindeliges Gefühl? Was wäre die Karusselfahrt ohne ein schwindeliges Gefühl? &#160; Nichts! Wir lieben es, wenn es mal &#8220;rund geht&#8221;! Aber wir lieben es auch, wenn es wieder aufhört! Jeder Tanz sollte mal aufhören! Jedes Karussel muss mal wieder stillstehen! Wehe, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Karussel_srphotos.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2171];player=img;"><img class="size-medium wp-image-2172 alignleft" title="Copyright: srphoto - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Karussel_srphotos-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Schwindel kann ein interessantes Gefühl sein! Was wäre ein Wiener Walzer ohne ein schwindeliges Gefühl? Was wäre die Karusselfahrt ohne ein schwindeliges Gefühl?<span id="more-2171"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr style="width: 2px;" width="2" />
<p>Nichts! Wir lieben es, wenn es mal &#8220;rund geht&#8221;!</p>
<p>Aber wir lieben es auch, wenn es wieder aufhört! Jeder Tanz sollte mal aufhören! Jedes Karussel muss mal wieder stillstehen! Wehe, wenn nicht!</p>
<p>Es gibt so etwas! Es gibt Menschen, für die der Tanz immer weiter geht! Eine schreckliche Vorstellung? Es ist die Hölle!</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Karussel_cmon.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2171];player=img;"><img class="size-medium wp-image-2173 alignleft" title="Copyright: cmon - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Karussel_cmon-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Was ist Schwindel? Wie entsteht er? Was passiert in unserem Kopf, wenn wir schwindelig sind? Warum ist der HNO-Arzt zuständig? Kann man den Schwindel wieder verscheuchen? Und wie macht man das?</p>
<p>Fragen über Fragen! Ein paar <a title="Schwindelgefühl – Ein Fall für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde?" href="http://www.hno-vahle.de/schwindelgefuehl-ein-fall-fuer-die-hals-nasen-ohrenheilkunde/" target="_blank">Erklärungen</a> und <a title="Gleichgewichtsuntersuchung" href="http://www.hno-vahle.de/gleichgewichtsuntersuchung/" target="_blank">Antworten</a> finden Sie in unserer <a title="Infothek" href="http://www.hno-vahle.de/infothek/" target="_blank">Infothek</a>!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gibt es das auch in grün?</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 22:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine beliebte Frage! Na ja, &#8220;grün&#8221; muss es ja nicht gerade sein, aber eben vielleicht &#8220;anders&#8221;? Die eigentliche Frage lautet: Gibt es Alternativen? Alternativen gibt es eigentlich immer. Man kann mit dem Auto in Urlaub fahren. Oder mit der Bahn. Mit Flugzeug oder Schiff. Bei gleichem Urlaubsort unterscheiden sich die Alternativen in der Reisedauer, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine beliebte Frage! Na ja, &#8220;grün&#8221; muss es ja nicht gerade sein, aber eben vielleicht &#8220;anders&#8221;? Die eigentliche Frage lautet: Gibt es Alternativen?<span id="more-1373"></span><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_grün_Uladzimir-Bakunovich.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1373];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1392" title="Copyright: Uladzimir Bakunovich - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_grün_Uladzimir-Bakunovich-298x300.jpg" alt="" width="298" height="300" /></a></p>
<p>Alternativen gibt es eigentlich immer. Man kann mit dem Auto in Urlaub fahren. Oder mit der Bahn. Mit Flugzeug oder Schiff. Bei gleichem Urlaubsort unterscheiden sich die Alternativen in der Reisedauer, den Kosten, dem Komfort und den Spaß beim Reisen. Man muss abwägen und dann entscheiden.</p>
<p>Alternativen gibt es eigentlich nicht immer! Angesichts des Klimawandels und des Kohlendioxidproblems hätte ich gerne ein Auto, dass mit Wasser fährt, anstatt mit Sprit! Warum bietet mir niemand diese Alternative? Das grenzt nachgerade an Unverschämtheit! Auch mein Fernseher soll keinen elektrischen Stecker mehr haben, sondern einen Gardena-Anschluss! Ist das etwa zu viel verlangt?</p>
<p>Wenn Sie jetzt lachen, finde ich das gut! Das hatte ich erhofft!</p>
<p>Gestatten Sie mir, dass auch ich lache, wenn mir jemand sagt: &#8220;Ich möchte kein Antibiotikum von Ihnen. Ich möchte Kügelchen!&#8221;</p>
<p>So wie Wasser das Benzin nicht ersetzt, so können Globuli (lat. &#8220;Globus&#8221; ist die Kugel &#8211; auch die Erdkugel, &#8220;Globulus&#8221; ist die Verkleinerungsform und &#8220;Globuli&#8221; die Pluralform der Verkleinerungsform &#8220;Kügelchen&#8221;) die &#8220;richtige&#8221; Medizin nicht ersetzen! <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Homöopathie</a> und ihre Untergruppen &#8220;Komplexhomöopathie&#8221;, &#8220;Impulshomöopathie&#8221;, &#8220;Neue Homöopathie&#8221;, &#8220;Anthroposophie&#8221;, &#8220;Bachblüten&#8221;, &#8220;Schüssler-Salze&#8221; etc. pp. sind keine Alternativen zur wissenschaftlichen Hochschulmedizin! Sie können es nicht sein, weil ihre Ansprüche in der realen Welt nicht realisierbar sind! Es tut mir Leid &#8211; aber die Natur verhandelt nicht über ihre Gesetze! Wir Menschen können Naturgesetze nicht machen und nicht ändern. Wir können sie entdecken. Wir haben entdeckt, dass Wasser kein Energielieferant für Autos ist. Deshalb nehmen wir Sprit. Ändern können wir das nicht. Wir haben auch entdeckt, dass man Informationen nicht in Wasser speichern kann, sondern in Festplatten (Sticks, CDs, DVDs o. ä.) oder &#8211; das Leben bedient sich dieser Methode &#8211; in DNA. Ändern können wir das nicht. Wenn man Informationen in Wasser speichern könnte: Ob die Evolution dann wohl die DNA hervorgebracht hätte?</p>
<p>Oh, es gibt natürlich Alternativen <em>innerhalb</em> der wissenschaftlichen Hochschulmedizin! Vor 40 Jahren hat man große Unsicherheiten hinnehmen müssen bei den Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen. Inzwischen gibt es viel bessere Alternativen: Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) sind große Fortschritte. Aber eigentlich sind es keine Alternativen mehr, denn sie haben die alten und unsicheren Verfahren ersetzt! Vor 20 Jahren musste man bei einem Magengeschwür eine OP durchführen. Heute gibt man hochwirksame Medikamente. Aber auch die Medikamente sind heute keine Alternative mehr. Sie sind zum Standardverfahren geworden!</p>
<p>Die wissenschaftliche Hochschulmedizin ist offen für jedwede Verbesserung! Wenn Verfahren entwickelt werden und diese Verfahren ihre Überlegenheit beweisen, dann werden sie angewendet! Wir Mediziner warten aber nicht nur darauf, bis uns solche tollen Möglichkeiten in den Schoß fallen! Nein, wir suchen gezielt danach. Verbesserungen in Diagnostik und Therapie: Das ist aufwändige Forschung! Da sind alle naturwissenschaftlichen Disziplinen beteiligt: Physik, Chemie und Biologie und die angewandten Fächer Physiologie und Biochemie und noch mehr&#8230; Die Mathematik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Alle bildgebenden Verfahren sind auf die Mathematik angewiesen. Aber auch so scheinbar einfache Dinge wie &#8220;Beobachtungen&#8221; kommen ohne Mathematik nicht aus: Die Frage, &#8220;Was ist Zufall? Was ist Wirkung?&#8221; ist ohne höhere Statistik fast nie zu beantworten.</p>
<p>Die gute Nachricht: Die Forschung in der Medizin wird fortgesetzt. Die schlechte Nachricht: Wir werden vermutlich niemals alle Krankheiten heilen können! Wir sind nicht unsterblich. Es gibt Schicksalsschläge.</p>
<p>Jeder von uns wünscht sich, dass schlimme Schicksale nicht eintreten. Und wenn sie eintreten, dass man gut und schnell wieder herauskommt. Der Wunsch ist verständlich!</p>
<p>Aber der Wunsch ist nicht wirksam! Ein Wunsch nach Hilfe schafft keine Hilfe! Ein Wunsch nach einer Behandlungsmöglichkeit schafft keine Behandlungsmöglichkeit! Auch nicht, wenn Ihnen jemand genau dieses verspricht und dafür kassiert! Die angebotenen &#8220;Alternativen Behandlungen&#8221; sind keine Alternativen! Könnten sie ihre Wirkungen belegen, gehörten sie längst zum Fundus der anerkannten hochschulmedizinischen Verfahren. Wer sich für &#8220;Alternative Verfahren&#8221; entscheidet, der entscheidet sich für eine Zufalls-Therapie (das ist gleichbedeutend mit Nicht-Therapie) und gegen ein Verfahren mit hohen &#8211; wenn auch leider nicht hundertprozentigen &#8211; Erfolgsquoten.</p>
<p>Prof. Edzard Ernst, in Deutschland geborener britischer Medizinprofessor, hat jahrelang als homöopathisch tätiger Arzt gearbeitet. Dann ist er an der Universität Exeter (England) zum Leiter des Institutes für &#8220;Komplementäre Medizin&#8221; ernannt worden. Und hat geforscht. Er wollte nachweisen, dass Homöopathika Wirkungen haben. Es ist ihm nicht gelungen! Seine Ergebnisse: Homöopathika haben keinerlei Wirkungen! Seine Ergebnisse sind in England &#8211; namentlich bei dem eingefleischten Homöopathie-Freak und Thronfolger Prinz Charles &#8211; auf massive Ablehnung gestoßen! Prinz Charles hat dem Rektor der Universität Exeter aufgetragen, Prof. Ernst abzusetzen. Zu einer Entlassung ist es zwar nicht gekommen, aber Prof. Ernst darf an der Universität Exeter nicht mehr viel sagen, was der Preis dafür war, dass zumindest das Institut nicht geschlossen wurde! Prinz Charles ist in England ein mächtiger Mann! Er mag Macht haben über Anstellungsverträge! Aber er kann trotz aller Macht Homöopathika nicht wirksam machen! Könnte er es, hätte er nicht zum Mobbing greifen müssen&#8230;</p>
<p>Was ist &#8220;human&#8221;? Bei schlimmen Erkrankungen die erwiesenermaßen bestmöglichen Behandlungen anzubieten? Oder ungeprüfte &#8211; billige! &#8211; alternative Verfahren, die nicht mehr können, als Spontanheilungen zulassen, teuer zu verkaufen?</p>
<p>Und was bitteschön, soll gut daran sein, wenn man wirksame Verfahren mit unwirksamen kombiniert? Also verwässert? Sollen wirksame Verfahren höhere Wirkungen entfalten, wenn sie mit unwirksamen kombiniert werden? Was soll das Gerede von &#8220;komplementärer Medizin&#8221;? Das Gerede vom &#8220;sowohl &#8211; als auch&#8221;?</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_richtig-falsch_ArTo.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1373];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1393" title="Copyright: ArTo - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_richtig-falsch_ArTo-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Was also ist so schlecht an der Humanmedizin, dass Sie &#8220;<a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativen</a>&#8221; wollen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe auch <a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativmedizin</a> und <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Klartext über Homöopathie</a>.</p>
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		<title>Fragen aus Foren: Chronische Mandelentzündung</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 21:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. &#160; Frage (von einem Medizinstudenten): Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-1485"></span><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1485];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Logo FAQ" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><em></em></p>
<p><strong><em>Frage (von einem Medizinstudenten):</em></strong></p>
<p><em>Sie scheinen ein sehr fähiger HNO Arzt zu sein, deshalb mal einige Fragen, die mich beschäftigen und auf die ich keine eindeutige Antwort weiß.</em></p>
<p><em>Eine chronische Tonsillitis spricht nur sehr schlecht auf antibiotische Therapie an. Auch wenn wir mit modernen Chinolonen therapieren, ist der Effekt oftmals sehr verhalten. So müssten sich mit Moxifloxacin nahezu alle möglichen Keime einer solchen Infektion erfassen lassen, insbesondere werden auch anaerobe Keime zuverlässig erfasst. Trotzdem lässt sich eine chronische Tonsillitis damit allenfalls nur kurz aufhalten, oftmals ist die Detritusproduktion in den Krypten (damit meine ich keine Speisereste) unverändert hoch&#8230;</em></p>
<p><em>Meine Überlegung:</em></p>
<p><em>Die Bakterien vermehren sich im Detritus in den Tonsillenkrypten und sind der Antibiose so nicht ausreichend zugänglich.</em></p>
<p><em>Würde mich freuen, wenn Sie Ihre Überlegungen hierzu mitteilen könnten. Gibt es Antibiotika, mit denen Sie auch bei chronischen Infekten gute Erfolge erzielt haben? Welche Bakterien spielen erfahrungsgemäß &#8211; außer den A-Streptokokken &#8211; eine große Rolle bei genanntem Infektionsgeschehen (damit meine ich jetzt nicht die Prozentangaben aus Lehrbüchern, sondern ihre Erfahrungswerte&#8230;)</em></p>
<p><em></em><strong>wovapa:</strong><br />Ja, es stimmt: die chronische Tonsillitis ist antibiotisch de facto nicht zur Ausheilung zu bringen. Antibiotika sind sehr wirksam bei der akuten Tonsillitis, wozu letztendlich auch eine akute Verschlechterung (Exazerbation) einer chronischen Tonsillitis gehört.</p>
<p>Bei der akuten Tonsillitis spielen die Streptokokken immer noch die Hauptrolle &#8211; und bis heute sind noch keinerlei Resistenzentwicklungen gegenüber dem „einfachen“ Schmalspektrum-Penicillin (Penicillin V) beobachtet worden.</p>
<p>Sollte das „normale“ Penicillin V ausnahmsweise nicht den gewünschten Erfolg bringen (weil z. B. eine „Mischinfektion“ mit mehreren Keimsorten vorliegt), dann kann man umsteigen auf Amoxicillin (Breitspektrum-Penicillin) oder &#8211; z. B. bei einer Penicillinallergie &#8211; auf Makrolidantibiotika oder Cephalosporine. Sehr wertvoll ist auch das Clindamycin (es gehört zu den Makroliden): Es hat ein breites Spektrum und eine große Gewebegängigkeit; außerdem wirkt es auch gegen Anaerobier (also Fäulniserreger). Unter Clindamycin kann man meistens auf „Clont“<strong><sup>®</sup></strong>  verzichten. Wenn ich einen beginnenden Abszess (Peritonsillarabszess) sehe, behandle ich hochdosiert mit Clindamycin (2 oder 3 mal tgl. 600 mg) und gegen die Schmerzen Diclofenac oder Ibuprofen. Ich bestelle mir die Patienten täglich wieder ein, um einen reifen Peritonsillarabszess nicht zu übersehen (da es im „Spatium parapharyngium“ des Halses – Namen sind hier nicht so wichtig – keine queren Barrieren gibt, können Peritonsillarabszesse in das Mediastinum, also zwischen die beiden Lungenflügel, abrutschen. Eine „Mediastinitis“ verläuft in etwa der Hälfte der Fälle tödlich!). Meistens sehe ich aber bereits am nächsten Tag einen dramatischen Rückgang der Schwellung und der Rötung.</p>
<p>Abstriche von den Tonsillen nehme ich selten, da die Erreger- und Resistenzbestimmung Zeit braucht und die meisten Erreger auf die meisten Breitspektrumantibiotika ansprechen. Letztendlich sind Abstrichergebnisse immer mit etwas Vorsicht zu „händeln“: es gibt ja auch eine „physiologische Standortflora“. Irgendwelche Keime findet man also immer. Wenn die Patienten aber klinisch keine Entzündungszeichen bieten, dann werden sie möglicherweise durch das Abstrichergebnis verunsichert und wollen vielleicht eine unnötige (und dann auch unwirksame) Antibiotikumtherapie. (Wenn keine Entzündung vorliegt, dann kann unter Antibiotika auch keine Entzündung weggehen.) Nimmt man aber doch mal Abstriche, dann findet man neben den Streptokokken auch noch z. B. Hämophilus oder auch mal Anaerobier sowie Pilze (Candida).</p>
<p>In den tiefen Gängen der Mandeln (Krypten) sammeln sich natürlich geringen Mengen Speisereste an; diese sind bakteriell besiedelt. Von Seiten der Mandeln kommen noch Leuko- und Lymphozyten hinzu sowie abgeschilferte Epithelzellen. In diesen mit „Detritus“ angefüllten Krypten findet der Immunkontakt zwischen Körper und Außenwelt statt. Es gibt Autoren, die nennen die Mandeln deshalb „physiologische Wunden“. Regelmäßig werden die Krypten entleert, so dass sich neue Speisereste mit neuen Bakterien hereindrücken können und neue weiße Blutkörperchen die neuen Bakterien „kennenlernen“ können. Detritus allein, ohne weiter Beschwerden (Schmerzen, Krankheitsgefühl, Fieber) ist also keine Entzündung, sondern physiologisch und deshalb keine Operationsindikation (es gibt eventuell eine „soziale“ Indikation: wenn ich wegen des schlechten Mundgeruches keine sozialen Kontakte knüpfen kann, keinen Partner finde oder mein Partner mich zu verlassen droht, dann würde ich mir die Mandeln entfernen lassen, selbst, wenn sie gesund sind.</p>
<p>Bei einer chronischen Mandelentzündung aber sitzen die Bakterien so „tief“ im Gewebe der Tonsillen (in den Lymphfollikeln), dass man die Unwirksamkeit der antibiotischen Therapie einfach emotionslos feststellen muss! Und dann hilft nur noch eins: die operative Entfernung der Mandeln. Unterstellt man mal, dass die Amerikaner „irgendwie schon weiter sind als wir“, so muss man aber doch auch feststellen, dass selbst sie noch Mandeloperationen durchführen &#8211; also auch nicht im Besitz operationsvermeidender Medikamente sind.</p>
<p>Die chronische Tonsillitis führt zu häufigen Schüben akuter Entzündungen. Die in den Mandeln „wohnenden“ Bakterien können dann erstens auf der Schleimhautoberfläche auf- und absteigen, d. h. irgendwo in den Atemwegen zwischen Nasenspitze und letztem Lungenbläschen eine Entzündung verursachen; zweitens können sie über das Lymphgefäßsystem verschleppt werden und drittens auch über das Blutgefäßsystem. Letzteres ist besonders unangenehm, da dann überall im Körper Folgeentzündungen (Fokalgeschehen, Herdgeschehen) auftreten können: vom akuten rheumatischen Fieber über eine Regenbogenhautentzündung im Auge bis hin zur Glomerulonephritis (eine schwere Nierenentzündung) oder Myocarditis (Herzmuskelentzündung). Bei bevorstehender Nierentransplantation wird vom Transplantationszentrum immer ein „Tonsillenstatus“ verlangt und oftmals eine vorgeschaltete Mandeloperation zur Bedingung gemacht!</p>
<p>Eine chronische Mandelentzündung ist klinisch nicht sicher zu erkennen, d. h. es gibt kein „pathognomonisches“ Symptom („pathognomonisch“ nennt man Symptome, die nur bei einer einzigen Krankheit vorkommen und deshalb nicht mehrdeutig (wie z. B. Fieber), sondern eindeutig sind und sofort zur Diagnose führen). Auch der „Antistreptolysin-Titer“ (ASL oder AST – ein Laborwert, der bei Streptokokken-Infektionen ansteigt) beweist die chronische Mandelentzündung nicht! Das schwierigste ist deshalb die Diagnosestellung. Sie ergibt sich lediglich aus der Krankengeschichte (Anamnese): Bei häufigen Atemwegsinfekten muss man irgendwann unterstellen, dass diese „Infektserie“ Folge einer chronischen Mandelentzündung ist. Am Anfang einer Serie ist es jedoch unmöglich zu sagen, ob die ersten 3, 4 oder 5 akuten Infekte bereits zur Serie gehören oder ob es sich um unabhängige Einzelereignisse handelt. Vor einer OP muss man also erst mal ein wenig den Verlauf beobachten (was Zeit kostet); dabei darf man aber nicht mit Scheuklappen isoliert auf die akuten Mandelentzündungen schielen, sondern man muss schon alle Atemwegsinfekte im Blick haben! &#8211; Da sowieso etwa ein bis zwei „Grippewellen“ (nicht die echte Influenza-Grippe, sondern die „grippalen Infekte“, die „Erkältungen“) im Jahr auftreten, sehe ich in ein bis zwei jährlichen Atemwegsinfekten &#8211; auch wenn sie bakteriell sind! &#8211; ebenfalls noch keine OP-Indikation. Nach einer Mandel-OP muss man eben immer noch mit ein bis zwei Atemwegsinfekten im Jahr rechnen. Ich erkläre das meinen Patienten immer so: wenn man bei jeder „Grippewelle“ mitmacht, ist das immer ärgerlich, aber nie besorgniserregend. Besorgniserregend wird es dann, wenn alle Leute um mich herum gesund sind und ich trotzdem an einem Atemwegsinfekt erkranke &#8211; und das noch mehrfach und evtl. sogar regelmäßig! Dann sind die Mandeln „fällig“. Dann kann man auch mit Antibiotika nicht helfen, weil diese immer nur den laufenden Infekt beenden, aber niemals einen zukünftigen Infekt verhindern können! (Die einzige Möglichkeit, zukünftige Infekte fast sicher zu verhindern, sind Impfungen! Aber gegen eine chronische Mandelentzündung gibt es noch keine Impfung.)</p>
<p>Ich habe mal gehört, dass der Anteil der Mandeln am Immunsystem weniger als 1 % ausmachen solle. Es ist sicher eine Schätzung. Wie der genaue Wert ist, weiß ich nicht &#8211; und wie man das gemessen hat, weiß ich auch nicht! Aber der Wert ist sicher so, dass man um die OP-Indikationsstellung nicht jahrelang ringen muss. Bei vorliegendem Verdacht auf ein Fokalgeschehen (vielleicht sogar mit drohenden schweren Komplikationen) stelle ich die OP-Indikation sehr großzügig, selbst wenn ich nicht sicher bin, ob die Mandeln „wirklich“ chronisch krank sind: es ist in diesen Fällen viel schlimmer, kranke Mandeln nicht zu operieren als gesunde zu entfernen (Grundsatz: lieber falsch positiv als falsch negativ! Die Annahme des „worst case“ ist für die Sicherheit der Patienten die beste Strategie!)</p>
<p>Neben den HNO-ärztlichen Operationsgründen, gibt es noch kieferchirurgische Gründe, die Mandeln zu entfernen! Bei sehr großen Mandeln drücken diese die Zunge nach vorn und die Zunge dann die Zähne. Bei bestimmten Kieferverformungen fordern die Kieferorthopäden oftmals eine Mandel-OP, bevor sie anfangen, eine Klammer zu legen. Dann werden auch „gesunde“ Mandeln entfernt! (Kieferorthopäden lassen auch gesunde Zähne ziehen, wenn sie im Wege stehen!)</p>
<p>Ich glaube, das war&#8217;s&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Synchronizität</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 20:48:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal passieren sonderbare Dinge!   Vor einigen Jahren hatten wir ein schweres Gewitter in unserer Gegend. Kurzzeitig flackerten alle Lampen in der Praxis. Zwei Rechner haben sich aus dem Netzwerk so gekonnt ausgeklinkt, dass nur der PC-Pannendienst helfen konnte.   Seit diesem Gewitter meldete ein Messplatz-Rechner nach dem Hochfahren: die Datei „vsdata95.vxd“ konnte nicht gefunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<div>Manchmal passieren sonderbare Dinge!</div>
<div> </div>
<div>Vor einigen Jahren hatten wir ein schweres Gewitter in unserer Gegend. Kurzzeitig flackerten alle Lampen in der Praxis. Zwei Rechner <span id="more-1505"></span>haben sich aus dem Netzwerk so gekonnt ausgeklinkt, dass nur der PC-Pannendienst helfen konnte.</div>
<div> </div>
<div><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Synchronuhren.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1505];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1648" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Synchronuhren-300x173.jpg" alt="" width="300" height="173" /></a>Seit diesem Gewitter meldete ein Messplatz-Rechner nach dem Hochfahren: die Datei „vsdata95.vxd“ konnte nicht gefunden werden. – Nun ja, der Rechner lief und eine Fehlfunktion fiel mir nicht auf.</div>
<div> </div>
<div>Zwei Tage später sollte nach dem Gewitter die erste Messung (Gleichgewichtsuntersuchung mit sog. „Videookulographie“ – ein Verfahren, bei dem schwindeltypische Augenzitterbewegungen [Nystagmen] mit einer Videokamera aufgezeichnet werden) durchgeführt werden. Es funktionierte nicht. Meine Damen sagten mir gleich: „Das liegt vermutlich am Gewitter!“</div>
<div> </div>
<div>Es kam mir eine Idee: die Fehlermeldung! Das „vs“ im Namen könnte doch für „Video-System“ stehen? Ein Anruf bei der Softwarefirma bestätigte, dass diese Datei tatsächlich für die Videokamera notwendig sei! Ich solle sie mir irgendwoher besorgen. – Nun gut, bei vier weiteren Rechnern mit demselben Betriebssystem (damals noch Windows 95 &#8211; so lange ist das schon her) im Netzverbund war das nicht schwer. Nachdem die Datei wieder auf dem Messrechner installiert war, fuhr er ohne Fehlermeldung hoch.</div>
<div> </div>
<div>Nur – die Videobrille funktionierte immer noch nicht! Nach einigem Hin und Her und Telefonaten mit der Herstellerfirma haben wir herausgefunden: An der Videobrille war ein Kabel gebrochen!</p>
</div>
<div>Zwei Fehler zur gleichen Zeit! Der Kabelbruch kann unmöglich am Gewitter liegen – zu dem Zeitpunkt lag die Brille friedlich in der Schublade! Beide Fehler reichen einzeln bereits aus, das System „auszuschalten“! Warum beide gleichzeitig? Warum jetzt? Warum bei mir??</div>
<div> </div>
</div>
<div>Carl Gustav Jung nennt das Phänomen „Synchronizität“. Er hat mit dem Physiker Wolfgang Pauli darüber geforscht (das ist der mit dem „Pauli-Prinzip“). Er hat auch ein Buch darüber geschrieben: „<a href="http://www.amazon.de/Taschenbuchausgabe-B%C3%A4nden-Synchronizit%C3%A4t-Akausalit%C3%A4t-Okkultismus/dp/3423351748/ref=sr_1_2?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1325886861&amp;sr=1-2" target="_blank">Synchronizität, Akausalität und Okkultismus</a>“. Synchronizität liegt zwischen zwei Ereignissen vor, die gleichzeitig auftreten, nicht ursächlich (kausal) miteinander verknüpft, wohl aber sinnverwandt sind.</div>
<div> </div>
<div>Was sagt die Statistik dazu? Es ist doch wohl absolut unwahrscheinlich, dass nach einem Gewitter eine wichtige Datei fehlt und gleichzeitig ein Kabel bricht! Da müssen doch okkulte Kräfte am Werk sein! Oder etwa nicht?</div>
<div> </div>
<div>Nun – dass auf Computern Dateien fehlen, ist gar nicht mal so selten! Wer hat noch keine Probleme mit irgendwelchen fehlenden Dateien gehabt? Computerprobleme, Dateiprobleme, können jede Funktionseinheit und jede Software betreffen. Natürlich auch Videotreiber!</p>
<p>Und wer hätte noch niemals einen Kabelbruch erlebt? Auch das ist kein seltenes Ereignis! Das kommt sicherlich jeden Tag mehrfach vor in unseren Landen!</p>
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<div>Und wenn man jetzt mal fragt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass <strong>irgendwann </strong>in einem Zeitraum von vielleicht – sagen wir mal – zehn Jahren <strong>irgendeinen </strong>Menschen beide Ereignisse zeitnah treffen (ob sie wirklich <em>gleichzeitig</em> aufgetreten sind, weiß ich ja nicht mal! Es können ja durchaus 2 bis 4 unbemerkte Tage dazwischenliegen!): Dann sieht die Sache ganz anders aus! Solche zeitnahen Dinge, die – außer dass sie „sinnverwandt“ sind – nichts miteinander zu tun haben, sind bestimmt nicht selten! Jedenfalls ist für Okkultismus an dieser Stelle absolut kein Platz: Man darf mit seinen Erklärungsversuchen nicht so schnell aufgeben! Es gibt mehr Scheineffekte als echte Effekte! Und je genauer man hinsieht, desto mehr „Effekte“ wandeln sich zu „Scheineffekten“! Wir haben eine Reihe von Sinnesorganen – aber kein Sinnesorgan für Statistik! Statistik kann uns deshalb jederzeit zum Narren machen! Prof. Walter Krämer hat da ein sehr schönes und relativ leicht verständliches Buch geschrieben: „<a href="http://www.amazon.de/Denkste-Trugschl%C3%BCsse-Welt-Zahlen-Zufalls/dp/3492264603/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1325886590&amp;sr=8-1" target="_blank">Denkste. Trugschlüsse aus der Welt der Zahlen und des Zufalls</a>.“</div>
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<div>Wir sollten uns unsere geistige Unabhängigkeit erhalten! Ein Zufall wie dieses Erlebnis ist immer sehr verblüffend! Und auch – wenn der Stress mit den kaputten Geräten vorbei ist – manchmal sehr lustig und erheiternd. Aber dann muss man mal im Geiste einen Schritt „zurückgehen“ und die Sache von einer anderen, höheren Perspektive aus sehen! Die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, die bereits eingetreten sind, ist nämlich absolut nicht klein, sondern absolut groß – nämlich 100 %!</div>
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<div>Heute ist mir ein Auto entgegengekommen! Mit dem Nummernschild (ich glaube) „MS PZ 465“! Stellen Sie sich das mal vor! Es gibt in ganz Deutschland &#8211; ach, was sage ich, <em>in der ganzen Welt! </em>- nur ein Auto mit diesem Nummernschild! Und das ist mir begegnet! Ausgerechnet mir! Ausgerechnet heute! Wenn das nicht okkult ist&#8230; Und das war längst nicht das einzige Auto, was ich heute gesehen habe! Und alle Autos hatten Nummernschilder, die in der ganzen Welt nur ein einziges Mal vorkommen! Phantastisch, nicht?</div>
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<div>Siehe auch <a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativmedizin</a> und <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Klartext über Homöopathie</a>.</div>
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		<title>Fragen aus Foren: Sprechprobleme nach Polypenentfernung</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 21:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Adenoide]]></category>
		<category><![CDATA[Gaumensegel]]></category>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. Frage:Ich bin eine zurzeit etwas verwirrte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.<span id="more-1874"></span><em><strong><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1874];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong></em></p>
<p><em><strong>Frage</strong></em>:<br /><em>Ich bin eine zurzeit etwas verwirrte Mutter! Meinem Sohn wurden vor 10 Tagen die Polypen entfernt sowie Paukenröhrchen in beide Ohren eingesetzt. Es lief alles auch völlig problemlos. Bei der Nachuntersuchung nach drei Tagen war der HNO zufrieden. Am 6. Tag begann mein Sohn allerdings plötzlich sehr stark durch die Nase zu sprechen. Gibt es Kinder, die diese Paukenröhrchen nicht vertragen (Allergie)? Oder gibt es andere Ursachen, warum man durch die Nase spricht?</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>wovapa:</strong><br />Es gibt zwei unterschiedliche Arten des Näselns: das geschlossene Näseln (&#8220;Rhinophonia clausa&#8221;) und das offene Näseln (&#8220;Rhinophonia aperta&#8221;).</p>
<p>Um zu verstehen, was da passiert, muss man erst mal wissen, was sich beim Sprechen, bei der Bildung der Laute abspielt. Die Laute werden ja im Mund auf unterschiedliche Arten erzeugt. Eine wichtige Lautgruppe sind die &#8220;Klinger&#8221;. Zu dieser Gruppe gehören z. B. die Laute /m/ und /n/. Übrigens: Man schreibt die Laute in Schrägstrichen, um sie von Buchstaben zu unterscheiden! Buchstaben kann man schreiben und lesen, Laute kann man sprechen und hören. &#8220;S&#8221; &#8211; &#8220;c&#8221; &#8211; &#8220;h&#8221; sind drei Buchstaben, /sch/ ist aber nur ein Laut &#8211; zum Beispiel am Anfang des Wortes &#8220;schön&#8221;.</p>
<p>Beim Klingen der Laute /m/ und /n/ ist der Mund geschlossen. Die Luft muss also durch die Nase entweichen. Ist die Nase verstopft &#8211; dann kann man keine Klinger bilden. Probieren Sie es mal aus: Halten Sie sich die Nase zu und versuchen Sie, ein /m/ zu sprechen! Sehen Sie? Das geht nicht! Wenn Sie mit zugehaltener Nase sprechen, &#8220;produzieren&#8221; Sie ein geschlossenes Näseln (&#8220;Stockschnupfen&#8221;).</p>
<p>Eine andere wichtige Gruppe sind die Platzlaute (&#8220;Plosive&#8221;) &#8211; hierzu gehören /p/ und /b/, aber auch /t/ und /d/ sowie /k/ und /g/ &#8211; jeweils in stimmloser und stimmhafter Version. Bei den Lippenplatzlauten kann man das sehr schön demonstrieren: wenn Sie ein /p/ sprechen wollen, dann müssen Sie erst mal die Wangen aufpusten, bis endlich die Lippen auseinanderplatzen. Wenn man also für die Aussprache der Plosive einen Überdruck im Mund erzeugen muss, dann darf die Luft durch die Nase nicht entweichen! Mit einem &#8220;Leck&#8221; in der Nase kann man keine Platzlaute zustande bringen! &#8211; Platzlaute mit zugehaltener Nase sind natürlich kein Problem! -</p>
<div id="attachment_1906" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_18014138_S.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1874];player=img;"><img class="size-medium wp-image-1906" title="Copyright: Naty Strawberry, Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_18014138_S-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>
<p class="wp-caption-text">Beim Singen des /a/-Lautes</p>
</div>
<p>Versuchen Sie es mal: sprechen Sie mal &#8220;Paaapaaapaaapaaa&#8221; mit ganz langgezogenem /a/! Es klingt nur, wenn Sie das /a/ sprechen. Beim /p/ wird der Luftstrom und der Klang kurzfristig unterbrochen.</p>
<p>Wie kann man sprechen, wenn in einem normalen Satz sowohl Klinger als auch Platzlaute vorkommen? Man kann ja nicht die Nase gleichzeitig freigeben (für die Klinger) und verschließen (für die Platzlaute)!</p>
<p>Nun &#8211; die Laute kommen ja nicht gleichzeitig, sondern nacheinander! Man muss also den Luftstrom schnell umschalten können. Das macht das Gaumensegel. Bei Klingern hängt es schlaff herunter, bei Plosiven verschließt es den Nasenrachenraum. In jedem normal gesprochenen Satz springt das Gaumensegel vielfach vor und zurück, blitzschnell und blitzgescheit (es ist immer da, wo es gebraucht wird)!</p>
<p>Wenn nun bei Kindern &#8220;Polypen&#8221; im Nasenrachenraum sitzen, hat das Gaumensegel nur wenig &#8220;Arbeit&#8221;: Es muss nur wenige Millimeter hin und her &#8220;flattern&#8221;.</p>
<p>Sind die &#8220;Polypen&#8221; herausoperiert und der Nasenrachenraum hat sich vergrößert, dann hat das Gaumensegel auf einmal viel zu tun! Dann muss es etwa einen Zentimeter vor- und zurückschwingen. Und wenn dann die Kinder noch Schmerzen am Gaumensegel (OP-Gebiet!) haben, dann nimmt das Gaumensegel schon mal eine &#8220;Schonhaltung&#8221; ein. Dann wird es einfach ruhig gestellt und hängt nur noch schlaff herab.</p>
<p>Von dieser Schonhaltung sind also die &#8220;Klinger&#8221; nicht betroffen (&#8220;Mama&#8221; können die Kinder problemlos sprechen), wohl aber die Plosive (&#8220;Papa&#8221; kommt nur schwer oder gar nicht oder es klingt wie &#8220;Mama&#8221;).</p>
<p>Kurz und gut: Nach einer Polypenoperation kann sich ein offenes Näseln entwickeln.</p>
<p>Das ist aber immer ein nur vorübergehender Zustand! Die Schmerzen werden aufhören und das Kind wird lernen, den jetzt größeren Nasenrachenraum wirksam mit dem Gaumensegel zu verschließen. Alles wird gut werden!</p>
<p>Man kann auch etwas nachhelfen durch eine &#8220;Gaumensegelgymnastik&#8221;. Die Kinder sollen dabei mit einem Strohhalm Papierschnipselchen ansaugen und wieder loslassen. Malen Sie kleine Männchen auf Papier und schneiden Sie sie aus (je vier Männchen in je vier Farben). Mit diesen Männchen können Sie &#8220;Mensch, ärgere Dich nicht!&#8221; spielen &#8211; mit Papierfiguren anstelle der Holzfiguren. Bewegen der Figuren ist nur mit einem Strohhalm erlaubt&#8230; Macht Spaß und hilft &#8220;heilen&#8221;!</p>
<p>Eine andere Möglichkeit ist, dass es nach der OP zu einem neuen Infekt gekommen ist mit geschwollenen Schleimhäuten. Dann wird der Nasenweg wieder eng und die Luft kann bei blockierter Nase nicht mehr hindurch. In solch einem Fall machen die Plosive keine Probleme, wohl aber die Klinger. Eine zugeschwollene Nase führt zu einem geschlossenen Näseln (wie beim Sprechen mit zugehaltener Nase).</p>
<p>Mit einem geschlossenen Näseln hat man keine Probleme mit &#8220;Papa&#8221;, aber mit &#8220;Mama&#8221; (natürlich nur beim Sprechen dieses Wortes). Bei einem offenen Näseln ist es gerad&#8217; umgekehrt: keine Probleme mit &#8220;Mama&#8221;, aber mit &#8220;Papa&#8221;. Wie spricht Ihr Kind denn jetzt? Näselt es offen oder geschlossen?</p>
<p>Das geschlossene Näseln geht übrigens später genauso problemlos wieder weg, wenn die Schleimhautschwellung sich zurückbildet. Nach überstandenem Infekt wird ein geschlossenes Näseln nicht mehr zu hören sein. Während der Infektphase kann man dann durchaus auch mal mit Nasenspray etwas Linderung verschaffen.</p>
<p>Die Paukenröhrchen haben nichts mit dem Näseln zu tun. Eine Allergie gegen Paukenröhrchen ist zwar nicht auszuschließen, aber extrem selten. Ich habe in meinem Berufsleben noch keine derartige Allergie gegen Paukenröhrchen erlebt. Außerdem sind die Paukenröhrchen nicht am Sprechvorgang beteiligt. Mit Paukenröhrchen in den Ohren muss man nicht automatisch &#8220;durch die Nase&#8221; sprechen!</p>
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