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	<title>Praxis Dr. med. W. Vahle HNO-Arzt Paderborn</title>
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		<title>Fragen aus Foren: Chronische Mandelentzündung</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 21:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. &#160; Frage (von einem Medizinstudenten): Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-1485"></span><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1485];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Logo FAQ" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><em></em></p>
<p><strong><em>Frage (von einem Medizinstudenten):</em></strong></p>
<p><em>Sie scheinen ein sehr fähiger HNO Arzt zu sein, deshalb mal einige Fragen, die mich beschäftigen und auf die ich keine eindeutige Antwort weiß.</em></p>
<p><em>Eine chronische Tonsillitis spricht nur sehr schlecht auf antibiotische Therapie an. Auch wenn wir mit modernen Chinolonen therapieren, ist der Effekt oftmals sehr verhalten. So müssten sich mit Moxifloxacin nahezu alle möglichen Keime einer solchen Infektion erfassen lassen, insbesondere werden auch anaerobe Keime zuverlässig erfasst. Trotzdem lässt sich eine chronische Tonsillitis damit allenfalls nur kurz aufhalten, oftmals ist die Detritusproduktion in den Krypten (damit meine ich keine Speisereste) unverändert hoch&#8230;</em></p>
<p><em>Meine Überlegung:</em></p>
<p><em>Die Bakterien vermehren sich im Detritus in den Tonsillenkrypten und sind der Antibiose so nicht ausreichend zugänglich.</em></p>
<p><em>Würde mich freuen, wenn Sie Ihre Überlegungen hierzu mitteilen könnten. Gibt es Antibiotika, mit denen Sie auch bei chronischen Infekten gute Erfolge erzielt haben? Welche Bakterien spielen erfahrungsgemäß &#8211; außer den A-Streptokokken &#8211; eine große Rolle bei genanntem Infektionsgeschehen (damit meine ich jetzt nicht die Prozentangaben aus Lehrbüchern, sondern ihre Erfahrungswerte&#8230;)</em></p>
<p><em></em><strong>wovapa:</strong><br />Ja, es stimmt: die chronische Tonsillitis ist antibiotisch de facto nicht zur Ausheilung zu bringen. Antibiotika sind sehr wirksam bei der akuten Tonsillitis, wozu letztendlich auch eine akute Verschlechterung (Exazerbation) einer chronischen Tonsillitis gehört.</p>
<p>Bei der akuten Tonsillitis spielen die Streptokokken immer noch die Hauptrolle &#8211; und bis heute sind noch keinerlei Resistenzentwicklungen gegenüber dem „einfachen“ Schmalspektrum-Penicillin (Penicillin V) beobachtet worden.</p>
<p>Sollte das „normale“ Penicillin V ausnahmsweise nicht den gewünschten Erfolg bringen (weil z. B. eine „Mischinfektion“ mit mehreren Keimsorten vorliegt), dann kann man umsteigen auf Amoxicillin (Breitspektrum-Penicillin) oder &#8211; z. B. bei einer Penicillinallergie &#8211; auf Makrolidantibiotika oder Cephalosporine. Sehr wertvoll ist auch das Clindamycin (es gehört zu den Makroliden): Es hat ein breites Spektrum und eine große Gewebegängigkeit; außerdem wirkt es auch gegen Anaerobier (also Fäulniserreger). Unter Clindamycin kann man meistens auf „Clont“<strong><sup>®</sup></strong>  verzichten. Wenn ich einen beginnenden Abszess (Peritonsillarabszess) sehe, behandle ich hochdosiert mit Clindamycin (2 oder 3 mal tgl. 600 mg) und gegen die Schmerzen Diclofenac oder Ibuprofen. Ich bestelle mir die Patienten täglich wieder ein, um einen reifen Peritonsillarabszess nicht zu übersehen (da es im „Spatium parapharyngium“ des Halses – Namen sind hier nicht so wichtig – keine queren Barrieren gibt, können Peritonsillarabszesse in das Mediastinum, also zwischen die beiden Lungenflügel, abrutschen. Eine „Mediastinitis“ verläuft in etwa der Hälfte der Fälle tödlich!). Meistens sehe ich aber bereits am nächsten Tag einen dramatischen Rückgang der Schwellung und der Rötung.</p>
<p>Abstriche von den Tonsillen nehme ich selten, da die Erreger- und Resistenzbestimmung Zeit braucht und die meisten Erreger auf die meisten Breitspektrumantibiotika ansprechen. Letztendlich sind Abstrichergebnisse immer mit etwas Vorsicht zu „händeln“: es gibt ja auch eine „physiologische Standortflora“. Irgendwelche Keime findet man also immer. Wenn die Patienten aber klinisch keine Entzündungszeichen bieten, dann werden sie möglicherweise durch das Abstrichergebnis verunsichert und wollen vielleicht eine unnötige (und dann auch unwirksame) Antibiotikumtherapie. (Wenn keine Entzündung vorliegt, dann kann unter Antibiotika auch keine Entzündung weggehen.) Nimmt man aber doch mal Abstriche, dann findet man neben den Streptokokken auch noch z. B. Hämophilus oder auch mal Anaerobier sowie Pilze (Candida).</p>
<p>In den tiefen Gängen der Mandeln (Krypten) sammeln sich natürlich geringen Mengen Speisereste an; diese sind bakteriell besiedelt. Von Seiten der Mandeln kommen noch Leuko- und Lymphozyten hinzu sowie abgeschilferte Epithelzellen. In diesen mit „Detritus“ angefüllten Krypten findet der Immunkontakt zwischen Körper und Außenwelt statt. Es gibt Autoren, die nennen die Mandeln deshalb „physiologische Wunden“. Regelmäßig werden die Krypten entleert, so dass sich neue Speisereste mit neuen Bakterien hereindrücken können und neue weiße Blutkörperchen die neuen Bakterien „kennenlernen“ können. Detritus allein, ohne weiter Beschwerden (Schmerzen, Krankheitsgefühl, Fieber) ist also keine Entzündung, sondern physiologisch und deshalb keine Operationsindikation (es gibt eventuell eine „soziale“ Indikation: wenn ich wegen des schlechten Mundgeruches keine sozialen Kontakte knüpfen kann, keinen Partner finde oder mein Partner mich zu verlassen droht, dann würde ich mir die Mandeln entfernen lassen, selbst, wenn sie gesund sind.</p>
<p>Bei einer chronischen Mandelentzündung aber sitzen die Bakterien so „tief“ im Gewebe der Tonsillen (in den Lymphfollikeln), dass man die Unwirksamkeit der antibiotischen Therapie einfach emotionslos feststellen muss! Und dann hilft nur noch eins: die operative Entfernung der Mandeln. Unterstellt man mal, dass die Amerikaner „irgendwie schon weiter sind als wir“, so muss man aber doch auch feststellen, dass selbst sie noch Mandeloperationen durchführen &#8211; also auch nicht im Besitz operationsvermeidender Medikamente sind.</p>
<p>Die chronische Tonsillitis führt zu häufigen Schüben akuter Entzündungen. Die in den Mandeln „wohnenden“ Bakterien können dann erstens auf der Schleimhautoberfläche auf- und absteigen, d. h. irgendwo in den Atemwegen zwischen Nasenspitze und letztem Lungenbläschen eine Entzündung verursachen; zweitens können sie über das Lymphgefäßsystem verschleppt werden und drittens auch über das Blutgefäßsystem. Letzteres ist besonders unangenehm, da dann überall im Körper Folgeentzündungen (Fokalgeschehen, Herdgeschehen) auftreten können: vom akuten rheumatischen Fieber über eine Regenbogenhautentzündung im Auge bis hin zur Glomerulonephritis (eine schwere Nierenentzündung) oder Myocarditis (Herzmuskelentzündung). Bei bevorstehender Nierentransplantation wird vom Transplantationszentrum immer ein „Tonsillenstatus“ verlangt und oftmals eine vorgeschaltete Mandeloperation zur Bedingung gemacht!</p>
<p>Eine chronische Mandelentzündung ist klinisch nicht sicher zu erkennen, d. h. es gibt kein „pathognomonisches“ Symptom („pathognomonisch“ nennt man Symptome, die nur bei einer einzigen Krankheit vorkommen und deshalb nicht mehrdeutig (wie z. B. Fieber), sondern eindeutig sind und sofort zur Diagnose führen). Auch der „Antistreptolysin-Titer“ (ASL oder AST – ein Laborwert, der bei Streptokokken-Infektionen ansteigt) beweist die chronische Mandelentzündung nicht! Das schwierigste ist deshalb die Diagnosestellung. Sie ergibt sich lediglich aus der Krankengeschichte (Anamnese): Bei häufigen Atemwegsinfekten muss man irgendwann unterstellen, dass diese „Infektserie“ Folge einer chronischen Mandelentzündung ist. Am Anfang einer Serie ist es jedoch unmöglich zu sagen, ob die ersten 3, 4 oder 5 akuten Infekte bereits zur Serie gehören oder ob es sich um unabhängige Einzelereignisse handelt. Vor einer OP muss man also erst mal ein wenig den Verlauf beobachten (was Zeit kostet); dabei darf man aber nicht mit Scheuklappen isoliert auf die akuten Mandelentzündungen schielen, sondern man muss schon alle Atemwegsinfekte im Blick haben! &#8211; Da sowieso etwa ein bis zwei „Grippewellen“ (nicht die echte Influenza-Grippe, sondern die „grippalen Infekte“, die „Erkältungen“) im Jahr auftreten, sehe ich in ein bis zwei jährlichen Atemwegsinfekten &#8211; auch wenn sie bakteriell sind! &#8211; ebenfalls noch keine OP-Indikation. Nach einer Mandel-OP muss man eben immer noch mit ein bis zwei Atemwegsinfekten im Jahr rechnen. Ich erkläre das meinen Patienten immer so: wenn man bei jeder „Grippewelle“ mitmacht, ist das immer ärgerlich, aber nie besorgniserregend. Besorgniserregend wird es dann, wenn alle Leute um mich herum gesund sind und ich trotzdem an einem Atemwegsinfekt erkranke &#8211; und das noch mehrfach und evtl. sogar regelmäßig! Dann sind die Mandeln „fällig“. Dann kann man auch mit Antibiotika nicht helfen, weil diese immer nur den laufenden Infekt beenden, aber niemals einen zukünftigen Infekt verhindern können! (Die einzige Möglichkeit, zukünftige Infekte fast sicher zu verhindern, sind Impfungen! Aber gegen eine chronische Mandelentzündung gibt es noch keine Impfung.)</p>
<p>Ich habe mal gehört, dass der Anteil der Mandeln am Immunsystem weniger als 1 % ausmachen solle. Es ist sicher eine Schätzung. Wie der genaue Wert ist, weiß ich nicht &#8211; und wie man das gemessen hat, weiß ich auch nicht! Aber der Wert ist sicher so, dass man um die OP-Indikationsstellung nicht jahrelang ringen muss. Bei vorliegendem Verdacht auf ein Fokalgeschehen (vielleicht sogar mit drohenden schweren Komplikationen) stelle ich die OP-Indikation sehr großzügig, selbst wenn ich nicht sicher bin, ob die Mandeln „wirklich“ chronisch krank sind: es ist in diesen Fällen viel schlimmer, kranke Mandeln nicht zu operieren als gesunde zu entfernen (Grundsatz: lieber falsch positiv als falsch negativ! Die Annahme des „worst case“ ist für die Sicherheit der Patienten die beste Strategie!)</p>
<p>Neben den HNO-ärztlichen Operationsgründen, gibt es noch kieferchirurgische Gründe, die Mandeln zu entfernen! Bei sehr großen Mandeln drücken diese die Zunge nach vorn und die Zunge dann die Zähne. Bei bestimmten Kieferverformungen fordern die Kieferorthopäden oftmals eine Mandel-OP, bevor sie anfangen, eine Klammer zu legen. Dann werden auch „gesunde“ Mandeln entfernt! (Kieferorthopäden lassen auch gesunde Zähne ziehen, wenn sie im Wege stehen!)</p>
<p>Ich glaube, das war&#8217;s&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Synchronizität</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 20:48:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal passieren sonderbare Dinge!   Vor einigen Jahren hatten wir ein schweres Gewitter in unserer Gegend. Kurzzeitig flackerten alle Lampen in der Praxis. Zwei Rechner haben sich aus dem Netzwerk so gekonnt ausgeklinkt, dass nur der PC-Pannendienst helfen konnte.   Seit diesem Gewitter meldete ein Messplatz-Rechner nach dem Hochfahren: die Datei „vsdata95.vxd“ konnte nicht gefunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<div>Manchmal passieren sonderbare Dinge!</div>
<div> </div>
<div>Vor einigen Jahren hatten wir ein schweres Gewitter in unserer Gegend. Kurzzeitig flackerten alle Lampen in der Praxis. Zwei Rechner <span id="more-1505"></span>haben sich aus dem Netzwerk so gekonnt ausgeklinkt, dass nur der PC-Pannendienst helfen konnte.</div>
<div> </div>
<div><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Synchronuhren.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1505];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1648" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Synchronuhren-300x173.jpg" alt="" width="300" height="173" /></a>Seit diesem Gewitter meldete ein Messplatz-Rechner nach dem Hochfahren: die Datei „vsdata95.vxd“ konnte nicht gefunden werden. – Nun ja, der Rechner lief und eine Fehlfunktion fiel mir nicht auf.</div>
<div> </div>
<div>Zwei Tage später sollte nach dem Gewitter die erste Messung (Gleichgewichtsuntersuchung mit sog. „Videookulographie“ – ein Verfahren, bei dem schwindeltypische Augenzitterbewegungen [Nystagmen] mit einer Videokamera aufgezeichnet werden) durchgeführt werden. Es funktionierte nicht. Meine Damen sagten mir gleich: „Das liegt vermutlich am Gewitter!“</div>
<div> </div>
<div>Es kam mir eine Idee: die Fehlermeldung! Das „vs“ im Namen könnte doch für „Video-System“ stehen? Ein Anruf bei der Softwarefirma bestätigte, dass diese Datei tatsächlich für die Videokamera notwendig sei! Ich solle sie mir irgendwoher besorgen. – Nun gut, bei vier weiteren Rechnern mit demselben Betriebssystem (damals noch Windows 95 &#8211; so lange ist das schon her) im Netzverbund war das nicht schwer. Nachdem die Datei wieder auf dem Messrechner installiert war, fuhr er ohne Fehlermeldung hoch.</div>
<div> </div>
<div>Nur – die Videobrille funktionierte immer noch nicht! Nach einigem Hin und Her und Telefonaten mit der Herstellerfirma haben wir herausgefunden: An der Videobrille war ein Kabel gebrochen!</p>
</div>
<div>Zwei Fehler zur gleichen Zeit! Der Kabelbruch kann unmöglich am Gewitter liegen – zu dem Zeitpunkt lag die Brille friedlich in der Schublade! Beide Fehler reichen einzeln bereits aus, das System „auszuschalten“! Warum beide gleichzeitig? Warum jetzt? Warum bei mir??</div>
<div> </div>
</div>
<div>Carl Gustav Jung nennt das Phänomen „Synchronizität“. Er hat mit dem Physiker Wolfgang Pauli darüber geforscht (das ist der mit dem „Pauli-Prinzip“). Er hat auch ein Buch darüber geschrieben: „<a href="http://www.amazon.de/Taschenbuchausgabe-B%C3%A4nden-Synchronizit%C3%A4t-Akausalit%C3%A4t-Okkultismus/dp/3423351748/ref=sr_1_2?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1325886861&amp;sr=1-2" target="_blank">Synchronizität, Akausalität und Okkultismus</a>“. Synchronizität liegt zwischen zwei Ereignissen vor, die gleichzeitig auftreten, nicht ursächlich (kausal) miteinander verknüpft, wohl aber sinnverwandt sind.</div>
<div> </div>
<div>Was sagt die Statistik dazu? Es ist doch wohl absolut unwahrscheinlich, dass nach einem Gewitter eine wichtige Datei fehlt und gleichzeitig ein Kabel bricht! Da müssen doch okkulte Kräfte am Werk sein! Oder etwa nicht?</div>
<div> </div>
<div>Nun – dass auf Computern Dateien fehlen, ist gar nicht mal so selten! Wer hat noch keine Probleme mit irgendwelchen fehlenden Dateien gehabt? Computerprobleme, Dateiprobleme, können jede Funktionseinheit und jede Software betreffen. Natürlich auch Videotreiber!</p>
<p>Und wer hätte noch niemals einen Kabelbruch erlebt? Auch das ist kein seltenes Ereignis! Das kommt sicherlich jeden Tag mehrfach vor in unseren Landen!</p>
</div>
<div>Und wenn man jetzt mal fragt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass <strong>irgendwann </strong>in einem Zeitraum von vielleicht – sagen wir mal – zehn Jahren <strong>irgendeinen </strong>Menschen beide Ereignisse zeitnah treffen (ob sie wirklich <em>gleichzeitig</em> aufgetreten sind, weiß ich ja nicht mal! Es können ja durchaus 2 bis 4 unbemerkte Tage dazwischenliegen!): Dann sieht die Sache ganz anders aus! Solche zeitnahen Dinge, die – außer dass sie „sinnverwandt“ sind – nichts miteinander zu tun haben, sind bestimmt nicht selten! Jedenfalls ist für Okkultismus an dieser Stelle absolut kein Platz: Man darf mit seinen Erklärungsversuchen nicht so schnell aufgeben! Es gibt mehr Scheineffekte als echte Effekte! Und je genauer man hinsieht, desto mehr „Effekte“ wandeln sich zu „Scheineffekten“! Wir haben eine Reihe von Sinnesorganen – aber kein Sinnesorgan für Statistik! Statistik kann uns deshalb jederzeit zum Narren machen! Prof. Walter Krämer hat da ein sehr schönes und relativ leicht verständliches Buch geschrieben: „<a href="http://www.amazon.de/Denkste-Trugschl%C3%BCsse-Welt-Zahlen-Zufalls/dp/3492264603/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1325886590&amp;sr=8-1" target="_blank">Denkste. Trugschlüsse aus der Welt der Zahlen und des Zufalls</a>.“</div>
<div> </div>
<div>Wir sollten uns unsere geistige Unabhängigkeit erhalten! Ein Zufall wie dieses Erlebnis ist immer sehr verblüffend! Und auch – wenn der Stress mit den kaputten Geräten vorbei ist – manchmal sehr lustig und erheiternd. Aber dann muss man mal im Geiste einen Schritt „zurückgehen“ und die Sache von einer anderen, höheren Perspektive aus sehen! Die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, die bereits eingetreten sind, ist nämlich absolut nicht klein, sondern absolut groß – nämlich 100 %!</div>
<div> </div>
<div>Heute ist mir ein Auto entgegengekommen! Mit dem Nummernschild (ich glaube) „MS PZ 465“! Stellen Sie sich das mal vor! Es gibt in ganz Deutschland &#8211; ach, was sage ich, <em>in der ganzen Welt! </em>- nur ein Auto mit diesem Nummernschild! Und das ist mir begegnet! Ausgerechnet mir! Ausgerechnet heute! Wenn das nicht okkult ist&#8230; Und das war längst nicht das einzige Auto, was ich heute gesehen habe! Und alle Autos hatten Nummernschilder, die in der ganzen Welt nur ein einziges Mal vorkommen! Phantastisch, nicht?</div>
<div> </div>
<div>Siehe auch <a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativmedizin</a> und <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Klartext über Homöopathie</a>.</div>
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		<title>Fragen aus Foren: Sprechprobleme nach Polypenentfernung</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 21:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. Frage:Ich bin eine zurzeit etwas verwirrte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.<span id="more-1874"></span><em><strong><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1874];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong></em></p>
<p><em><strong>Frage</strong></em>:<br /><em>Ich bin eine zurzeit etwas verwirrte Mutter! Meinem Sohn wurden vor 10 Tagen die Polypen entfernt sowie Paukenröhrchen in beide Ohren eingesetzt. Es lief alles auch völlig problemlos. Bei der Nachuntersuchung nach drei Tagen war der HNO zufrieden. Am 6. Tag begann mein Sohn allerdings plötzlich sehr stark durch die Nase zu sprechen. Gibt es Kinder, die diese Paukenröhrchen nicht vertragen (Allergie)? Oder gibt es andere Ursachen, warum man durch die Nase spricht?</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>wovapa:</strong><br />Es gibt zwei unterschiedliche Arten des Näselns: das geschlossene Näseln (&#8220;Rhinophonia clausa&#8221;) und das offene Näseln (&#8220;Rhinophonia aperta&#8221;).</p>
<p>Um zu verstehen, was da passiert, muss man erst mal wissen, was sich beim Sprechen, bei der Bildung der Laute abspielt. Die Laute werden ja im Mund auf unterschiedliche Arten erzeugt. Eine wichtige Lautgruppe sind die &#8220;Klinger&#8221;. Zu dieser Gruppe gehören z. B. die Laute /m/ und /n/. Übrigens: Man schreibt die Laute in Schrägstrichen, um sie von Buchstaben zu unterscheiden! Buchstaben kann man schreiben und lesen, Laute kann man sprechen und hören. &#8220;S&#8221; &#8211; &#8220;c&#8221; &#8211; &#8220;h&#8221; sind drei Buchstaben, /sch/ ist aber nur ein Laut &#8211; zum Beispiel am Anfang des Wortes &#8220;schön&#8221;.</p>
<p>Beim Klingen der Laute /m/ und /n/ ist der Mund geschlossen. Die Luft muss also durch die Nase entweichen. Ist die Nase verstopft &#8211; dann kann man keine Klinger bilden. Probieren Sie es mal aus: Halten Sie sich die Nase zu und versuchen Sie, ein /m/ zu sprechen! Sehen Sie? Das geht nicht! Wenn Sie mit zugehaltener Nase sprechen, &#8220;produzieren&#8221; Sie ein geschlossenes Näseln (&#8220;Stockschnupfen&#8221;).</p>
<p>Eine andere wichtige Gruppe sind die Platzlaute (&#8220;Plosive&#8221;) &#8211; hierzu gehören /p/ und /b/, aber auch /t/ und /d/ sowie /k/ und /g/ &#8211; jeweils in stimmloser und stimmhafter Version. Bei den Lippenplatzlauten kann man das sehr schön demonstrieren: wenn Sie ein /p/ sprechen wollen, dann müssen Sie erst mal die Wangen aufpusten, bis endlich die Lippen auseinanderplatzen. Wenn man also für die Aussprache der Plosive einen Überdruck im Mund erzeugen muss, dann darf die Luft durch die Nase nicht entweichen! Mit einem &#8220;Leck&#8221; in der Nase kann man keine Platzlaute zustande bringen! &#8211; Platzlaute mit zugehaltener Nase sind natürlich kein Problem! -</p>
<div id="attachment_1906" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_18014138_S.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1874];player=img;"><img class="size-medium wp-image-1906" title="Copyright: Naty Strawberry, Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_18014138_S-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>
<p class="wp-caption-text">Beim Singen des /a/-Lautes</p>
</div>
<p>Versuchen Sie es mal: sprechen Sie mal &#8220;Paaapaaapaaapaaa&#8221; mit ganz langgezogenem /a/! Es klingt nur, wenn Sie das /a/ sprechen. Beim /p/ wird der Luftstrom und der Klang kurzfristig unterbrochen.</p>
<p>Wie kann man sprechen, wenn in einem normalen Satz sowohl Klinger als auch Platzlaute vorkommen? Man kann ja nicht die Nase gleichzeitig freigeben (für die Klinger) und verschließen (für die Platzlaute)!</p>
<p>Nun &#8211; die Laute kommen ja nicht gleichzeitig, sondern nacheinander! Man muss also den Luftstrom schnell umschalten können. Das macht das Gaumensegel. Bei Klingern hängt es schlaff herunter, bei Plosiven verschließt es den Nasenrachenraum. In jedem normal gesprochenen Satz springt das Gaumensegel vielfach vor und zurück, blitzschnell und blitzgescheit (es ist immer da, wo es gebraucht wird)!</p>
<p>Wenn nun bei Kindern &#8220;Polypen&#8221; im Nasenrachenraum sitzen, hat das Gaumensegel nur wenig &#8220;Arbeit&#8221;: Es muss nur wenige Millimeter hin und her &#8220;flattern&#8221;.</p>
<p>Sind die &#8220;Polypen&#8221; herausoperiert und der Nasenrachenraum hat sich vergrößert, dann hat das Gaumensegel auf einmal viel zu tun! Dann muss es etwa einen Zentimeter vor- und zurückschwingen. Und wenn dann die Kinder noch Schmerzen am Gaumensegel (OP-Gebiet!) haben, dann nimmt das Gaumensegel schon mal eine &#8220;Schonhaltung&#8221; ein. Dann wird es einfach ruhig gestellt und hängt nur noch schlaff herab.</p>
<p>Von dieser Schonhaltung sind also die &#8220;Klinger&#8221; nicht betroffen (&#8220;Mama&#8221; können die Kinder problemlos sprechen), wohl aber die Plosive (&#8220;Papa&#8221; kommt nur schwer oder gar nicht oder es klingt wie &#8220;Mama&#8221;).</p>
<p>Kurz und gut: Nach einer Polypenoperation kann sich ein offenes Näseln entwickeln.</p>
<p>Das ist aber immer ein nur vorübergehender Zustand! Die Schmerzen werden aufhören und das Kind wird lernen, den jetzt größeren Nasenrachenraum wirksam mit dem Gaumensegel zu verschließen. Alles wird gut werden!</p>
<p>Man kann auch etwas nachhelfen durch eine &#8220;Gaumensegelgymnastik&#8221;. Die Kinder sollen dabei mit einem Strohhalm Papierschnipselchen ansaugen und wieder loslassen. Malen Sie kleine Männchen auf Papier und schneiden Sie sie aus (je vier Männchen in je vier Farben). Mit diesen Männchen können Sie &#8220;Mensch, ärgere Dich nicht!&#8221; spielen &#8211; mit Papierfiguren anstelle der Holzfiguren. Bewegen der Figuren ist nur mit einem Strohhalm erlaubt&#8230; Macht Spaß und hilft &#8220;heilen&#8221;!</p>
<p>Eine andere Möglichkeit ist, dass es nach der OP zu einem neuen Infekt gekommen ist mit geschwollenen Schleimhäuten. Dann wird der Nasenweg wieder eng und die Luft kann bei blockierter Nase nicht mehr hindurch. In solch einem Fall machen die Plosive keine Probleme, wohl aber die Klinger. Eine zugeschwollene Nase führt zu einem geschlossenen Näseln (wie beim Sprechen mit zugehaltener Nase).</p>
<p>Mit einem geschlossenen Näseln hat man keine Probleme mit &#8220;Papa&#8221;, aber mit &#8220;Mama&#8221; (natürlich nur beim Sprechen dieses Wortes). Bei einem offenen Näseln ist es gerad&#8217; umgekehrt: keine Probleme mit &#8220;Mama&#8221;, aber mit &#8220;Papa&#8221;. Wie spricht Ihr Kind denn jetzt? Näselt es offen oder geschlossen?</p>
<p>Das geschlossene Näseln geht übrigens später genauso problemlos wieder weg, wenn die Schleimhautschwellung sich zurückbildet. Nach überstandenem Infekt wird ein geschlossenes Näseln nicht mehr zu hören sein. Während der Infektphase kann man dann durchaus auch mal mit Nasenspray etwas Linderung verschaffen.</p>
<p>Die Paukenröhrchen haben nichts mit dem Näseln zu tun. Eine Allergie gegen Paukenröhrchen ist zwar nicht auszuschließen, aber extrem selten. Ich habe in meinem Berufsleben noch keine derartige Allergie gegen Paukenröhrchen erlebt. Außerdem sind die Paukenröhrchen nicht am Sprechvorgang beteiligt. Mit Paukenröhrchen in den Ohren muss man nicht automatisch &#8220;durch die Nase&#8221; sprechen!</p>
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		<title>Wachsendes Interesse am Coblation-Verfahren</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 16:57:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich komme gerade von einem Besuch in Wipperfürth zurück. Mein Kollege Dr. Spindler ist ein ausgezeichneter HNO-Arzt und zudem supernett! Ich durfte ihn bei den Mandeloperationen mit dem modernen Coblationverfahren ein wenig coachen. Dr. Spindler hat sich total begeistert von dieser Methode gezeigt (sie ist aber auch wirklich excellent!) und ist &#8220;wild entschlossen&#8221;, sie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-Wipperfürth.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1846];player=img;"><img class="alignleft size-full wp-image-1847" title="Logo St. Josef Wipperfürth" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-Wipperfürth.jpg" alt="" width="300" height="273" /></a>Ich komme gerade von einem Besuch in Wipperfürth zurück. Mein Kollege <a href="http://www.hno-wipperfuerth.de" target="_blank">Dr. Spindler</a> ist ein ausgezeichneter HNO-Arzt und zudem supernett! Ich durfte ihn bei den Mandeloperationen mit dem modernen <a title="Entfernung der Gaumenmandeln mit dem Coblationsverfahren (Coblationstonsillektomie – CTE)" href="http://www.hno-vahle.de/entfernung-der-gaumenmandeln-mit-dem-coblationsverfahren-coblationstonsillektomie-%e2%80%93-cte/" target="_blank">Coblationverfahren</a> ein wenig coachen. Dr. Spindler hat sich total begeistert von dieser Methode gezeigt (sie ist aber auch wirklich excellent!) und ist &#8220;wild entschlossen&#8221;, sie in seinem Krankenhaus einzuführen! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Entschluss! Eine fast blutfreie Operationsmethode, die zudem für die Patientinnen und Patienten eine geringere Schmerzbelastung bedeutet sowie kürzere Operations- und Narkosezeiten und einen nur relativ kurzen Krankenhausaufenthalt: Eine solche Methode ist es absolut wert, dass sie Verbreitung findet!</p>
<div id="attachment_573" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/L1000182.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1846];player=img;"><img class=" wp-image-573 " title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/L1000182-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>
<p class="wp-caption-text">Operationssonde für die Coblation-Tonsillektomie</p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/OP-Spindler-SW.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1846];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1868" title="Foto: Dr. Stefan Wiesheu" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/OP-Spindler-SW-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/OP-Wipperfürth.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1846];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1869" title="Foto: St. Josef Krankenhaus Wipperfürth" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/OP-Wipperfürth-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ich glaube, jetzt wird&#8217;s gefährlich&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 17:36:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich möchte mal ein paar Worte zum Thema „Was wir so glauben“ verlieren. Jetzt nicht im religiösen Sinne, sondern ganz allgemein.Es ist ja nun nicht zu bezweifeln, dass der Mensch ein „gläubiges Tier“ ist &#8211; man darf durchaus auch sagen „ein leichtgläubiges Tier“. Wie konnte das passieren? Antwort: Glaube hat sich bewährt! Nicht nur Menschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte mal ein paar Worte zum Thema „Was wir so glauben“ verlieren. Jetzt nicht im religiösen Sinne, sondern ganz allgemein.<span id="more-1397"></span>Es ist ja nun nicht zu bezweifeln, dass der Mensch ein „gläubiges Tier“ ist &#8211; man darf durchaus auch sagen „ein leichtgläubiges Tier“. Wie konnte das passieren?</p>
<p>Antwort: Glaube hat sich bewährt!</p>
<p>Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere sind gläubig! Diese „gläubige Grundhaltung“ kommt aus der Evolution! Warum?</p>
<p>Glaube ist eine Form des Erkenntnisgewinns! Keine Frage &#8211; neben dem Glauben gibt es noch andere Formen des Erkenntnisgewinns: Messen, Forschen, Wissenschaft betreiben! Gegenüber dem „messenden Menschen“ hat der „gläubige Mensch“ eindeutig Nachteile! Glaube ist in viel größerem Maße fehlerbehaftet als Wissenschaft! Wie kommt es, dass diese fehlerbehaftete Methode zur „Erkenntnis&#8221;-Gewinnung dennoch von der Evolution hervorgebracht wurde?</p>
<p>Weil Glaube nicht nur den genannten Nachteil hat, sondern auch einen Vorteil: Glaube ist schnell! Der Geschwindigkeitsvorteil konnte lebensrettend wirken, selbst, wenn die „Erkenntnis“ fehlerhaft gewesen sein sollte!</p>
<p>Jetzt muss ich auch noch ein paar Worte zum Thema „Fehler“ verlieren. Es gibt ja mehrere Möglichkeiten, Fehler zu machen. Ein Beispiel:</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Gefahr_Scusi.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1397];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1400" title="Copyright: Scusi - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Gefahr_Scusi-300x212.jpg" alt="" width="300" height="212" /></a>Angenommen, in grauer Vorzeit sieht ein Steinzeitmensch zwischen den Bäumen des Waldes einen Schatten, der so ähnlich aussieht wie der Schatten eines Raubtieres. Er hat jetzt zwei Möglichkeiten. Erste Möglichkeit, er nimmt an, es sei tatsächlich ein Raubtier und er läuft weg. Er überlebt. Wenn es tatsächlich ein Raubtier war, hat er nichts falsch gemacht. Wenn es nur ein Schatten war, hat er einen „falsch positiven“ Befund erhoben. Aber dieser Fehler hat keine weiteren Konsequenzen; der Steinzeitmensch ist lediglich unnötigerweise geflüchtet. Zweite Möglichkeit: er bleibt. Wenn es tatsächlich ein Schatten war, hat er nichts falsch gemacht. Wenn es aber ein Raubtier war, hat einen „falsch negativen“ Befund erhoben. Dieser Steinzeitmensch ist dann nicht unser Vorfahr’ geworden&#8230;</p>
<p>Der Steinzeitmensch hätte auch „wissenschaftlich“ vorgehen können &#8211; natürlich mit den Methoden seiner Zeit &#8211; er hätte – zum Beispiel – eine Art Zeichnung vom Schatten / Raubtier fertigen können, um dann – zum Beispiel – beim Malen der Augen feststellen zu müssen, dass es solche Lichtreflexe nur bei echten Raubtieren gibt. Aber auch dieser „wissenschaftliche Steinzeitmensch“ ist nicht unser Vorfahr’ geworden&#8230; Er war zu langsam&#8230;</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Raubtier_-Xaver-Klaußner.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1397];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1401" title="Copyright: Xaver Klaußner - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Raubtier_-Xaver-Klaußner-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Ein einfaches und schnelles: „Ich glaube, jetzt wird’s gefährlich“ hat unserem ersten Steinzeitmenschen das Leben gerettet. Und dafür gesorgt, dass wir heute noch genauso „ticken“ wie dieser Steinzeitmensch.</p>
<p>Aber wir leben nicht mehr in der Steinzeit! Wir leben heute! Erstens ist Genauigkeit und Fehlerfreiheit für uns heute von wesentlich größerer Bedeutung als für die Steinzeitmenschen. Und zweitens sind Messungen auch deutlich schneller geworden. Und nicht jedes Problem ist ein Zeitproblem. Zum Beispiel Fragen nach der besten medizinischen Behandlung: Diese Fragen müssen grundsätzlich geklärt werden. An Universitäten. Und der auf diese Weise gewonnene „wissenschaftliche Erkenntnisgewinn“ ist erstens viel wertvoller als ein erster „Erkenntnisgewinn“ durch Glaube. Und zweitens kann er in Lehrbücher geschrieben werden, sodass man später immer wieder und durchaus schnell auf diese Erkenntnisse zurückgreifen kann!</p>
<p>Glaube hat seine Berechtigung, solange es kein Wissen gibt. Glaube ist im Prinzip gut, Wissen ist aber besser. Das Bessere ist der Feind des Guten!</p>
<p>Stellen Sie sich mal folgende Situation vor:<br /> <a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Polizist-Laserpistole_-Sven-Grundmann.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1397];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1404" title="Copyright: Sven Grundmann - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Polizist-Laserpistole_-Sven-Grundmann-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Ein Polizist steht am Straßenrand und denkt: „Ich glaube, das Auto, das da auf mich zukommt, ist sicher viel zu schnell! Dem Fahrer werd’ ich mal ein Knöllchen verpassen!“ Und dann zückt er seine Laser-Pistole und misst. Und stellt überrascht fest: Das Auto ist gar nicht zu schnell! Es hält die erlaubte Geschwindigkeit so gerade ein.</p>
<p>Und dann sagt sich der Polizist: „Ach papperlapapp! Wissenschaft ist nur etwas für abgehobene Freaks! Die sitzen in ihren Elfenbeintürmen und faseln von Laserlicht, von Lichtgeschwindigkeit, von Laufzeiten, von Nanosekunden und von Nanometern! Das kann ich alles überhaupt nicht verstehen! Die Wissenschaftler, die diese Laser-Pistole erfunden haben, können mir alles Mögliche erzählen &#8211; kontrollieren kann ich es ja nicht! Außerdem wissen auch Wissenschaftler nicht alles! Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erden, die verstehen Wissenschaftler nicht! Nein, ich verlasse mich auf das, was ich zu sehen geglaubt habe! Der Kerl kriegt ein Knöllchen!“</p>
<p>Ich möchte mal den Autofahrer sehen, der sich darauf einlassen würde!</p>
<p>Und dann kommen Homöopathen daher und geben einem verschnupften Zeitgenossen Kügelchen. Wenn dieser dann endlich auch mal gesund wird, denkt der Homöopath: „Klar &#8211; das war ich mit meiner genialen Therapie!“ Und wenn wissenschaftliche Studien zu dem Ergebnis kommen, die Kügelchen können es nicht gewesen sein, dann sagt der Homöopath: „Ach papperlapapp! Wissenschaft ist nur etwas für abgehobene Freaks! Die sitzen in ihren Elfenbeintürmen und faseln von Molekülen, die nicht vorhanden sind, von Spontanheilung, von Placebo-Effekten, von selektiver Wahrnehmung und von Wunschdenken! Das kann ich alles überhaupt nicht verstehen! Die Wissenschaftler, die diese ‚Schulmedizin’ ‚erfunden’ haben, können mir alles Mögliche erzählen &#8211; kontrollieren kann ich es ja nicht! Außerdem wissen auch Wissenschaftler nicht alles! Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erden, die verstehen Wissenschaftler nicht! Nein, ich verlasse mich auf das, was ich zu sehen geglaubt habe! Der Kerl kriegt ein Kügelchen!“</p>
<p>Ich möchte mal den Homöopathie-Freak sehen, der sich <em>nicht</em> darauf einlassen würde!</p>
<p>Wie kommt es eigentlich, dass, wenn es um Geld geht, die Leute sich nur auf Messwerte verlassen, aber, wenn es um Leben und Gesundheit geht, auf Glaube?</p>
<p>Tja. Und das ist es, was ich nicht verstehe!</p>
<p>Dem Glauben kommt die Rolle als Anfangsverdacht zu. Aber das war’s dann auch schon! Einen Anfangsverdacht zu haben, ist durchaus erlaubt! Bei spontanen Beobachtungen den Glauben „einzuschalten“, halte ich nicht für ehrenrührig (es ist ja eine evolutionäre Strategie!). Aber anschließend das Denken „abzuschalten“: Das ist nicht ehrenvoll&#8230;</p>
<p>Eigentlich ist der Beitrag hier zu Ende. Aber ich habe oben geschrieben, dass auch Tiere gläubig sind. Ich möchte noch erklären, warum.</p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Graugans_Sulabaja.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1397];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1402" title="Copyright: Sulabaja - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Graugans_Sulabaja-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Es geht um den Verhaltensforscher Konrad Lorenz. Er hatte die Graugans „Martina“ auf sich geprägt. Martina hielt also Konrad Lorenz für ihre Mutter. Martina hatte ihr Zimmer im Haus im ersten Obergeschoss. Die Treppe zum ersten Obergeschoss bog im rechten Winkel vom Flur ab. Martina durfte tagsüber im Garten sein; abends holte Konrad Lorenz sie ins Haus. Beim allerersten Mal ging Konrad Lorenz vor Martina her und zeigte ihr den Weg. Martina folgte. Konrad Lorenz bog im Flur scharf ab und ging die Treppe hinauf. Martina hatte das zu spät mitbekommen: sie watschelte geradeaus weiter. Als sie ihren „Fehler“ bemerkte, machte sie eine scharfe Spitzkehre, ging das Stück zur Treppe zurück und dann hinauf in ihr Zimmer. Dort hatte sie es bequem und warm.</p>
<p>Von nun an machte Martina jeden Abend, wenn sie ins Haus durfte, diese Spitzkehre! Es war ein Ritual geworden! Martina wusste nicht, warum es wirkte &#8211; aber sie „glaubte“, dass es das „Ritual Spitzkehre“ war, die ihr die Ruhe und Bequemlichkeit verschaffte. Und dieses Ritual durchzuführen, kostete ja auch nichts!</p>
<p>Eines abends fing es an zu gewittern. Und Konrad Lorenz hatte Martina draußen vergessen! Als ihm einfiel, dass Martina noch draußen war, ließ er die &#8211; sehnsüchtig auf Einlass wartende &#8211; Gans ins Haus. Martina rannte so schnell sie konnte ins Haus und die Treppe hinauf &#8211; ohne Spitzkehre! Oben angekommen, hat sie sich fürchterlich erschrocken! Sie lief sofort die Treppe wieder herunter, machte die Spitzkehre und rannte dann die Treppe wieder hinauf! Erst dann sank sie völlig erschöpft auf ihr Lager. Diese Geschichte kann man sich übrigens von Dr. Rainer Wolf (Mitglied der GWUP) <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NQp4A82WZBg&amp;NR=1" rel="shadowbox[sbpost-1397];player=swf;width=640;height=385;" target="_blank">erzählen</a> lassen.</p>
<p>Es besteht kein Zweifel daran, dass Martina &#8211; fälschlicherweise &#8211; glaubte, die Spitzkehre sei lebensrettend. Sie ist es nicht! Martina hat einen „falsch positiven“ Befund erhoben. Der blieb aber ohne Folgen und deshalb bemerkte sie ihren Fehler nicht. Martina ist einem Aberglauben aufgesessen.</p>
<p>Wodurch unterscheidet sich Martina von den Homöopathen, die bei Wehwehchen Kügelchen geben? Homöopathen glauben, die Kügelchen seien eine wirksame Behandlung. Sie sind es nicht! Die Homöopathen haben einen „falsch positiven“ Befund erhoben. Der bleibt aber (zunächst mal) ohne Folgen und deshalb bemerken die Homöopathen ihren Fehler nicht. Sie sind einem Aberglauben aufgesessen.</p>
<p>Martina konnte nicht lesen, nicht schreiben, nicht sprechen. Andernfalls hätte sie sich bei Konrad Lorenz schlau machen können.</p>
<p>Homöopathen können lesen, schreiben und sprechen. Sie könnten sich bei Wissenschaftlern schlau machen. Tun sie aber nicht! Sie verstehen und vertrauen Wissenschaftlern nicht. Und Wissenschaftler können ja auch nicht über den Tellerrand schauen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe auch <a title="Alternative Medizin: Eine Alternative?" href="http://www.hno-vahle.de/alternative-medizin-eine-alternative/" target="_blank">Alternativmedizin</a> und <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Klartext über Homöopathie</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Fragen aus Foren: Hörminderung bei Kindern</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 21:24:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. Frage: bei meiner fast 4 jährigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.<span id="more-1513"></span></p>
<p><strong><em>Frage:<br /> </em></strong><em>bei meiner fast 4 jährigen Tochter wurde im Kindergarten ein Hörtest durchgeführt. </em></p>
<p>I<em>ch habe jetzt ein<a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1513];player=img;"><img class="alignleft  wp-image-1467" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>en Zettel in die Hand gedrückt bekommen, in welchem steht, dass eine eventuelle Hörminderung am linken Ohr vorliegt. Testergebnis: Linkes Ohr bei 4 kHz und 8 kHz je 40 dB; 6 kHz 45 dB.</em></p>
<p><em>Ich möchte gerne wissen, was dieses Ergebnis aussagt. Wie sicher oder unsicher ist dieser Test. Wie wahrscheindlich ist die Möglichkeit einer Hörminderung und vor allem: <br />Wie gravierend ist diese Hörverminderung?</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>wovapa:</strong><br />Bei Screeningtests gibt es „grünes Licht“, wenn bei 40 dB Reizstärke „Antworten“ aus dem Hörsystem aufgezeichnet werden können. Allerdings muss man sagen, dass die objektiven „Antworten“ (also elektrische Spannungsänderungen bei BERA-Untersuchungen) um ca. 10 bis 15 dB schlechter liegen, als die subjektiven. Das heißt, wenn man eine objektive Hörschwelle bei 40 dB misst, dann kann man davon ausgehen, dass die Patienten bei 30 oder 25 dB bereits die Prüftöne tatsächlich hören.</p>
<div id="attachment_1530" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/BERA-normal-Farbe.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1513];player=img;"><img class="size-medium wp-image-1530" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/BERA-normal-Farbe-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>
<p class="wp-caption-text">BERA-Auswertung: Normales Hörvermögen</p>
</div>
<p>Wenn nun keine objektive, sondern eine subjektive Methode verwendet wurde (also die Kinder tatsächlich gefragt wurden, ob sie einen Ton hören oder nicht), dann kann man diese 10 bis 15 dB natürlich nicht mehr abziehen! Dann wären 40 dB Hörschwelle als geringgradige Hörminderung einzustufen.</p>
<p>Nun ist es ein bekanntes Phänomen, dass die Hörschwellen bei der Hörprüfung umso schlechter liegen, je jünger die Kinder sind. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Kinder oftmals unkonzentriert sind (oder sehr konzentriert, aber auf andere Dinge!). Bei jüngeren Kindern eine schlechtere Hörschwelle zu messen, bedeutet also nicht unbedingt, dass das Kind tatsächlich schlechter hört. Es kann sich auch um eine Messungenauigkeit handeln.</p>
<p>In speziell diesem Fall kommt hinzu, dass Hörminderungen oberhalb 4 kHz und damit außerhalb des Hauptsprachbereiches liegen; das Sprachverstehen wird dadurch nicht dramatisch beeinträchtigt.</p>
<p>Und einen weiteren Gesichtspunkt gibt es noch zu berücksichtigen! Bei allen Screeningtests (also „Such“-Tests) macht man Fehler! Die Fehler sind einkalkuliert! Wenn man in kurzer Zeit sehr viele Kinder testen will, dann kann das nicht ohne Fehler bleiben!</p>
<p>Es gibt zwei Sorten von Fehlern: erstens die „falsch negativen“ und zweitens die „falsch postiven“ Befunde. Bei einem „falsch negativen“ Befund wird ein schwerhöriges Kind fälschlicherweise als normalhörend eingestuft. Das ist katastrophal, weil dann keine weiteren Untersuchungen mehr folgen und man den Fehler erst spät &#8211; zu spät! &#8211; bemerkt.</p>
<p>Bei einem „falsch positiven“ Ergebnis wird ein normalhörendes Kind fälschlicherweise als schwerhörig eingestuft. Das belastet zwar die Eltern, schadet aber dem Kind nicht! Nicht ein einziges Kind wird allein schon dadurch schwerhörig, indem man es als „schwerhörig“ bezeichnet! Aber bei einem „falsch positiven“ Test folgen weitere Untersuchungen nach &#8211; wie jetzt auch im Fall Ihrer Tochter! So kann es also gut sein, dass bei der genauen Nachprüfung durch den HNO-Arzt festgestellt wird, dass Ihre Tochter überhaupt nicht schwerhörig ist!</p>
<p>Da man also bei Screeningtests notwendigerweise Fehler macht und die „falsch negativen“ Befunde schlechter sind als die „falsch positiven“, sind die Screeningtests so konzipiert, dass die „falsch positiven“ Ergebnisse häufig vorkommen und die „falsch negativen“ nach Möglichkeit überhaupt nicht.</p>
<p>Umgekehrt heißt dass, dass man bei einem „positiven“ Befund (der also schlecht ist für die Patienten, weil er eine Schwerhörigkeit signalisiert) nicht wissen kann, ob das Ergebnis „echt positiv“ oder „falsch positiv“ ist! Da es gottlob nur wenige schwerhörige Kinder gibt, ist die Zahl der „falsch positiven“ Testergebnisse viel höher als die Zahl der „echt positiven“ Testergebnisse! Die Wahrscheinlichkeit für ein „falsch positives“ Ergebnis ist durchaus hoch!</p>
<p>Das heißt wiederum, dass Sie sich zunächst mal keine Sorgen machen sollten!</p>
<p>Wenn Sie aber auf die Idee kommen sollten, aufgrund meiner Ausführungen die Nachuntersuchungen beim HNO-Arzt abzusagen, dann muss ich Sie davor warnen! Es gibt einen Grundsatz (zur Sicherheit für die Kinder!), der besagt: „Jedes Kind gilt solange als schwerhörig, bis das Gegenteil bewiesen ist!“</p>
<p>Eine übersehene und nicht diagnostizierte Schwerhörigkeit beeinträchtigt die Entwicklung der Kinder ganz erheblich! Deshalb ist es enorm wichtig, die wirklich schwerhörigen Kinder frühzeitig mit Hörgeräten zu versorgen! Wir HNO-Ärzte wissen, dass etwa eines von 1000 Kindern schwerhörig auf die Welt kommt. Und diese Kinder müssen frühzeitig gefunden werden, damit sie versorgt werden können!</p>
<p>Der Preis dafür ist, dass viel mehr als dieses eine von 1000 Kindern in den Verdacht geraten, schwerhörig zu sein!</p>
<p>Die Screeningtests sind so konzipiert, dass die als „normalhörend“ bezeichneten Kinder tatsächlich praktisch alle wirklich normalhörend sind. Und von den als „schwerhörig“ bezeichneten Kindern sind vielleicht 1 bis 2 Prozent wirklich schwerhörig; die anderen 98 % bis 99 % sind trotzdem „normalhörend“.</p>
<p>Aber noch mal ganz deutlich: nur eine genaue Kontrolle ist in der Lage zu entscheiden, ob das positive Screeningergebnis „echt positiv“ oder „falsch positiv“ ist. Sie sollten also keinesfalls auf diese Kontrolle beim HNO-Arzt verzichten! Sie können allerdings bis zum Endergebnis gelassen bleiben!</p>
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		<title>10 Fragen an Dr. Wolfgang Vahle &#8211; Deutsche Welle TV &#8211; Homöopathie &#8211; Dreh: Dienstag, 17.08.2010</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 20:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im August 2010 hat sich die Deutsche Welle bei mir gemeldet. Man wollte für die Deutschen, die im Ausland leben, eine TV-Sendung produzieren zum Theme &#8220;Pro und Contra Homöopathie&#8221;. Es sollte natürlich eine &#8220;ausgewogene&#8221; Sendung werden, in der Befürworter und Gegner der Homöopathie gleichermaßen zu Wort kommen sollten. Mein Protest gegen diese Form hat nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im August 2010 hat sich die Deutsche Welle bei mir gemeldet. Man wollte für die Deutschen, die im Ausland leben, eine TV-Sendung produzieren zum Theme &#8220;Pro und Contra Homöopathie&#8221;. <span id="more-1555"></span><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1555];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Foto: Dr. Wolfgang Vahle" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Es sollte natürlich eine &#8220;ausgewogene&#8221; Sendung werden, in der Befürworter und Gegner der <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Homöopathie</a> gleichermaßen zu Wort kommen sollten. Mein Protest gegen diese Form hat nicht viel genützt. Ich stehe ja bekanntermaßen auf dem Standpunkt, dass man &#8220;Sinn&#8221; und &#8220;Unsinn&#8221; nicht gleich behandeln darf. Der &#8220;Unsinn&#8221; sollte möglichst überhaupt kein Forum bekommen, das ihn aufwertet! &#8211; Die Sendung ist leider dennoch ausgewogen gesendet worden&#8230; Mein ca. einstündiges Interview ist auf wenige Minuten mit relativ belanglosen Äußerungen zusammengestrichen worden. Immer wenn, es &#8220;in die Tiefe&#8221; ging, fielen die Sätze der Streichung zum Opfer.</p>
<p>Fairerweise hatte man mir jedoch zuvor die 10 Fragen schriftlich zukommen lassen, sodass ich Zeit hatte, mich vorzubereiten. Da das komplette Interview nicht gesendet worden ist (es konnte ohnehin nur im Ausland gesehen werden), stelle ich meine Antworten zu den zehn Fragen hier ein.</p>
<ol start="1">
<li>
<p><strong>Sehr oft, wenn die Schulmedizin versagt hat, half den Menschen die Homöopathie, sagen die Anhänger dieser Heilmethode. Warum glauben sie denen nicht?</strong><br /><em>Ich habe keinen Zweifel, dass sich Menschen nach einer Homöopathiebehandlung besser fühlen. Der Zweifel liegt im Kausalzusammenhang! Nicht alles, was „danach“ passiert, ist auch „deswegen“ passiert. Der nächste Punkt ist das „bessere Gefühl“. Ein gutes, ein besseres Gefühl ist zwar viel wert. Das Ziel einer medizinischen Behandlung sollte jedoch die objektive, die körperliche Besserung oder gar Wiederherstellung sein und nicht allein ein gutes Gefühl für eine – meistens sehr begrenzte – Zeit!</em></p>
</li>
</ol>
<ol start="2">
<li><strong>Es gab einige Studien, die den Nutzen der Homöopathie angeblich beweisen. Was sind diese Studien ihrer Ansicht nach wert?</strong><em><br />Die Studien sind nicht mal das Papier wert, auf das sie geschrieben sind. Die Ergebnisse der Studien werden in gleichem Maße schlechter, in dem die Methode besser wird! Studien mit hohen Qualitätsstandards &#8211; und vor allem Metastudien! &#8211; zeigen keinerlei Wirksamkeit der Homöopathie. Fehler können auftreten in falschen oder sich ändernden „Endpunkten“, in Verstößen gegen die „intention to treat“-Regel, in mangelnder Randomisierung, in fehlender Verblindung, im Verzicht auf die Placebo-Kontrolle. Und trotz guter Qualität liegt die Irrtumswahrscheinlichkeit bei 5 Prozent! 5 Prozent aller – guten! – Studien können eine Wirksamkeit zeigen, wo keine ist – also falsch positive Ergebnisse zeigen. Das würde man herausbekommen, wenn </em>alle<em> Studien veröffentlicht würden und nicht die Studien mit den schlechten Ergebnissen verschwiegen</em><em> </em><em><em><em><em>und lediglich die Studien mit den guten Ergebnissen genannt würden! Diese Fehlerform heißt &#8220;Publikations-Bias&#8221;.</em></em></em></em>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Aber schwerer noch als der fehlende Wirksamkeitsnachweis wiegt, dass die Homöopathie aus naturwissenschaftlichen Gründen nicht wirken kann! Während man annehmen kann, dass ein fehlender Nachweis möglicherweise später doch noch gefunden werden kann, kann man sicher sein, dass ein heute physikalisch unmöglicher Effekt nicht morgen physikalisch möglich sein wird! </em></p>
</li>
</ol>
<ol start="3">
<li><strong>Die Homöopathie behandelt Gleiches mit Gleichem. Was ist daran falsch?</strong><em><br />Gegenfrage: Was soll daran richtig sein? – Es stimmt nicht! Der homöopathische Grundsatz „Similis similibus currentur“ bedeutet </em>Ähnliches<em> wird durch </em>Ähnliches<em> geheilt! „Gleiches“ in diesem Sinne gibt es nicht. Gerade im Hinblick auf die „Ganzheitlichkeit“, auf die die Homöopathie so großen Wert legt, muss man sagen, dass es zwei genau gleiche Menschen oder zwei genau gleiche Krankheiten nicht gibt. – Ähnliches hingegen ist eine rein menschliche Kategorie. Was ein Mensch als „ähnlich“ ansieht, sieht ein anderer Mensch als völlig verschieden an! Ähnliches ist keine Kategorie in der Natur, keine Kategorie in der Evolution (vom Prinzip des „Mimikry“ mal abgesehen). Ähnlichkeit kann Verwandschaft bedeuten, muss es aber keineswegs!</em>
<p><em>In der wissenschaftlichen Hochschulmedizin gibt es allerdings einen Bereich, in dem der Satz „Gleiches wird durch Gleiches geheilt“ sogar zutrifft: das sind die Impfungen (zu denen auch die Allergieimpfungen zählen)! Bezeichnenderweise werden Impfungen und Hyposensibilisierungen (spezifische Immuntherapien) von Homööpathen aber abgelehnt“!</em></p>
</li>
</ol>
<ol start="4">
<li><strong>Immer mehr Ärzte haben eine homöopathische Zusatzausbildung, zahlreiche Prominente schwören auf diese Heilmethode. Kann es denn sein, dass sich so viele Menschen auf dem Irrweg befinden?</strong><em><br />Natürlich kann das sein! Die wissenschaftliche Wahrheit findet man durch Forschung, durch Beobachtung, durch Erweiterung der Beobachtung zu einer Theorie und durch Prüfung der Theorie an Voraussagen, an Prognosen. Wissenschaftliche Wahrheit findet man nicht durch Mehrheitsbeschluss – schon gar nicht durch Mehrheiten von Nicht-Wissenschaftlern! Ärzte, die homöopathisch behandeln, handeln im Fall einer homöopathischen Behandlung unwissenschaftlich. Zwar kann ein Arzt – nacheinander – einen Patienten wissenschaftlich und den nächsten homöopathisch behandeln – aber niemals gleichzeitig. Homöopathie ist Abkehr von der Wissenschaft, Abkehr von der Vernunft, Abkehr von der Ratio! Die wissenschaftliche Medizin ist mit einer Abkehr von der Ratio nicht vereinbar! Dass es dennoch „Weiterbildungen“ in der Homöopathie gibt, halte ich für ein katastrophales Armutszeugnis der Ärztekammer! Die Medizin als Lehre ist mit der Homöopathielehre unvereinbar; es ist schlimm, dass die Funktionäre der Ärztekammern das wegignorieren – vermutlich einem falsch verstandenen Harmoniebedürfnis den Homöopathen gegenüber geschuldet! Selbst Hahnemann hat die wissenschaftliche Hochschulmedizin und die Homöopathie als miteinander unvereinbar bezeichnet! Ich habe übrigens vor einigen Jahren unserem damaligen Ärztekammerpräsidenten, Herrn Prof. Dr. Hoppe (gestorben 2011) geschrieben und ihn gebeten, die Ärztekammern sollten klar Stellung beziehen für die wissenschaftliche Medizin und gegen die unwissenschaftliche Scharlatanerie. Er – bzw. ein Vorzimmerherr – hat mir „wischi- waschi“ geantwortet, dass diese harte Einstellung nicht erwünscht sei! Wunschvorstellungen im Zusammenhang mit Naturgesetzen – wie tief sind wir gesunken?</em></li>
</ol>
<ol start="5">
<li><strong>Anhänger der Globuli schwärmen von den Mitteln, weil sie keine Nebenwirkungen haben. Wenn man sich ansieht, wie viele Menschen durch Präparate der Schulmedizin bereits ums Leben gekommen sind, ist das doch ein ungeheurer Fortschritt, oder?</strong><em><br />Von welcher Zeit der Schulmedizin – Entschuldigung: ich spreche lieber von „wissenschaftlicher Hochschulmedizin“ – „Schulmedizin“ ist ein Kampfbegriff, der Assoziationen an „Grundschule“ wecken soll – sprechen wir eigentlich? Die Aderlässe, die zu Zeiten Hahnemanns im Namen der Medizin viele Leben gekostet haben, sind unter heutigen Gesichtspunkten in der wissenschaftlichen Hochschulmedizin keineswegs mehr anerkannt! Die wissenschaftliche Hochschulmedizin hat Fortschritte gemacht! Die wissenschaftliche Hochschulmedizin war es, die die vor hundert Jahren noch bestehende durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 30 Jahren innerhalb der letzten hundert Jahre auf jetzt etwa 80 Jahre hochkatapultiert hat! Zuvor hatte die Homöopathie, die es ja bekanntlich schon seit 200 Jahren gibt, sage und schreibe hundert Jahre Zeit, allein zu schalten und zu walten und sich zu bewähren: nichts ist passiert! Die Lebenserwartung blieb die ganze Zeit auf beschämend niedrigem Niveau! <br />  <br /></em>
<p><em>Die wissenschaftliche Hochschulmedizin ist eben eine wissenschaftliche Methode: Arzneien, die sich nicht bewähren oder die sogar schaden, werden ohne Emotionen aus dem Behandlungsspektrum entfernt! Die Schwierigkeit liegt wieder im Detail: woher wissen wir, ob eine Substanz schadet? Es ist die gleiche Frage, die wir an die Homöopathen haben: Woher wisst Ihr, ob eine Substanz nützt? Die Antwort ist nur durch qualitativ hochwertige Studien zu erhalten! – Wenn man feststellt, dass Substanzen, Medikamente mehr schaden als nützen, dann werden sie verworfen! Sie sollten dann auch nicht durch andere „Medikamente“ ersetzt werden, deren Nutzen in keiner Weise belegt ist! Der ungeheure Fortschritt, von dem Sie sprechen, liegt im Verzicht auf schädliche Behandlungen; ein anschließender  Ersatz der eliminierten, schädlicher Handlungen durch unnütze Scheinbehandlungen bringt keinen weiteren Vorteil! Noch größer allerdings wäre der Fortschritt, wenn wir die nachgewiesen schädlichen Medikamente durch nachgewiesene nützliche Medikamente ersetzen! Und genau daran arbeitet die wissenschaftliche Hochschulmedizin! Und da hilft die Homöopathie nun überhaupt nicht – im Gegenteil: sie behindert das wissenschaftliche Denken in der Bevölkerung und sie behindert die Anwendung wissenschaftlicher Behandlungsstrategien.</em></p>
</li>
</ol>
<ol start="6">
<li><strong>Was sagen sie denn einem Patienten, der ihnen sagt, die Globuli haben mir geholfen?</strong><em><em><em><br />Ich sage ihm, dass er sich irrt! Globuli können nicht helfen. Es muss irgendetwas anderes gewesen sein, was geholfen hat!</em></em></em>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wir müssen an dieser Stelle auf den Begriff „helfen“, auf den Begriff „Heilung“ eingehen. Der alte Spruch, „Wer heilt, hat Recht“, ist so simpel wie unbrauchbar! Natürlich ist der Spruch richtig! Die große Frage aber ist, „Was ist Heilung?“</em></p>
<p><em>Viele Krankheiten sind gottlob harmlos und heilen spontan aus! Während der Heilungszeit kann man machen, was man will – normalerweise hält man die Heilung nicht auf! Wenn Sie sich bei der Küchenarbeit in den Finger geschnitten haben: Was müssen Sie tun, damit die Wunde verheilt? Nichts! Wenn Sie zwischenzeitlich Pommes essen: die Wunde heilt! Und wenn Sie zwischenzeitlich Arnika essen? Die Wunde heilt auch! Und wenn Sie Arnika verdünnen? – Entschuldigung: „Potenzieren“! – auch dann heilt die Wunde! Warum schreibt man Arnika die Heilung zu, den Pommes aber nicht? Sehen Sie: ich kenne die Antwort auch nicht!</em></p>
<p><em>„Spontanheilung“ ist ein wesentlicher Faktor, der von Homöopathie-Anhängern gern zum Trittbrettfahren missbraucht wird! Ein anderer Faktor ist die „Regression zur Mitte“, die natürlich auch etwas mit „Spontanheilung“ zu tun hat. Kopfschmerzen z. B. nehmen mal zu, dann mal wieder ab, dann mal wieder zu usw. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kopfschmerzen abnehmen, ist nun mal höher bei starken als bei schwachen Kopfschmerzen. Und die Wahrscheinlichkeit Medikamente zu nehmen, ist ebenfalls größer bei starken als bei schwachen Kopfschmerzen. Dann ist es auch sehr wahrscheinlich, dass bei starken Kopfschmerzen beides eintritt: man nimmt Medikamente – z. B. Homöopathika – und die Kopfschmerzen nehmen ab! Kausalzusammenhang? Keineswegs! Lediglich eine zeitliche Korrelation!</em></p>
<p><em>Ich möchte den Rahmen nicht sprengen: es gibt noch viele Mechanismen, die eine Heilung vortäuschen können. Über diese Themen sind viele Bücher geschrieben worden. Man muss sie nur lesen! Zwei Punkte möchte ich gern noch anführen: Erstens, die „Selektive Wahrnehmung“. Wenn man glaubt, dass z. B. zwischen Einnahme von Homöopathika und Besserung ein ursächlicher Zusammenhang besteht, dann wird man sich später an jedes positive Beispiel immer erinnern und jedes negative Beispiel vergessen! Da spielt uns unser Unbewusstes einen Streich! Wir können Muster – Kausalzusammenhänge &#8211; sehen, wo keine sind! Diese Fähigkeit ist übrigens von der Evolution begünstigt: das spontane Erfassen von Mustern beschleunigt unsere Entscheidungsfindung so erheblich, dass die Fehlermöglichkeit „Muster sehen, wo keine sind“ von der Natur in Kauf genommen wird. Was im täglichen Leben sinnvoll ist, stört aber den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn! Erkenntnis kann man nur gewinnen, wenn man weiß, dass jeder Mensch anfällig ist für selektive Wahrnehmung und auf dieses Wissen reagiert, indem man selektive Wahrnehmung nach Möglichkeit ausschließt! Selektive Wahrnehmung täuscht hohe Korrelationsfaktoren vor! Übrigens: Befürworter lassen sich von selektiver Wahrnehmung eher beeinflussen als Skeptiker! Aus diesem Grund sind doppelte Verblindungen in Studien unumgänglich!</em></p>
<p><em>Ganz banal ist zweitens auch die sogenannte „Erstverschlimmerung“: wie soll die Homöopathie eigentlich Misserfolge vorweisen können, wenn sowohl Besserungen als auch Verschlechterungen als „Erfolg“ bezeichnet werden? Die sogenannte „Erstverschlimmerung“ ist ein lächerliches Konzept, die Homöopathie gegen Misserfolge zu „immunisieren“!</em></p>
</li>
</ol>
<ol start="7">
<li><strong>Die Befürworter der Alternativmedizin sagen, dass sich ein Homöopath wesentlich mehr Zeit für den Patienten nimmt, als ein Schulmediziner. Warum haben es die meisten Ärzte so eilig?</strong><em><br />Glauben Sie mir: auch die meisten Ärzte hätten gern mehr Zeit für die Patienten! Aber bei großer Nachfrage: was sollen wir tun? Der Tag hat ja nur 24 Stunden! Die Alternative wäre, Patienten abzulehnen. Das wäre auch nicht fair! Ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass es auch finanzielle Gründe gibt! Wir HNO-Ärzte in Westfalen-Lippe haben derzeit ein „Regelleistungsvolumen“ von etwa 27 Euro pro Quartal! Regelleistungsvolumen heißt: „Flatrate“. Egal, wie oft ein Patient in einem Quartal die Praxis aufsucht: mehr als 27 Euro bekommen wir nicht! Wir sind darauf angewiesen, auch einen gewissen Anteil an Neupatienten zuzulassen. Homöopathen berechnen die „homöopathische Erstanamnmese“ nach der GOÄ, der Gebührenordnung für Ärzte. Diese Gebührenordnung gilt für Privatpatienten. Homöopathen behandeln ihre Patienten als Privatpatienten und stellen ihre Leistungen in Rechnung. Ich möchte es vermeiden, den Preis für eine homöopathische Erstanamnese zu nennen: man könnte mir Neid unterstellen! Das ist es aber nicht: ich bin nicht neidisch! Bezogen auf die Zeit, die der Homöopath benötigt, ist der Preis vermutlich sogar gerechtfertigt! Es sind verschiedene Modelle: man kann wenige Patienten haben und für jeden Patienten viel Zeit verbrauchen (die Frage sei auch erlaubt, ob der hohe Zeitverbrauch bei jedem Menschen gerechtfertigt ist oder ob er Folge der hohen Vergütung ist) – oder man hat viele Patienten und bekommt nur wenig Geld pro Patient. Das ist das Schicksal der Ärzte! Wir Ärzte sind mit diesen Umständen nicht zufrieden und schon gar nicht glücklich!</em></li>
</ol>
<ol start="8">
<li><strong>Laut einer weltweiten Befragung sind in Deutschland nur 34 Prozent der Bevölkerung zufrieden mit der medizinischen Versorgung. Wundert es sie da, dass immer mehr Menschen die Homöopathie wenigstens mal ausprobieren?</strong><em><em><br />Die Zahl kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass Ärzte in der Bevölkerung nach wie vor ein hohes Sozialprestige haben. Und dass die Patienten ihre eigenen Hausärzte jeweils noch höher bewerten als den Durchschnitt der Ärzte. Einerlei: ich verurteile ja nicht das Bedürfnis nach Besserem! Ich kann gut verstehen, dass Menschen sich besseres wünschen als die „normale medizinische Betreuung“. Aber wir wissen doch alle, dass Wunschdenken die Realität nicht ändert! Die Unzufriedenheit – so berechtigt sie sein mag – macht aus Abwesenheit von Arzneien (Stichwort „homöopathische Verdünnung“) keine Anwesenheit von Arzneien! Unzufriedenheit ist der Motor der Forschung, der Motor des Bemühens um Besserung. Sie ist nicht in der Lage, aus Unsinn Sinn zu machen! – Denken Sie, wir wissenschaftlichen Hochschulmediziner seien mit dem Status quo zufrieden? Wir sind es nicht! Wir forschen und ersetzen schlechte Methoden durch gute und gute durch bessere! Wir strengen uns an! Unzufrieden zu sein und sich dann auf die „faule Haut zu legen“ nach dem Motto: „Weil ich unzufrieden mit der Realität bin, wird automatisch meine Phantasie real – ich brauche also nichts zu tun“ ist lächerlich!</em></em>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Sind Sie eigentlich mit Ihrem Auto zufrieden? Mit dem Spritverbrauch? Wollen Sie nicht vielleicht mal ausprobieren, wie es ist, wenn Sie Wasser in den Tank schütten? Oder Sand? Ich meine, Wasser und Sand kommen in der Natur vor und sie sind unschädlich! Wie schön wäre es, wenn Autos mit Wasser oder Sand fahren könnten! Es wäre doch schön, wenn Sie das mal ausprobieren würden? Wie jetzt: Sie sagen, das haben schon andere ausprobiert? Es gebe wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Wasser und Sand nicht genügend Energie enthalten, um Autos anzutreiben? Und es gebe schon Beobachtungen, dass „Sand im Getriebe“ nicht nützlich, sondern schädlich ist? Hervorragend! Sie nutzen die Erfahrungen anderer, um nicht alle Fehler selbst machen zu müssen! Sie sind lernfähig! Nur bei Ihrer Gesundheit weichen Sie von diesem Verfahren ab? Es reicht Ihnen nicht, dass wissenschaftlich ausgebildete Fachleute immer und immer wieder nachgewiesen haben, dass Homöopathie unwirksam ist: Sie müssen die Homöopathie selbst ausprobieren? Ganz schön dumm! Müssen Sie erst selbst ausprobieren wie es ist, mit einem zu kleinen Fallschirm abzuspringen? In einem undichten Boot zu fahren? Wollen Sie mal ausprobieren, ob Tollkirschen giftig sind? Oder Knollenblätterpilze? Wie doof ist das denn?</em></p>
</li>
</ol>
<ol start="9">
<li><strong>Einige Politiker und Funktionäre wollen die Homöopathie verbieten, weil sie das Loch im Gesundheitssystem weiter vergrößert. Sind die Kosten durch, </strong><br /><strong> &#8211; zum Beispiel &#8211; nutzlose und völlig überteuerte Krebsmedikamente nicht viel höher?</strong><em><em><br />Falscher Vergleich! Natürlich ist eine Behandlung mit nutzlosen Medikamenten nutzlos und eine Behandlung mit überteuterten Medikamente überteuert! Das gilt aber doch wohl gleichermaßen für – ich benutze jetzt zur Verdeutlichung mal widerwillig den Kampfbegriff – allopathische wie homöopathische Mittel! Homöopathika sind die teuersten Medikamente überhaupt: man zahlt einen Preis und bekommt kein einziges Molekül Wirksubstanz! Die Mathematik – auch Finanzmathematik ist Mathematik! – verbietet die Division durch Null! Strebt aber die homöopathische Verdünnung gegen Null, dann strebt der Preis gleichermaßen gegen Unendlich! Bei einer Verdünnung jenseits von D23 ist kein Wirkmolekül mehr vorhanden – der Preis bezogen auf die Wirkmoleküle also de facto unendlich hoch!</em></em>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die Alternative zum Einsatz nutzloser und überteuerter Medikemente ist, preiswerte und wirksame Medikamente einzusetzen und nicht andere, noch teurere und noch nutzlosere Homöopathika einzusetzen! Kann man „nutzlos“ eigentlich noch steigern? Ich ketze mal: „ja, homöopathisch“!</em></p>
</li>
</ol>
<ol start="10">
<li><strong>Hätte der Homöopathie-Erfinder Samuel Hahnemann überhaupt eine Chance gehabt, wenn die Schulmedizin Anfang des 18. Jahrhunderts ihre Patienten nicht mit Methoden wie Aderlässen und Einläufen gequält hätte?</strong><em><em><br />Die Verwendung der sogenannten „Drastika“ ist eine historische Tatsache. Die Homöopathie hat den Einsatz der Drastika reduziert und damit Schaden abgewendet! Das ist ein Verdienst, den ich anerkenne – und mit mir alle rechtschaffenen wissenschaftlichen Hochschulmediziner! Schaden zu vermeiden ist ein wichtiger Punkt. Die heutige wissenschaftliche Hochschulmedizin handelt nach dem gleichen Grundsatz: „Primum nil nocere“ bedeutet: zunächst mal nicht schaden! Etwas Schlechtes zu vermeiden, ist aber nicht so effektiv, wie etwas Gutes zu tun! Wenn alle Ärzte morgen am Tag ihre Arbeit niederlegen würden, dann würde ab der gleichen Sekunde kein ärztlich verursachter Schaden mehr auftreten. Gleichzeitig fänden wir uns mit Mittelalter wieder! Die Lebenserwartung würde wieder auf 30 Jahre abfallen, Zahnschmerzen könnten die Hälfte davon vergällen und man stürbe wieder an Blinddarmentzündungen oder im Kindbett. Wollen wir das?</em></em>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wenn man schädliche Einflüsse erkannt hat – Hahnemann hat das erkannt, aber die moderne wissenschaftliche Hochschulmedizin auch! – dann kann man verschieden darauf reagieren. Hahnemann hat die schädlichen Behandlungen durch unschädliche – und unwirksame! – Behandlungen ersetzt: ein seit 200 Jahren abgeschlossener, inzwischen statischer Prozess. Die wissenschaftliche Hochschulmedizin hat die schädlichen Behandlungen von damals durch weniger schädliche und wesentlich wirksamere Behandlungen ersetzt – und dieser Prozess hält übrigens immer noch an! </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ganz aktuell: gerade ist ein neues Superbakterium aufgetreten, das gegen fast alle Antibiotika resistent ist? Geht irgendjemand zu einem Homöopathen und sagt: „macht uns gesund“? Nein, man schreit nach Wissenschaft! Die Entwicklung neuer Antibiotika ist gefragt! – Wussten Sie überhaupt, dass Bakterien oder Viren in der homöopathischen Lehre überhaupt nicht vorkommen? Statt dessen schwadroniert man über „Miasmen“ als Krankheitsursachen – und kein Homöopath hat je definiert oder ist überhaupt in der Lage dazu, zu sagen, was „Miasmen“ sind! </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Unzufriedenheit mit der wissenschaftlichen Medizin ist erlaubt. Aus ihr erwächst der Fortschritt. Aber: der wissenschaftlichen Hochschulmedizin vorzuwerfen, sie könne nicht jede Krankheit heilen, ist scheinheilig und perfide! Diese Kritik ist unfair! Krankheiten sollten mit den Methoden behandelt werden, die – wenn sie schon nicht eine hunderprozentige Heilung ermöglichen – doch eine möglichst hohe Heilungsquote aufweisen. Will man sich zwischen Homöopathie und wissenschaftlicher Hochschulmedizin rational entscheiden, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als sich für die wissenschaftliche Hochschulmedizin zu entscheiden: sie hat in jeder Behandlungsstrategie die höchsten Erfolgsquoten.</em></p>
</li>
</ol>
<p>        </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fragen aus Foren: Polypenoperation</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 19:02:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im Kidmed-Forum &#8211; sind mir schon viele Fragen zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (Wolfgang Vahle, Paderborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen. Frage: Unser Kind ist immer krank. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diversen Foren &#8211; hauptsächlich im <a href="http://kidmed.org/forum" target="_blank">Kidmed-Forum</a> &#8211; sind mir schon viele <a href="http://kidmed.org/forum/board1-allgemeine-themen/board6-kindermedizin/12503-polypen-und-paukenroehrchen-rachen-und-gaumenmandeln-nasen-nebenhoehlen-mastoiditis-u-a/" target="_blank">Fragen</a> zur HNO-Medizin gestellt worden. In Foren beantworte ich die Fragen unter dem Namen &#8220;wovapa&#8221; (<span style="text-decoration: underline;">Wo</span>lfgang <span style="text-decoration: underline;">Va</span>hle, <span style="text-decoration: underline;">Pa</span>derborn). In unregelmäßiger Folge werde ich einige Fragen und meine Antworten &#8211; bearbeitet und ergänzt &#8211; in dieser Kolumne veröffentlichen.<span id="more-1465"></span></p>
<p><strong><em>Frage</em></strong><em><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1465];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Logo FAQ" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></em><em><strong>:</strong> <br />Unser Kind ist immer krank. Jetzt sollen die Rachenmandeln entfernt werden. Wir haben Angst. Ist der Eingriff eigentlich notwendig? Ist eine Operation und eine Narkose nicht gefährlich? Sollten wir eine 2. Meinung einholen? </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>wovapa:</strong><br />„Rachenmandel“, „Polypen“, „Adenoide“: das ist alles dasselbe. Viele Ausdrücke für ein- und dasselbe. Die Rachenmandel sitzt hinter der Nase am Rachendach. Man erreicht sie, wenn man durch den Mund am Zäpfchen vorbei „geht“ und dann direkt nach oben schaut. Das Anschauen der Rachenmandel erfordert einen kleinen Spiegel (einen „Epipharynxspiegel“, weil der Raum, in dem die Rachenmandel sitzt, „Epipharynx“ heißt). Wenn die Rachenmandel sehr groß ist, kann man sie manchmal auch ohne Spiegel sehen, weil sie dann sehr tief nach unten reicht (vom „Epipharynx“ bis fast in den „Mesopharynx“ &#8211; Namen sind nicht so wichtig). </p>
<p>Es gibt im Wesentlichen <em>drei</em> Gründe, die Polypen zu <a title="Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie)" href="http://www.hno-vahle.de/entfernung-der-rachenmandel-adenotomie/" target="_blank">operieren</a>:<br /> 1. Eine behinderte Nasenatmung, insbesondere nächtliches Schnarchen <em>oder</em><br /> 2. Häufige Atemwegsinfekte. Die können auch auftreten, wenn die Kinder im infektfreien Intervall nicht schnarchen <em>oder</em><br /> 3. Hörminderungen, insbesondere bei Paukenergüssen, die länger als 3 Monate bestehen.</p>
<p>Für die OP reicht es, wenn einer der drei Gründe vorliegt! Die Gründe müssen nicht alle gleichzeitig vorliegen!</p>
<p>Ein gutes Hörvermögen ist für Kinder im Entwicklungsalter sehr, sehr wichtig! Wenn Ihr Kind keinen Paukenerguss hat, der schon 3 Monate besteht, gut Luft durch die Nase bekommt und selten Atemwegsinfekte hat, muss es nicht operiert werden.</p>
<p>Vielleicht hat Ihr Kind aber einen Paukenerguss, der schon länger als drei Monate besteht und Sie haben es bloß noch nicht gemerkt. Gerade bei einseitigen Ergüssen kann das vorkommen. Es gibt neben den „harten Zahlen“ noch etwas, was man als „Erfahrung des Arztes“ bezeichnen könnte. Es gibt Kinder, die haben noch keine drei Monate einen Erguss &#8211; aber ich könnte wetten, dass der Erguss nach drei Monaten nicht weg ist &#8211; so wie der aussieht. Und ich hatte bisher immer Recht!</p>
<p>HNO-Ärzte sind nicht „versessen darauf“, um jeden Preis Kinder zu operieren. Wenn ein HNO-Arzt Ihnen eine OP vorschlägt, dann denkt er sich etwas dabei!</p>
<p>Ich kann ja gut verstehen, dass man vor einer Herzoperation eine zweite Meinung einholen will &#8211; aber vor einer Polypen-Operation? Ich meine, wie weit will man denn den Aufwand noch treiben für eine Operation, die – wenn sie lange dauert &#8211; nach fünf Minuten zu Ende ist und die praktisch keine Komplikationen hat, aber stets gute Ergebnisse und zufriedene Kinder und Eltern?</p>
<p>Es mag Einzelfälle geben, wo eine zweite Meinung sinnvoll ist.</p>
<p>Aber bei Polypenoperationen kann ich nicht allgemeingültig empfehlen, dass alle Eltern grundsätzlich jedes Mal eine zweite Meinung einholen sollen. (Nebenbei bemerkt würde das auch die Kosten im Gesundheitswesen sprengen!). Besser ist: Wer Zweifel hat, möge noch mal nachfragen. Ob unsere Antworten plausibel sind oder nicht: Das kann man auch ohne Medizinstudium entscheiden.</p>
<p>Wenn die Infekte schon lange bestehen und medikamentös nicht beseitigt werden konnten, dann ist die Operation sehr sinnvoll! Es ist in der Tat eine Standard-Operation! Es ist die „normale“ Polypenoperation. Abgesehen davon, dass es ein „Nullrisiko“ nicht gibt, ist das Risiko der Operation sehr klein. Es ist jedenfalls kleiner als das Risiko ständiger Atemwegsinfekte oder einer Hörstörung! Und auch die Narkosen sind sehr sicher! Eine Narkoseärztin oder ein Narkosearzt ist während der ganzen Operation dabei und passt auf! Sie kontrollieren mit Messgeräten ununterbrochen die Herztätigkeit und die Atmung. Es gibt keinen Grund, vor der Narkose Angst zu haben. Aber es wird niemandem gelingen, einem ängstlichen Menschen die Angst auszureden!</p>
<p><em><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1465];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" title="Logo FAQ" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Logo-FAQ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><strong>Frage:</strong><br />Können die vielen Infekte nicht durch andere Krankheiten verursacht sein? Vielleicht ein Immundefekt oder eine Allergie? Gibt es eigentlich Alternativen zur Operation? Evtl. eine Paukenröhrcheneinlage? Medikamente? Können Osteopathie oder Homöopathie helfen?</em></p>
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<p><strong>wovapa:</strong><br />Abgesehen davon, dass im Kindesalter Atemwegsinfekte ohnehin sehr häufig sind, ist eine kranke Rachenmandel als Infektionsquelle die wahrscheinlichste und harmloseste Ursache!</p>
<p>Unter die „Käseglocke“ können Sie Ihr Kind nicht setzen. Eine chronische Mandelentzündung ist natürlich auch möglich &#8211; aber nicht so harmlos wie eine kranke Rachenmandel! Und die Mandeloperation ist auch etwas aufwändiger als eine Polypenoperation! Man sollte schon darauf achten, dass diese beiden Operationen – wenn sie denn notwendig sind – in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden!</p>
<p>Ein echter Immundefekt ist glücklicherweise selten. Und dann sind meistens nicht nur die Atemwege allein betroffen. Kinder mit echten Immundefekten sind schwer krank! Kinder mit echtem Immundefekt werden üblicherweise in speziellen Zentren stationär behandelt!</p>
<p>Eine Allergie kann keine Rachenmandelvergrößerung hervorrufen &#8211; Schleimhautschwellungen wohl schon, aber keine Vergrößerung der Rachenmandel.</p>
<p>Allergien können auch direkt in den tieferen Atemwegen Probleme verursachen &#8211; ohne Umweg über die Polypen.</p>
<p>Wenn die Rachenmandel vergrößert ist, sollte man sie entfernen. Und wenn eine Allergie vorliegt, sollte man die Allergie behandeln. Und wenn beides vorliegt, dann sollte man eben auch beides behandeln, weil dann der Erfolg größer ist! Und: man kann eine Rachenmandelvergrößerung nicht „wegspritzen“ und eine Allergie nicht „wegoperieren“! Es gibt also keine „Universalbehandlung“, die mit einer Maßnahme beide Probleme zugleich löst.</p>
<p>Die Polypenentfernung ist die kleinstmögliche Operation! Eine alleinige Paukenröhrcheneinlage beseitigt nicht die Ursache der Infekte, sondern lediglich eine der Folgen.</p>
<p>Wenn die Kinder vom Kinderarzt beim HNO-Arzt vorgestellt werden, ist eine medikamentöse Therapie sicher schon – vielleicht sogar mehrfach – durchgeführt worden. Wenn die Therapie erfolgreich gewesen wäre, hätte niemand eine OP vorgeschlagen!</p>
<p>Alternativen im Bereich der Homöopathie oder Anthroposophie können &#8211; und sollten Sie! &#8211; ganz schnell vergessen! Da kennt jemand Ihren Wunsch (Gesundheit Ihres Kindes!) und nimmt Geld dafür, dass er verspricht, Ihnen den Wunsch zu erfüllen! Aber es bleiben natürlich leere Versprechnungen&#8230; <a title="Homöopathie ist Irrtum" href="http://www.hno-vahle.de/homoopathie-ist-irrtum/" target="_blank">Homöopathie</a> ist nichts als Aberglaube! Otowowen und Euphorbium sind zum Beispiel auch Homöopathika. Ein zweites Mal sollten Sie für sowenig Wasser nicht mehr so viel Geld ausgeben!</p>
<p>Es kommt nur sehr selten vor, dass operative Behandlungsmöglichkeiten durch nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten ersetzt werden können. Bei den kranken Polypen ist das definitiv nicht so: die Polypenoperation kann durch nichts ersetzt werden! Es gilt nur „operieren“ oder „tolerieren“. Bedenken Sie aber, dass Sie &#8211; falls Sie sich gegen eine OP entscheiden &#8211; die Toleranz nicht sich selbst abverlangen, sondern Ihrem Kind, das sich dagegen nicht wehren kann!</p>
<p>Und wie die Osteopathie eine Belüftungsstörung behandeln will, ist mir schleierhaft! Eine zu große Rachenmandel lässt sich nicht durch Bewegungsübungen jedweder Art verkleinern, sondern nur operativ! Alles andere funktioniert nicht.</p>
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		<title>Frohes Neues Jahr 2012!</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 23:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vahle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir wünschen Ihnen allen ein gutes, ein frohes und vor allem ein gesundes neues Jahr! Haben Sie wieder viele gute Vorsätze gefasst? Etwas für die Gesundheit tun? Fit halten? Das Rauchen aufgeben? Lieber gar keinen Wein trinken als billigen? Haben Sie auch wieder &#8220;Dinner for one&#8221; geschaut? Genau so ist es auch mit den guten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wünschen Ihnen allen ein gutes, ein frohes und vor allem ein gesundes neues Jahr!<span id="more-1297"></span></p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Silvesterdeko_Mahey.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1297];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-1299" title="Copyright: Mahey - Fotolia" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Silvesterdeko_Mahey-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Haben Sie wieder viele gute Vorsätze gefasst? Etwas für die Gesundheit tun? Fit halten? Das Rauchen aufgeben? Lieber gar keinen Wein trinken als billigen?</p>
<p>Haben Sie auch wieder &#8220;Dinner for one&#8221; geschaut? Genau so ist es auch mit den guten Vorsätzen! Je älter das Jahr wird, desto mehr stolpert man erfolglos über seine guten Vorsätze hinweg. Und am Ende des Jahres sagen wir wieder &#8220;The same procedure as every year!&#8221;</p>
<p>Aber blicken wir optimistisch in das neue Jahr! Dieses Mal klappt es bestimmt mit den guten Vorsätzen! Das wünschen wir uns alle mal gegenseitig!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Silvester ohne Ende: Hörverluste durch Böller können &#8220;lebenslänglich&#8221; bedeuten!</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 23:01:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Silvester steht vor der Tür. Das Feuerwerk lockt! Ein schönes Silversterfeuerwerk zum Jahreswechsel bringt Stimmung und eine &#8220;Mordsgaudi&#8221;! Aber alle Medaillen haben zwei Seiten! Auch diese! Wenn der Krach zu laut wird, dann können die Ohren Schaden nehmen! Im ungünstigsten Fall für immer! Unsere Ohren sind lärmempfindlich! Ohren vertragen nur eine bestimmte Menge an Schallenergie! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Silvester steht vor der Tür. Das Feuerwerk lockt! Ein schönes Silversterfeuerwerk zum Jahreswechsel bringt Stimmung und eine &#8220;Mordsgaudi&#8221;!</p>
<p>Aber alle Medaillen haben zwei Seiten! Auch diese! Wenn der Krach zu laut wird, dann können die Ohren Schaden nehmen! Im ungünstigsten Fall für immer!</p>
<p>Unsere Ohren sind <a title="Lärmschwerhörigkeit und Lärmschutz" href="http://www.hno-vahle.de/larmschwerhorigkeit/">lärmempfindlich</a>! Ohren vertragen nur eine bestimmte Menge an Schallenergie!<span id="more-744"></span></p>
<p><a href="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Feuerwerk_Volkerr.jpg" rel="shadowbox[sbpost-744];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-767" title="Copyright: Fotolia - Volkerr" src="http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/Fotolia_Feuerwerk_Volkerr-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Böller sind <em>laut</em>! Böller, die unmittelbar vor den Ohren knallen, können eine Lautstärke von 130 dB bis 175 dB erreichen! Das ist eindeutig <em>zu laut</em>! Ob die Lautstärke für unsere Ohren schädlich ist oder nicht, hängt einzig und allein von ihrer Größe ab und nicht davon, ob der Schall Spaß macht (&#8220;Böller&#8221;, &#8220;Musik&#8221;) oder nicht (&#8220;Verkehrslärm&#8221;)! Ohren sind da wie Schallpegelmesser! Der Spaß (oder Ärger) entsteht nicht <em>in</em> den Ohren, sondern in der &#8220;Hardware&#8221; und &#8220;Software&#8221; <em>zwischen</em> den Ohren!</p>
<p>Übrigens: Laut war es auch im alten Rom, wenn die Soldaten in den Kampf zogen. Stand der Feind vor der Tür, dann rief der Kommandeur &#8220;Zu den Waffen!&#8221;. Er rief es aber lateinisch, denn die Römer sprachen Latein. Also &#8211; der Kommandeur rief auf Latein: &#8220;Ad Armae&#8221; &#8211; was die Übersetzung ist von &#8220;Zu den Waffen&#8221;. Wenn bei uns der &#8220;Feind&#8221; vor der Tür steht &#8211; es kann sich auch um Katastrophen handeln wie Feuer, Wasser oder Unfälle &#8211; dann erklingt auch bei uns der &#8220;Alarm&#8221;! Das Wort &#8220;Alarm&#8221; nämlich ist lediglich ein schnell gesprochenes und genuscheltes &#8220;Ad armae&#8221; &#8211; durch Alliteration verkürzt auf &#8220;alarmae&#8221;, später zu &#8220;alarm&#8221;. Und was man dann hört, wenn Tausende Soldaten zu den Waffen eilen, das nennt man &#8220;Lärm&#8221; &#8211; ebenfalls eine Verballhorung des Rufes &#8220;Ad armae&#8221; &#8211; &#8220;alarmae&#8221; &#8211; laermae &#8211; laerm. Das aber nur am Rande!</p>
<p>Liebe Leute! Damit Silvester auch nächstes Jahr wieder schön wird und damit Ihr auch zwischen zwei Silvestern gut hören könnt: Seid vorsichtig mit Böllern! Dauerhafte Schwerhörigkeit ist kein Spaß! Und wenn die lieben Mitmenschen verletzt werden, dann ist nicht nur die Freundschaft aus, sondern dann kommt auch noch der Staatsanwalt!</p>
<p>Lesen Sie dazu bitte auch die <a href="http://www.hno-aerzte-im-netz.de/news/hno-news/silvesterboeller_koennen_zu_hoerschaeden_fuehren.html" target="_blank">Informationen</a>, die der Berufsverband der HNO-Ärzte dazu herausgegeben hat.</p>
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