Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie)

Modell mit Schnitt durch den Kopf. Die Rachenmandel liegt hinter der Nase am Rachendach vor dem ersten Wirbel!

Die Rachenmandel (auch „Polypen“ oder „Wucherungen“ genannt) sitzt hinter der Nase am Rachendach. Sie ist eine richtige Mandel und gehört ebenso wie die beiden sichtbaren Gaumenmandeln zum Abwehrsystem des Körpers. Die Rachenmandel ist bei allen Kindern vorhanden; die Kinder bringen sie mit auf die Welt. In der Pubertät wird diese Rachenmandel immer kleiner und verschwindet schließlich ganz (wenn im Erwachsenenalter „Polypen“ operiert werden müssen, dann sind das andere – echte – Polypen und nicht mehr die Rachenmandel). Die Tatsache, dass Kinder eine Rachenmandel haben, berechtigt also für sich allein genommen noch nicht zur Operation – sonst müsste ja jedes Kind operiert werden!

Aber: bei Kindern kann die Rachenmandel so stark vergrößert oder so krank und minderwertig sein, dass sie die Nasenatmung behindern, die Atemwege an jeder Stelle infizieren oder die Ohrtrompete verstopfen kann. Dauerschnupfen, Neigung zu Entzündungen der Ohren und der Bronchien, überhaupt der gesamten Atemwege, sowie Schwerhörigkeit können dann die Folge sein. Da die Kinder außerdem immer durch den offenen Mund atmen müssen, haben sie natürlich Probleme beim Essen und gleichzeitigem Atmen; die Kinder werden in der Folge appetitlos. Die ständige Nasenatmungsbehinderung führt natürlich auch zu nächtlichem Schnarchen; manche Kinder müssen sich beim Atmen regelrecht anstrengen, was zu unruhigem Schlaf führt. Auch muß man bedenken, dass es nach längerandauerndem Atmen durch den offenen Mund wegen des fehlenden Gegendrucks der Zunge auf die Zähne zu Gebißverformungen kommt, die später durch eine Klammer reguliert werden müssen.

Selbstverständlich müssen nicht alle der oben geschilderten schlimmen Folgen der vergrößerten Rachenmandel vorliegen.
Eine Operation ist notwendig, wenn
1. die Rachenmandel so groß ist, dass sie die Nasenatmung behindert oder
2. die Rachenmandel so krank ist, dass sie die Atemwege immer wieder neu infiziert oder
3. Paukenergüsse auch nach 3 Monaten medikamentöser Therapie noch nicht weggegangen sind.

Die Entfernung der Rachenmandel wird in einer kurzen Vollnarkose vorgenommen. Die stationäre Aufnahme ist am Morgen der Operation, die Entlassung am Morgen nach der Operation. Nach der Entlassung sollten sich die Kinder nach Möglichkeit nicht komplett „verausgaben“. Der Besuch des Kindergartens ist aber spätestens 2 Tage nach der Entlassung wieder möglich, oftmals auch schon früher. Selbstverständlich dürfen die Kinder an die frische Luft.

Eine Nachblutung nach der Operation ist sehr selten. Kommt es dennoch dazu, so melden Sie sich bitte im Krankenhaus und auch bei mir; vielleicht könnte eine operative Blutstillung nötig werden.

St. Johannisstift Paderborn

Telefon: St. Johannisstift: 05251 / 401-1.
Meine Telefon-Nummer: 05251 / 24085.
Im Falle meiner Unerreichbarkeit:
HNO-Notfalldienst: 05251 / 26667.

Wenn Ihr Kind zu ungewöhnlich langen Blutungen nach kleinen Verletzungen (blaue Flecke) oder nach Zahnziehen neigt, dann sagen Sie es mir bitte jetzt. Außerdem nennen Sie mir bitte alle weiteren Erkrankungen, besonders Herz- und Nierenleiden, Blutdruckkrankheiten, Leberleiden, Krampfleiden oder Überempfindlichkeiten gegen Nahrungsmittel oder Medikamente (Allergien).

Wenn Sie aus der Beschreibung etwas nicht verstanden haben oder weitere Einzelheiten wissen möchten, so dürfen Sie mich jederzeit fragen.